Wärmeversorgung: Heizen wir bald alle mit Wasserstoff?
SHIFT - der Norden macht Zukunft
05.01.2026 36 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wasserstoff könnte durch erneuerbare Energien klimaneutral hergestellt werden, durch unser bereits vorhandenes Gasnetz geleitet werden und uns mit Strom und Wärme versorgen. Das klingt nach einer idealen Lösung für einige Herausforderungen in der Energiewende. Heizen wir also bald alle mit Wasserstoff? Dieser Frage gehen Sandra und Niklas in dieser Folge mit unserem Gast nach, dem Gasexperten Volker Höfs.
Ihr bekommt in dieser Episode u.a. Antworten auf diese Fragen:
Ihr bekommt in dieser Episode u.a. Antworten auf diese Fragen:
- Was ist Wasserstoff und wofür kann dieses Element genutzt werden?
- Warum ist Wasserstoff für unsere Energiewende wichtig?
- Ist Wasserstoff eine sinnvolle Alternative für unser zukünftiges Heizen?
- Wäre die Umstellung auf Wasserstoff technisch derzeit überhaupt möglich?
- Sind unsere derzeitigen Heizungsanlagen für Wasserstoff ausgelegt?
- Wie wichtig ist das geplante Wasserstoff-Kernnetz in Deutschland?
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!
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Über unseren Gast:
Der Ingenieur Volker Höfs arbeitet als Geschäftsbereichsleiter für Netzdienste bei der HanseWerk-Tochter HanseGas. Mit über 30 Jahren Erfahrung gilt er als Vordenker für die Zukunft des Gasnetzes und die Rolle von Wasserstoff in der Wärmeversorgung.
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Über unseren Gast:
Der Ingenieur Volker Höfs arbeitet als Geschäftsbereichsleiter für Netzdienste bei der HanseWerk-Tochter HanseGas. Mit über 30 Jahren Erfahrung gilt er als Vordenker für die Zukunft des Gasnetzes und die Rolle von Wasserstoff in der Wärmeversorgung.
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Transkript
Von der reinen chemischen
Grundeigenschaften ist es ein Gas.
Wir können es durch
Pipelines transportieren.
Wir haben ein Gasnetz das auch
für Wasserstoff geeignet wäre.
Also grundsätzlich können wir Wasserstoff
an jedem Punkt in unser Netz bringen.
Aber was technisch möglich ist, ist ja
nicht per se auch wirtschaftlich sinnvoll.
Das heißt, maßgeblich für die
Entscheidung, ob Wasserstoff oder
irgendwas anderes für den Kunden gut ist,
es geht einfach um die Bezahlbarkeit.
Klönschnack mit Tiefgang.
Das ist Schift.
Der Norden macht Zukunft.
Der Energiewende-Podcast der EKSH.
Volker, würdest du dich eigentlich
als Wasserstoff-Fan bezeichnen?
Ich habe es nicht so mit Relativen.
Ich finde Veränderungen spannend
und ich fand vor fünf, sechs Jahren
dieses Thema Wasserstoff mal was
völlig Neues und interessant.
Und ich bin jemand, der gerne
einfach mal checkt was kann man
mit bestimmten Dingen machen.
Und deswegen, Wasserstoff
ist einfach zu viel.
Ich finde einfach die Möglichkeit
und die Optionen die sich für
uns ergeben, einfach total super.
Und so rein physikalisch würde ich
immer sagen, hey das Ganze verbrennt
ohne dass CO2 entsteht Natürlich super.
Auch für Klimaschutz für die Zukunft.
Und insofern war für mich klar, hey,
damit muss man sich beschäftigen.
Um zu gucken, gibt es eine
Option für uns oder nicht.
Also die Neugierde hat dich
zum Wasserstoff gebracht.
Genau.
Dann ist es schön, dass du da bist.
Willkommen in unserem Podcast.
Schön, dass unsere
Zuhörenden wieder dabei sind.
Und Niklas, mit wem sitzen
wir denn hier überhaupt?
Volker Höfs verhaltener Wasserstoff-Fan,
würde ich ihn jetzt mal bezeichnen.
Du kommst von der
Hansegast, die Hansegast.
Das gehört zur Hansewerksgruppe.
Bei der Hansegas bist du
Geschäftsbereichsleiter für Netzdienste.
Man sagt über dich, dass du als Vordenker
für Zukunft des Gasnetzes giltst oder
auch als Vordenker für die Rolle von
Wasserstoff für die Wärmeversorgung.
Du bist seit 30 Jahren zugange
irgendwas mit den Netzen zu machen
und dementsprechend bist du für uns
ein super Gesprächspartner, denn
wir wollen mit dir über das Thema
Heizen mit Wasserstoff sprechen.
Bevor wir da jetzt thematisch
reingehen, hat Sandra noch ein
kleines Grußwort an unsere Zuhörenden.
Genau, alle, die uns zuhören und die
uns gerne zuhören hoffentlich, da
würde uns eure Meinung interessieren.
Wie steht ihr denn eigentlich
zum Thema Heizen mit Wasserstoff?
Lasst es uns doch gerne entweder in
den Kommentaren in der Podcast-App,
die ihr gerade benutzt wissen oder
auf unserem Instagram-Account unter
shift-der-norden-macht-zukunft.
Wir wären da sehr an euren
Meinungen interessiert.
Genau, Volker bevor wir jetzt mit
dir darüber sprechen, ob Wasserstoff
für uns eine Heizungs Alternative,
eine Heizungsvariante ist.
Wäre es super, wenn du uns nochmal kurz
einordnest, da wahrscheinlich nicht
alle genau über Wasserstoff Bescheid
wissen, was Wasserstoff überhaupt
ist und wofür man es einsetzen kann.
Ja, ich sag mal, was Wasserstoff
ist, was man sofort kennt und was
immer wieder fortkommt ist das
Thema Knallgasreaktion in Schule.
Also Wasserstoff kleinstes Molekül
was es gibt, H2, besteht nur aus dem
Wasserstoffmolekülen 2, die verbunden
sind, kommt in der Natur vor, aber
ist nicht Standard, was wir in unserem
Umfeld haben, ist natürlich ein sehr
reaktives Gas und geht mit Sauerstoff
in der Verbindung zu Wasser ein und
damit im Prinzip eines der hauptsächlich
verfügbaren Elemente auf diesem Planeten
Und so gesehen etwas, was wir wirklich
im Überfluss haben, anders als Öl und
Gas, was ja irgendwann mal endlich ist,
was fossil entstanden ist, ist das eines
der Elemente die wir am meisten haben.
Deswegen ist es super interessant.
Und deswegen alles in so einem
Fokus nicht erst seit heute.
Das Thema Wasserstoff
gibt es schon Ewigkeiten.
Wasserstoff ist heute schon ein
Grundbaustein für die Chemieindustrie.
Wir verwenden ihn schon seit 100 Jahren.
Insofern eigentlich gar nichts Neues.
Nur die Frage ist, woher kommt er?
Und Wasserstoff heute zum
Beispiel wird im Prinzip in der
Hauptsache aus Erdgas gewonnen.
Man muss sich vorstellen, das Erdgas
ist Methan CH4, mit H4 sind auch ganz
viele Wasserstoffe drin und heute spaltet
man dieses Methan auf und scheidet CO2
klimaschädlich ab und hält dieses H2,
weil man das in der Industrie braucht.
Und insofern ist der Umgang mit
H2 nichts Neues Und die Frage
ist nur, wo kommt das her?
Und deswegen ist es eigentlich so
in den Fokus geraten, weil man eben
erkannt hat, hey dieses Wasserstoff
kann ich über Elektrolyse und einfach
über der Polylyse separat ersäugen.
Und das ist klimaneutral.
Und deswegen ist das so ein
großes Thema, weil es im Prinzip
klimaneutral auch herstellbar ist.
Und die Frage ist nur, können wir
da genug von hergestellt und lässt
es sich langfristig speichern?
Das ist auch ein Riesenvorteil
was wir da haben.
Und was kann man da mit
dem Wasserstoff machen?
Chemisch, also von
Plastik über Arzneimittel.
Also dieses H2 ist ja in ganz vielen
Kohlenwasserstoffverbindungen drin,
womit wir ganz, ganz viel machen.
Das ist das Erste.
Und das Zweite ist natürlich, H2
ist auch ein Brenngas, wo ich wie
bei Methan über Verbrennung sehr
hohe Temperaturen generieren kann.
Und das ist ein riesen... Das
ist ein Thema, was wir auch
brauchen für Stahlindustrie, für
Hochtemperaturprozesse wie eine
Glasschmelze oder solche Geschichten.
Insofern hat Wasserstoff eine
ähnliche Vielfalt wie auch ein
normales Methan Insofern etwas,
was wir super gut gebrauchen können
in unseren Industrieprozessen.
Das ist also der Hintergrund,
warum wir einen Ausgleich suchen zu
Methan und der Wasserstoff wäre es.
Und es ist rein chemisch auch relativ
stabil, kann man ähnlich durch
Pipelines transportieren wie Erdgas,
also hat auch eine Nutzbarkeit in der
Anwendung eine ähnliche Funktionalität
wie wir es auch schon kennen.
Insofern können wir sehr viel machen mit
den Dingen, die wir heute schon kennen.
Okay, du hast schon erwähnt dass es
unterschiedliche Herstellungsprozesse
und Arten gibt von Wasserstoff.
Es gibt ja auch so eine Art Farbenlehre,
grüner blauer und so weiter.
Die wollen wir jetzt nicht alle
durchgehen, aber magst du da trotzdem
einmal ganz kurz skizzieren, was
bedeuten da die unterschiedlichen Sachen
Das sind zwei verschiedene Fragen.
Wo kommt der Wasserstoff her?
In der Vergangenheit haben wir
immer gedacht, wie können wir das
am kostengünstigsten herstellen?
Da war Methan hey super, da gibt es
nämlich ein chemisches Verfahren, wie
man aus dem Methan Wasserstoff machen
kann und das war kostengünstig super.
Heute kommt aber ein neuer Aspekt hinzu.
Wir wollen ja diesen Wasserstoff,
wenn denn, erzeugen dass wir im
Prinzip keine klimaschädlichen
Emissionen oder Effekte generieren.
Deswegen kommt ein neuer Aspekt dazu,
der die althergebrachten Technologien
das aus Methan zu erzeugen vielleicht
nicht mehr so interessant machen,
weil wir den CO2 vielleicht in der
Vergangenheit ja nicht abgeschieden haben.
Insofern kommt heute in den Fokus wie
stellen wir den Wasserstoff so her.
Dass wir im Prinzip keinen
klimaschädlichen Effekt haben.
Und da ist das Thema Elektrolyse,
wo wir erneuerbaren Strom nehmen und
Wasser aufspalten, also nicht mehr
Erdgas, sondern Wasser aufspalten
und daraus Sauerstoff und Wasserstoff
erzeugen in den Fokus Das, weil wir
eben komplett klimaneutral diesen
Wasserstoff generieren können.
Kostet natürlich ein bisschen mehr
als für die konventionelle Geschichte.
Und das ist eigentlich
eine spannende Frage.
Können wir das mit den höheren Kosten
in einen Markt hineinbringen, der dann
auch noch wirklich funktioniert mit
den Produkten die daraus entstehen?
Das ist die Challenge,
an der wir uns bewegen.
Und die Farbenlehre führt im
Prinzip nur dazu, dass man eben
andere Energiequellen nutzt.
Dann kann man Strom aus Atomkraft
nehmen, das wäre dann biohetter
Wasserstoff Oder man sagt, ich mache
das trotzdem wieder aus Erdgas, aber...
Das CO2, was bei dieser Aufspaltung
auf Erdgas entsteht wird dann im
Prinzip in alten Erdgaslagerschecken
abgelagert in einem blauen Wasserstoff.
Wenn wir sicherstellen dass dieses
CO2 über Tanker nach Norwegen
gefahrt wird und dann letztendlich
in irgendwelchen Erdgaslagerschecken
abgeschieden oder abgespeichert wird.
Insofern gibt es für jede Farbe im
Prinzip eine eigene Wertschöpfung.
Die dazu führt, dass der Wasserstoff
aus den verschiedenen Farben immer zu
unterschiedlichen Preisen verfügbar ist.
Und die entscheidende Frage ist, was
können wir uns mit dem Wasserstoff
an welcher Stelle wirklich auch in
der Wertschöpfungstätte leisten?
Was ist eigentlich der Kostenfaktor
den wir brauchen, damit unsere
Wirtschaft weiter funktioniert?
Oder aber wie kostengünstig heizen können?
Das ist das zweite Thema.
Und wie kommt es, dass ich, wenn
ich den Wasserstoff aus Methan Ich
nehme, dass er dann günstiger ist, als
wenn ich ihn aus Wasser nehme, weil
ich mein Wasser, hast du ja gerade
gesagt, ist super viel verfügbar,
stelle ich mir jetzt auch erstmal als
sehr, sehr günstigen Rohstoff vor.
Wieso ist dort die Spaltung teurer?
Du musst ja ein Molekül aufspalten.
Die Energie, die ich brauche um den
Wasserstoff über diese Elektrolyse
aufzuspalten und über so ein
Membranverfahren oder andere Technologie
zu dem Wasserstoff und Sauerstoff zu
generieren, ist ein höherer Energieaufwand
nötig Als wenn ich das über das Methan
mache und technologische Verfahren.
Deswegen ist immer die Frage, wie
viel Energieeinsatz habe ich um wie
viel Menge zu generieren Das ist
eigentlich im Grunde der Kostenfaktor.
Insofern ist es so, dass bei dem
Verfahren blauer Wasserstoff aus
Methan deutlich kostengünstiger
ist und ich mit wesentlich größeren
Skalierungen die Mengen generieren kann.
Also der blaue Wasserstoff ist
dann deutlich kostengünstiger als
ein grüner Wasserstoff Wir müssen
aber sicherstellen, dass das CO2
sicher abgeschieden werden kann.
Insofern ergibt sich aus erfahrenem Leber
auch ein Stück immer ein Preisfahrt.
Und das ist immer eine Frage
von Technologie und Effizienz.
Okay, man spricht eigentlich immer von
dem grünen Wasserstoff, dass der für
uns relevant sein könnte und sein wird.
Wir sprechen ja auch
viel über Energiewende.
Welche Rolle kann da grüner
Wasserstoff einnehmen?
Eigentlich das Hauptproblem der
Energiewende ist Speicherung.
Wir erleben ja heute auf der Stromseite
so einen Riesenboom von überall sollen
große Speicher entstehen und wir hören 500
Megawattstunden mit den gewaltigen Mengen.
Das sind 500 Megawatt die ich
eine Stunde ausspeichern kann.
Und Sie müssen sich vorstellen, wenn so
ein Erdgas oder ein Wasserstoff speichert,
so eine große Kaverne unter der Erde,
da reden wir über Terawattstunden,
die ich da reinspeichern kann.
Also man sieht aus diesen Dimensionen
dass Wasserstoff als Molekül ist etwas,
wo ich Energie auf einen Raum sehr
lange und sehr effizient speichern kann.
Das ist der Riesenvorteil für das
ganze Thema Wasserstoff, weil die
Speicherbarkeit ist eigentlich der
eigentliche wirkliche Effekt dass
ich also nicht abhängig bin von der
Erzeugung Die ja sehr abhängig ist von
erneuerbaren Energien, sondern ich das
mit dem Wasserstoff etwas schaffen kann,
was speicherbar ist, was ich zu einem
beliebigen Zeitpunkt ausspeichern kann.
Und das hilft uns ja letztendlich
in dieser E-Energie-Wende das Thema
Ausgleich von erneuerbaren vorzunehmen.
Das ist eigentlich der Riesenvorteil
bei dem ganzen Thema Wasserstoff.
Und weil ich es einfach
brauche für unsere Industrie.
Ohne den Wasserstoff würde unsere
Industrie so nicht funktionieren.
Das sind zwei Themen, die eigentlich
den maßgeblichen Schlüssel für
dieses Thema Wasserstoffdiskussion
ein bisschen bringen.
Okay, also in Bezug auf Speicherfähigkeit
bietet Wasserstoff viel mehr Potenzial
als so die großen Batteriespeicher
die man jetzt hier und da sieht.
Man ist so beeindruckt, wenn man
500.000 Megawatt hört, dann denkt man,
Mann, das ist ein großes Kraftwerk.
Aber ich habe da nur für eine Stunde
1.000 Megawatt gespeichert Das heißt,
wir können damit also über kurz, über
Minuten vielleicht auch eine Stunde Last
ausgleichen was von PV oder von Wind
kommt, aber eben nicht über lange Fristen.
Und das ist der Unterschied.
Und für dieses langfristige Speichern
von Energie fehlt uns momentan
noch die richtige Technologie.
Und das ist eben Wasserstoff, also das
Molekül mit Speichern also mit großen
Kavernenspeichern die wir ja auch haben,
eigentlich das Beste, was wir machen
können, um das Klima neutral zu machen.
Okay, wir wollen mit dir über die
Wärmeversorgung sprechen mit Wasserstoff.
Magst du uns da einmal aufzeigen,
was da möglich ist mit Wasserstoff
und jetzt noch ohne Effizienz und
Kosten jetzt etwas sehr, sehr Schönes
gesagt, die Frage der Möglichkeit.
Ich bin ja auch Ingenieur.
Wir haben uns lange
mit Netzen beschäftigt.
Und was ich merke, was als Ingenieur
vielfach in meinem Vordergrund
ist, ist es ist technisch machbar.
Und aus so einer technischen
Lösbarkeit generieren wir
ja das ist ja noch sinnvoll.
Also wir haben ja heute unsere Erdgasnetze
und die sind also wirklich nutzbar für
Wasserstoff, wäre ja gar kein Problem.
Und denkt man sich super,
lass uns das machen.
Der Fehler, den wir dabei immer machen,
ist einfach nur von der Machbarkeit
zu denken, ist der falsche Weg.
Denn die Frage ist ja, was ist
eigentlich wirtschaftlich attraktiv?
Also was ist wirklich kostengünstig
Und ich finde, ihr merkt es ja auch
in der Diskussion von Energiewende
hatten wir viele Jahre immer,
wie schaffen wir das schnell?
Wie schaffen wir es
schnell grün zu machen?
Wie schaffen wir es 100
Prozent zu erreichen?
Die Diskussion hat sich
ein bisschen gewandert.
Wie bleibt das bezahlbar?
Und das hat auch uns verändert in den
Bildern, dass wir eigentlich, auch
wenn wir solche Konzepte machen, eher
darüber nachdenken, wann und wie und
in welchem Zeitraum können wir im
Prinzip Energie auch bezahlbar lassen?
Und wie können wir Bezahlbarkeit
mit Energiewende verbinden?
Und jede Technologie, die wir für morgen
planen Und auch denken oder sagen, das
könnte ein Konstrukt sein, was für den
Kunden Attraktivität hat, muss nicht über
die technische Machbarkeit geführt werden,
sondern die wirtschaftliche Attraktivität.
Das heißt, maßgeblich für die
Entscheidung, ob Wasserstoff oder
irgendwas anderes für den Kunden gut ist,
es geht einfach um die Bezahlbarkeit.
Und das ist eigentlich der Schlüssel,
über den wir dann auch die Frage
antworten, kann Wasserstoff in
einem Wärmemarkt eine Rolle spielen?
Ja, nein.
Es geht über Bezahlbarkeit und
Verfügbarkeit Wenn wir das aber
Bezahlbarkeit und Effizienz nochmal
rausnehmen, welche Möglichkeiten
gibt es da für Wasserstoff,
für die Wärmeversorgung?
Wasserstoff hatte ich ja vorhin gesagt,
es gibt also eine reine von der reinen
chemischen Grundeigenschaften es ist
ein Gas, wir können es durch Pipelines
transportieren, wir haben ein Gasnetz
das auch für Wasserstoff geeignet wäre,
also grundsätzlich können wir Wasserstoff
an jedem Punkt in unser Netz bringen.
Und am Ende haben wir heute Technologien
in den Gebäuden Hauptsache es
sind Brennwertthermen, also deren
Funktionsprinzip ja darauf basiert, dass
ein Gas verbrannt wird, daraus wird Wärme
generiert und am Ende stehen Abgase.
Das ist mit einem
Wasserstoff auch möglich.
Heute gibt es am Markt Produkte,
eine Wasserstofftherme, die verbrennt
genauso Wasserstoff wie Erdgas und
oben kommt eben nur Wasserdampf raus.
Geht kein Problem.
Das ist technologisch möglich Ich
würde sagen, es ist ausgereift.
Es gibt Märkte in Europa, die
diese Produkte auch schon anbieten.
Ich glaube, auch in Deutschland
gibt es schon einige.
Die Frage ist eben nur, wo ist
der Weg und ist es das, worauf wir
unsere Kunden letzten Endes bringen?
Wir wollen auf jeden Fall gleich noch
über die Sinnhaftigkeit sprechen,
also genau das, was du auch schon
erwähnt hast Anfangen wolltest.
Aber nachdem wir jetzt wissen, was
Wasserstoff ist und warum er für die
Energiewende relevant ist, wollen
wir doch nochmal kurz ein kleines
Spiel spielen, unser Shift-Quiz.
Und zwar wollen wir
Fakt oder Fake spielen.
Das heißt, ich lese dir Aussagen vor
und du sagst mir, ist es Fakt, ist es
richtig oder ist es Fake, ist es falsch.
Und alle, die uns zuhören können ja auch
gerne ein bisschen miträtseln Da können
wir bestimmt noch ein bisschen was lernen.
Und beim Spielen kann man
immer gut Kuchen essen.
Beim Spielen kann man gut
Kuchen essen, das auch.
Also die erste Aussage, grüner Wasserstoff
kann nur in Südeuropa produziert
werden, nicht in Schleswig-Holstein.
Das ist fake.
Sehr gut.
Also warum?
Es gibt ja viele Projekte die jetzt
auch gerade Wasserstoff irgendwie
im, muss gar nicht Südeuropa sein,
wir sprechen ja auch über Afrika.
Woher kommen die Ideen das
dort herstellen zu wollen?
Im Grunde die Voraussetzung für die
Produktion von kostengünstigem Wasserstoff
ist natürlich Verfügbarkeit von
erneuerbaren Energien, von erneuerbaren
Energien auf welche Quelle auch immer.
Und sie müssen günstig verfügbar sein.
Und sie dürfen nicht in Konkurrenz
stehen zum normalen Strommarkt Das
heißt, wenn man vorstellt wir haben
irgendwo Strom, den kann ich auch
vermarkten im Stromnetz Dann würde das
ja letztendlich nicht passend zu den
Mengen die ich an Wasserstoff produzieren
würde, dazu führen, dass eigentlich
alles immer teurer werden würde.
Das heißt, wir brauchen Überschussmengen
an Elektroenergie, die sinnvoll
in Wasserstoffelektrolyse zu
Wasserstoff generiert werden.
Und das ist eigentlich
mal eine Voraussetzung.
Und die ist nicht nur auf Südeuropa
gegeben, sondern gerade bei uns im Norden.
Wir haben Windstrom im Überfluss
Also wir haben ja mehr, wir
produzieren ja weitaus mehr Windstrom
hier, als wir überhaupt brauchen.
Und wir können ihn nicht
wegtransportieren, weil unsere Netze
ja auch ein Teil ausgelastet sind.
Ich meine jetzt Netze nicht
auf Gas bezogen sondern auf
die Höchstspannungsebene.
Wir kriegen das ja gar nicht weg.
Also sinnvollerweise könnten wir den
noch direkt in Wasserstoff umwandeln.
Da haben wir nämlich die Grundparameter
erfüllt, dass wir Überfluss haben.
Und damit auch die Garant für günstige
Preise von Strom, um in Elektrolyse
umzuwandeln, Wasserstoff umzuwandeln.
Okay, super, das haben
wir auf Fall verstanden.
Die nächste Aussage ist, die
Umstellung von Gasleitungen auf
Wasserstoff ist technisch unmöglich.
Also ich habe es schon gesagt, ich würde
mal sagen, 95 Prozent unseres Netzes
ist wasserstoffready und die fehlenden 5
Prozent könnten wir immer auch umstellen
wenn man auch in den Vorlauf denkt.
Wenn jetzt einer sagt, wir wollen
Wasserstoff machen, haben wir immer fünf
Jahre Zeit, um es sofort zu bereiten.
Insofern ist das kein Argument.
Dann haben wir noch die Aussage
Wasserstoff ist gefährlicher als
Erdgas, weil es sofort explodiert.
Ähm, Es ist nicht so ganz so einfach.
Also die reinen chemischen
Eigenschaften sind ähnlich.
Aber wenn ich jetzt wissenschaftlich
werden würde, ich sagen, wir haben eine
größere Range von Explosionsfähigkeit.
Aber das Wichtigste ist, es gibt
eine untere Explosionsgrenze.
Ab wann Wasserstoff in einem Raum, einem
Raumvolumen ein explosives Gemisch bildet.
Und das ist sehr ähnlich zu Erdgas.
Also für uns, mit der wir umgehen, die
wesentlichere Grenze Also in der Beziehung
soll ich sagen, ist es händelbarer.
Aber bei Erdgas ist es so, dass es
im Raum eine Sättigung einstellt.
Irgendwann hast du so viel Erdgas in
einem Raum, dass du kannst ein Streichholz
reinmachen, würde nicht mehr entzünden.
Da ist es bei Wasserstoff wesentlich
anders, weil Wasserstoff sehr
lange sehr intensiv zündet.
Also der Umgang mit Wasserstoff
ist schon anspruchsvoller Ich halte
den aber grundsätzlich nicht für
gefährlich weil wir unsere Netze
ja darauf auslegen, dicht zu sein.
Insofern denke ich nicht, dass der
Umgang mit Wasserstoff gefährlicher ist
in unseren Netzen als normales Erdgas.
Okay.
Und die letzte Aussage, Wasserstoff
kann in normalen Erdgasheizungen
mit Umbau genutzt werden.
Das kann man nicht mit
Ja und Nein beantworten.
Ich sage mal 90 Prozent der Alternen
die wir heute haben, können das nicht
beantworten Ich habe jetzt durch Zufall
mir mir für zu Hause vor zwei, drei
Jahren eine Therme der Firma XY gekauft.
Namen sage ich Ihnen nicht.
Und durch Zufall habe ich ein
halbes Jahr später festgestellt,
hey die ist umrüstbar.
Die könnte ich auf Wasserstoff umrüsten.
Da muss ich dann Brenner tauschen und so
ein bisschen was machen, aber es ging.
Aber 90 Prozent der Heizgeräte,
die wir heute, ich würde sagen
95 Prozent der Heizgeräte, die
heute haben sind nicht umrüstbar.
Okay, okay, ja, das ist deutlich.
Wasserstoff verbrennt farblos Das
ist eine wesentliche Eigenschaft
und im Prinzip haben wir in diesen
Thermen so Zündsicherungen, all
solche geheimnisvollen Sachen, die auf
Visualität aus sind, das heißt, die darauf
angewiesen sind, dass eine Flamme in
der Farbe verbrennt wie Erdgas es tut.
Und diese Technologie funktioniert
mit Wasserstoffen nicht und deswegen
sind Thermen nicht umrußbar.
Super interessant, das
habe ich noch nie gehört.
Wasserstoff verbrennt völlig farblos Man
sieht nur, also über so einen Brenner
wenn man den hat, sieht man nur ein
Flimmern aber nicht irgendwie so bei
Erdgas, aber so ein Orange oder ein
Bläulich oder irgendwas gibt es nicht.
Es ist farblos.
Man sieht nur ein Flimmern.
Deswegen auch sehr
gefährlich, wenn es brennt.
Und mir geht die Hand darüber, man
sieht es nicht, aber man merkt es.
Also es ist beeindruckend wenn man das mal
gesehen hat und man merkt oh, ist anders.
Alles klar.
Gut, das war das Spiel von Sandra.
Jetzt wollen wir mit dir über
die Anwendungsmöglichkeiten
von Wasserstoff sprechen.
Mit Bezug auf Wirtschaftlichkeit,
mit Bezug auf Effizienz was du
ja auch schon angedeutet hast.
Jetzt haben wir gelernt, dass das
Gasnetz als auch modernere Gasheizungen
für Wasserstoff umrüstbar sind.
Demnach könnte man ja eigentlich
meinen, dass es aus technischer
Sicht keinen Grund gibt, dass wir
zukünftig nicht mit Wasserstoff heizen.
Wird das so sein, dass wir
viel mit Wasserstoff heizen
werden in unseren Häusern?
Ich hatte ja vorhin mal
versucht, die Brücke zu bauen.
Was technisch möglich ist, ist ja nicht
per se auch wirtschaftlich sinnvoll.
Und aus diesen Gründen der
Wirtschaftlichkeit und vor allen
Dingen auch aus Gründen der noch
nicht definierten Verfügbarkeit glaube
ich nicht, dass Wasserstoff in dem
Heizungsmarkt, also in dem Wärmemarkt
bei individuellen Einzelkunden
eine große Rolle spielen wird.
Wir sehen, auch wenn man Preisprognosen
macht, wir rechnen einfach mal hoch,
wie wird Wasserstoff an einem Markt sich
entwickeln, was werden wir dafür bezahlen.
Wir haben es gerade prognostiziert für das
Jahr 2040, dass Wasserstoff ungefähr ein
Drittel teurer sein wird in der Endnutzung
als eine vergleichbare Luftwärmepumpe.
Da frage ich mich doch, welcher
Kunde entscheidet sich dann
proaktiv für diese Lösung?
Ich glaube eher wenige Das ist
einer der Gründe, warum wir
eigentlich nicht daran glauben.
Und es gibt noch einen zweiten Grund, den
man nicht auf den ersten Blick so denkt.
Man muss sich mal so vorstellen, wir haben
heute so Erdgasnetze in so einem Ort.
Gehen wir davon aus, dass 60 bis
70 Prozent aller Gebäude in diesem
Ort wirklich auch Erdgas nutzen.
Das macht den Netzbetrieb effizient.
Wir haben also geringe Netzentgelte
weil auch viel Menge dadurch fließt.
Jetzt frage ich mich, wie will ich
diese hohe Anschlussdichte in einen
Morgen transformieren Das heißt also,
wenn ich mir in einem Wasserstoffnetz
morgen wünschen würde, dann würde ich
sagen, die 60 pro 70 Prozent der Kunden
sollten bleiben, weil nur dann sind die
Netzentgelte effizient weil viel Menge
durchfließt Dann frage ich mich aber,
wie will ich das eigentlich machen?
Wie will ich eigentlich den Kunden
überzeugen in diesem Produkt zu
bleiben, wenn es so teuer ist?
Was lohnt es mich, wenn am Ende 10% der
Kunden übrig bleiben, die das immer noch
bezahlen wollen, weil sie es toll finden,
aber ich könnte niemals wirtschaftlich
da irgendwie ein günstiges Netz erneuern.
Das ist auch aus diesem Grund der
fehlenden Wirtschaftlichkeit und
vor allem der geringen Kundenanzahl,
die am Ende haben wollen, sehe ich
auch keine Chance, wie wir in diese
Transformation kommen sollten.
Weil es muss ja zu einem logischen
Zeitpunkt X dann einen Tag geben.
So Kunden, jetzt stellen wir von heute
auf morgen von Erdgas auf Wasserstoff um.
Das haben wir jetzt zwei Jahre vorher
kundgetan und die Kunden haben dann
zwei Jahre Zeit, sich umzustellen.
Wir sind ja in einem freien Land.
Niemand würde gezwungen sein.
Wenn wir diese Frage stellen,
würden sich die meisten Kunden doch
entscheiden, ich nehme die günstigste
Lösung, brauche einen Wärmepump rein.
Die anderen sagen, nee, bei mir
passt das nicht, ich habe ein altes
Haus, ich bleibe bei Wasserstoff.
Dann habe ich die 10% der Kunden
noch übrig, werden die noch mehr Geld
abverlangen müssen dafür, dass wir
ein ineffizientes Netz betreiben,
dann frage ich mich doch, wofür?
Für wen?
Und deswegen sehen wir im
Prinzip auch ganz, ganz wenig
Chance für dieses Konzept.
Und ich sage ganz, ganz wenig Chance.
Warum?
Bleibt ein bisschen Chance übrig?
Weil alles, was wir jetzt
gerade besprechen, was ich heute
diskutiere, bezieht sich ja auf
eine Einschätzung von heute.
Und wenn wir irgendetwas gelernt haben,
lernen mussten, ist, dass wir keine
langfristige Proglosauheit mehr haben.
Also die Welt ist so abhängig
von äußeren Rahmenbedingungen und
das, man denkt dann immer an die
kriegerischen Auseinandersetzungen,
die wir in Europa haben, aber auch
andere Lieferkettenveränderungen.
Ein Amerika, was sich anders positioniert,
ein Afrika, was sich verändern wird, ne?
Und ich kann nicht vorhersehen ob es
nicht doch übermorgen irgendjemanden
gibt, der uns einen Überfluss Wasserstoff
zur Verfügung stellt, was zu einem
riesigen Preissturz führen wird, dass es
ganz unplötzlich sehr billig sein wird.
Unwahrscheinlich, aber der
Restoption immer noch möglich.
Deswegen für uns eben total
wichtig, maximale Flexibilität.
Der Fehler, den wir machen, ist
zu glauben, dass wir uns heute
entscheiden und dann bleibt es auch
zehn Jahre sicher die Entscheidung.
Es ist einfach, weiß Gott, nicht mehr da.
Also wir werden viel mehr...
Flexibilität auch in unseren
Meinungsbildern brauche, damit wir das
dann auch ganz bewusst auch eine neue
Chance nicht einfach ausschließen.
Und das ist eigentlich so, das ist ein
bisschen das Learning, was wir hatten
aus einer Zeit mit sehr viel Stabilität
sehr viel scheinbarer Sicherheit in
unserer Entscheidung, das ist alles weg.
Wir brauchen heute einfach Bilder,
die uns grundlegend erstmal in eine
Richtung bringen, das haben wir getan,
indem wir auch sagen, heute sehen
wir in Wasserstoff mit einer hohen
Wahrscheinlichkeit keine Zukunft,
aber zu hundertprozentig zu sagen,
es wird es nie geben, kann ich nicht.
Okay, jetzt hast du schon
gesagt, dass Wasserstoffheizungen
teurer sind als Alternativen.
Wir haben das Gebäudeenergiegesetz,
was ja eine Förderung von
umweltfreundlichen Heizungsarten bietet.
Fallen da Wasserstoffheizungen
auch darunter?
Also kann ich mir das fördern lassen?
Sicher schon.
Wenn es einen Netzbetreiber gibt, der
einer Gemeinde eine Garantie gibt,
sagt, hey, im Jahre 2000, ich sage
irgendeine Zahl, 2035, sagen wir,
Wasserstoff wird in deiner Gemeinde
sein, dann ist das nach dem Gebäude
in den Gesetz und den kommunalen
Wärmeplanungsmodalitäten die laufen,
eine Alternative für eine Gemeinde.
Ich kenne aber keinen
Netzbetreiber, der sich so
hinstellt und sowas bis jetzt sagt.
Weil die Risiken, ich gehe in
Verpflichtung ein, das kann ich gar nicht.
So einen würden wir das
eigentlich nie machen.
Gibt es da jetzt die Möglichkeit...
Wenn ich dich an einem Erdgas-
oder potenziellen Wasserstoffnetz
angeschossen hätte, dass mir trotzdem
eine Wasserstoffheizung installiere,
weil es gibt ja beim Erdgas auch diese
großen Tanks die noch irgendwo im
Garten stehen oder verbuddelt sind.
Hätte man da bei Wasserstoff
auch die Möglichkeit für?
Das Problem bei Wasserstoff ist, das
ist zwar physikalisch ähnlich zu Erdgas,
ich habe aber eine relativ geringe
Energiedichte bezogen auf den Kubikmeter.
Man muss sich vorstellen, in
einem Kubikmeter Erdgas sind 11
Kilowattstunden so wie ein Daumen.
In einem Kubikmeter
Wasserstoff sind nur drei.
Das heißt also, wenn ich eine
vergleichbare Menge an Erdgas
in irgendeinen komprimierten
Raum bringen will, brauche ich
mindestens die dreifache Menge.
Das heißt also, irgendein Tank, wo ich
das Gas förmlich reinpacke, gibt nicht.
Also muss ich es verflüssigen und
verflüssigen tue ich das nur bei minus
200 irgendwas Grad und dann muss ich
den Tank auch so kalt lassen, weil
sonst dehnt sich das irgendwann mal aus.
Insofern, das über einen Tank
in irgendeiner Form langfristig
einzuspeichern ist kaum möglich.
Es gibt, aber auch die Wahrheit zu sagen,
es gibt so Start-ups, Die ermöglichen
dir im Keller so einen Mini-Elektrolyseur
zu bauen, wo du deinen PV-Überschuss
über einen Elektrolyseur in einem
Gastank zwischenspeichern kannst.
Wo du mehr Energie zwischenspeichern
kannst, als du zum Beispiel
eine Batterie speicherst.
Aber das sind auch nur wiederum Tage,
ich sage mal Best Case eine Woche, wo
du diesen Wasserstoff zwischennutzen
kannst, aber nichts langfristig Ob
sich solche Technologien durchsetzen,
sei mal dahingestellt weil das ist
natürlich technologisch auch aufwendig
und verdammt teuer und du brauchst Platz.
Und dann hast du im Keller so
eine großen Stahltanks stehen,
die den Wasser verspeichern.
Ob ich den jetzt in meinem Keller haben
möchte, muss jeder für sich selber klären.
Du hast schon die schwache
Effizienz angesprochen.
Magst du das nochmal zu einer gängigen
Alternative einordnen, wie der Wärmepumpe?
Wie da so die Effizienzen
zueinander liegen?
Also das ist eigentlich
ganz simpel zu erklären.
Bei der Wärmepumpe kriege ich
im Prinzip zwei Drittel der
Energie aus der Natur geschenkt.
Ich habe also aus einer
Kilowattstunde Strom mache ich
drei Kilowattstunden Wärme.
Was soll dagegen anstinken?
Wenn ich jetzt aber aus einer
Kilowattstunde Strom 0,75
Kilowattstunde, also 750 Wasserstoff
mache, die dann wiederum verbrenne,
komme ich niemals mehr auf die eine
Kilowattstunde Eingangsenergie.
Und in der Wärmepumpe kriege ich
aus einer Kilowattstunde drei raus.
Also das ist in der
E-Effizienz wesentlich besser.
Und letzten Endes nichts, was wir
heute an Technologiepaaren haben,
geht in die Effizienz darüber hin.
Und das muss man ganz klar so sagen.
Die entscheidende Frage ist eben
nur, was ist die Eingangsgröße an
Kosten, wenn es um Bezahlbarkeit geht.
Und da geht es einfach
um die Kosten von Strom.
Rechnet man einfach mal so, 30 Cent
bezahle ich heute für eine Kilowattstunde.
Ich sage einfach mal oben
Preis aus der Vergangenheit.
Dann im Prinzip sage ich, drei davon,
ein Drittel Eingangsparameter, zwei
Drittel kriege ich aus der Natur
beschenkt Dann habe ich im Endeffekt
Wärmeenergie in einem Wert von 10 Cent
die Kilowattstunde So dann bin ich
ungefähr so auf dem Niveau von Erdgas.
Bei Wasserstoff bin ich da noch lange.
Wenn man so heute überpeilt dann sind
wir bei 30 Centikilo, was Wasserstoff
nur in der Gestehung kostet.
Da ist noch keine Steuer dabei,
kein Netzeingeld und so weiter.
Und dann sieht man mal,
wie groß die Range ist.
Zwischen dem, was man für
Wasserstoff bezahlt und was
aus der Wärmepumpe rauskommt.
Da gibt es momentan keine Storyline,
die das irgendwie möglich machen könnte.
Und deswegen, was macht diese
Wärmepumpe so unfassbar effizient?
Unser Problem ist nur, dass sie aus
welchen Gründen auch immer so unfassbar
unpopulär ist in der Kommunikation, was
die Menschen einfach im Vorbehalt haben
und sich dem ganzen Thema nicht nähern.
Und natürlich auch Nachteile.
Ich habe das Außengerät das
macht es nicht zu 100 Prozent
leise Ich brauche dafür Platz.
Mein Gebäude muss geeignet sein.
Ich habe ein Temperaturniveau was
vielleicht für mein Gebäude nicht passt.
Alles durchaus auch Dinge, die jeder
für sich individuell klären muss.
Und das wird auch nicht heute nicht
für jeden passen Aber man muss einfach
mal auch technologische Entwicklungen
abwarten, vielleicht mal zehn Jahre
weiterdenken und dann wird es im Glaube
schon für jeden eine Lösung geben.
Bin mir sicher.
Und mein Appell ist, schaut nach
Skandinavien, kocht euch an,
wie die Menschen dort heißen.
Schaut euch die Wärmepumpen an, die
an wirklich uralt Häusern sitzen.
Und ich glaube nicht, dass
die Leute im Winter frieren.
Wo die Winter ja in den meisten
Fällen auch härter sind als bei uns.
Wie geht das?
Ich hatte gerade jetzt gestern war ein
total toller Termin ich war in Schwerin,
da ging es auch um eine Landeswärme, eine
Landeskonferenz auch erneuerbare Energien.
Da war jemand, der hatte ein Haus
in Finnland, irgendwo in Karelien.
Der hat voller Stolz von seinem alten
Haus berichtet mit einer Wärmepumpe.
Ja, da frage ich mich ja wo ist unser
Problem, wenn das da funktioniert?
Ja, du hast schon ziemlich deutlich
gemacht, dass du zumindest aus
heutiger Sicht keine Zukunft zum
Heizen mit Wasserstoff siehst.
Technisch hast du aber auch
gesagt, ist das möglich?
Und da fragen wir ja uns, gibt es denn
heute Pioniere, vielleicht verrückte
Pioniere, die das auch heutzutage schon
verwenden In Schleswig-Holstein oder
in Deutschland wird irgendwo schon mit
Wasserstoff geheizt Es gibt ein sehr
schönes Projekt, ich habe es vergessen, in
Niederlanden gibt es einen Pilotnetzort,
Ortsteil, da hat man sich mal auf den
Weg gemacht und hat alles in Technologie
zusammengepackt eine Wasserstoffversorgung
mit einem Wasserstoffnetz mit einem
wasserstoffbetriebenen Gebäude
und Wasserstoffheizung, das ist
alles technologisch erprobt.
Also wir haben da nicht das Problem,
dass wir sagen könnten, es gibt
diese Wasserstoffthermen nicht und
die Technologie wäre nicht, das ist
nicht der Fall, das ist alles, wenn
wir es wollten, können wir es tun.
Das ist nicht das Problem.
Die Hürde der Technologie gibt es keine.
Die Stadt Kiel plant ja, ihr Kraftwerk,
was derzeit noch ein Gaskraftwerk
ist, mit Wasserstoff zu betreiben.
Das wäre dann ja auch Wärmeversorgung
durch Wasserstoff Bist du da
optimistischer, dass das eine
gute Idee ist, wenn es nicht eine
Einzellösung ist, sondern ein
Fernwärmenetz, was damit betrieben wird?
Also, ja.
Also grundsätzlich zu sagen,
der Wasserstoff wird in diesem
Wärmemarkt nicht vorkommen, bezieht
sich in Hauptsache auf das Thema
Einzelgebäude, Einfamilienhäuser.
Wasserstoff als Energieträger, der
vor allem jederzeit verfügbar ist über
Speicher, den wir auch brauchen, um
Spitzenlast, Strom und Spitzenlastwärme
zu kompensieren ist total wichtig.
Deswegen, also gerade in... In
Ballungsräumen in Hamburg, in unserer
Region oder Kiel oder vielleicht
auch Rostock oder Schwerin sind
Wasserstofflösungen durchaus denkbar, weil
sie uns die letzten 10 oder 20 Prozent
an Energie bringen, die wir brauchen, um
ein 100 Prozent Portfolio zu generieren.
Wir haben einen Grundstock, das kann
nachwachsende Energien sein, das kann
Geothermie sein, das kann irgendeine
andere Energiequelle sein, die uns
einfach so ein 80 Prozent Level liefert.
Aber letzten 20 Prozent, wenn es wirklich
kalt wird, wenn wir Schwitzenlast
brauchen, dafür ist Wasserstoff am
Ende perfekt, weil wir es am Ende über
nur wenige Stunden im Jahr brauchen.
Und damit spielt dieser Mehrkosteneffekt,
den der Wasserstoff ja mitbringt,
weil er einfach teurer ist, einfach
gar nicht mehr so die Rolle, wenn
wir über 8000 Stunden im Jahr reden.
Dann haben wir vielleicht nur 500
Stunden, wo wir den Wasserstoff brauchen.
Das führt in der Gesamtkalkulation
nachher zu einem großen Effekt mehr.
Aber wir haben eine hundertprozentige
Verfügbarkeit hergestellt.
Und dafür ist Wasserstoff genau das
richtige Produkt, weil es speicherbar
ist Und über unsere Netze die geeignet
sind, letzten Endes fast an jeden Ort
transportierbar, wenn wir im Prinzip an so
einen Wasserstoff in Übermachung denken.
Das sehe ich also als wirklich
ausgegeben auch als sinnvoll an.
Also Wasserstoff ist so ein bisschen
der Joker für die letzten Prozent.
Finde ich spannend zu hören.
Jetzt plant Deutschland ja auch
ein Wasserstoffkernnetz Wie wichtig
ist das, um zum Beispiel dann jetzt
so ein Kraftwerk wie in Kiel oder
vielleicht auch noch zukünftig in
anderen Städten dann auch entsprechend
mit Wasserstoff zu versorgen?
Also erstmal... Kurze Geschichte.
Ich war im August bei einer Konferenz,
die hatte German Trade & Invest,
also ein großer Wirtschaftsführer
für Deutschland eingeladen.
Und da waren sehr viele
Leute aus dem Ausland.
Also da waren welche aus Korea,
aus Japan, aus Saudi-Arabien Also
wirklich Investoren, die gucken
wollen, gibt es in Deutschland
irgendetwas, wo man investieren kann.
Und was unisono war, ein unglaublicher
Respekt dafür, dass wir mutig
sind, so ein Kernnetz zu denken.
Also ehrlich, man sieht das ja auch immer.
Uns geht das immer alles nicht schnell
genug und das ist nicht fertig und so.
Also erstmal grundsätzlich, die
Entscheidung, das zu tun, ist wirklich
auch im europäischen Weltmaßstab
wirklich beachtenswert Und damit
verbunden auch meine Wertung.
Ich glaube, dass das einer der
großen Schlüssel ist, um im Prinzip
Erzeugungsregionen, wie wir im Norden
sind, mit den eigentlichen Ballungsräumen
wirklich miteinander zu verbinden.
Und vor allem auch zu sagen, das brauchen
wir parallel neben dem fossilen Netz.
Also wir werden ja nicht nur im
Kernnetz Wasserstoff haben, sondern
wir werden unsere Erdgasstrukturen
weiter behalten, weil wir über
längere Zeit beides parallel brauchen.
Deswegen glaube ich, es ist eine der
Schlüssel, dass wir in Deutschland uns
in dieses Kernnetz hineinbegegen haben,
dass wir das gedacht haben, dass wir
jetzt mutig sind, das auch anzugehen
und dass wir auch Akteure haben wie die
großen Fernnetzbetreiber, die das wirklich
massiv treiben Und so, das ist jetzt
nicht irgendwie, dass wir da schon wieder
irgendwie schwächeln oder langsam sind.
Nein wir sind da wirklich maximal
auf dem Gas, das voranzubringen Und
für mich ist es, wie schon gesagt,
wesentlicher Punkt, im Prinzip diese
Standortvorteile wirklich zu verbinden.
Wir im Norden, die die Potenziale
haben, diesen Wasserstoff vor erzeugen
und dann im Prinzip die Ballungsräume
hier, das Ruhrgebiet Oder der Chemiepark
Halle-Leipzig oder eine Raffinerie in
Schwedt oder ein Stahlwerk in Salzgitter,
die als Endkunden übermorgen diesen
Wasserstoff brauchen, das miteinander
über das Kernnetz verbinden, halte ich
für eine der wichtigsten Entscheidungen
langfristig für Deutschland.
Weil nur so können wir im Großindustrie
dekarbonisieren und nur so können wir hier
im Norden diese Überpotenziale von Strom
auch sinnvoll nutzen für die Zukunft.
Deswegen finde ich das
Thema... Super super spannend.
Ich halte es für Deutschland auch super
mutig dass wir dahin gegangen sind.
Ich hoffe, dass wir das auch in der
Konsequenz auch zu Ende bringen und
weiter auf dem Gas bleiben, im wahrsten
Sinne des Wortes um das Ganze dann
auch am Ende zum Erfolg zu bringen.
Das ist für mich einer
der wesentlichen Schlüsse.
Das ist auf jeden Fall super interessant
zu hören von dir als Gasexperte mal
zu hören wie du dieses... Gigantische
Infrastrukturprojekt, was es ja nun
mal ist, einordnest, weil ich meine,
ich glaube, da hat sich jeder schon mal
Gedanken drüber gemacht, ist das jetzt
sinnvoll dass wir das tun, weil es ja
einfach, es ist eine Riesenaufgabe es
wird auch viel kosten, aber es war schön,
das von dir mal so eingeordnet zu haben.
Du hast aber etwas
Wichtiges gesagt, sinnvoll.
Ich glaube, eine der wichtigsten
Diskussionen, die wir eigentlich
immer führen, vor welchem Hintergrund
sehen wir Dinge als sinnvoll?
Acht.
Was ist eigentlich für
dich und für mich sinnvoll?
Wenn für mich sinnvoll ist, dass
wir erst etwas tun müssen im Sinne
von Klimaschutz Klimawandel, dem
entgegenwirken und dekarbonisieren.
Andere sehen sinnvoll anders an,
weil sie einfach ein riesiges Geld
sehen, was da investiert wird, was
wir auch woanders nutzen könnten.
Die gemeinsame Sicht, was ist sinnvoll.
Ich glaube, daran müssen wir alle
nochmal arbeiten, damit wir wirklich
einen Zivilfokus behalten und auch
abschichten, was ist genau das,
was wir jetzt gerade machen müssen.
Und deswegen glaube ich
gibt es viele sinnvoll.
Und damit letztendlich auch sehr
verschiedene Meinungsbilder was man
gerade machen sollte und was nicht.
Weil Geld braucht man ja jeder.
Insofern finde ich es aber interessant
und glaube, das sollte man über dem Auge
behalten, wofür machen wir das eigentlich?
Und was ist eigentlich unser Fokus?
Das war auf jeden Fall ein sehr
spannender Ritt durch die Welt des
grünen Wasserstoffs für den Wärmebereich.
Ich glaube, wir können festhalten, dass
wir in den Heizungskellern weniger oder
eher gar keine Wasserstoffheizungen sehen
werden für die großen Ballungsräume über
das vorhandene Gasnetz vielleicht schon.
Ist das richtig so zusammengefasst?
Ja also ich würde mich niemals erdreisten.
Ich würde mich nicht als kompetent
bezeichnen Empfinden, ist aber für
Ballungsräume so zu entscheiden.
Und ich glaube, das ist auch eine der
Wahrheiten, die es jetzt neu gibt.
Früher hatten wir so ein
System für Deutschland.
Da wussten wir ganz genau, es gibt ein
Gasnetz es gibt ein Stromnetz und für jede
Region war irgendwie die Anwendung klar.
Es gab in Berlin Leute, die
mit Gerdgas heizen auf dem
Dorf Das verändert sich jetzt.
Ich glaube, jede Region wird
das eigene Portfolio haben.
Also eine Stadt Berlin oder eine
Stadt Hamburg oder eine Stadt Kiel
wird eine andere Zusammensetzung
haben, wo vielleicht auch Gas eine
andere Rolle spielt als wir als
Schleswig-Holstein-Netzwerke oder
Hansegas, die wir hauptsächlich
im ländlichen Raum versorgen.
Und sofern glaube ich, muss jeder
so seine Mischung finden und
immer vor dem Hintergrund von
Bezahlbarkeit auch seine Lösung finden.
Und ich glaube, dass Ballungsräume
es viel, viel schwerer haben werden,
auf den letzten Meter diese 100% zu
erreichen und dabei bezahlbar zu bleiben.
Weil ich glaube, Ballungsräume
werden dann wahrscheinlich eher
die teurere Region sein, was
Wärmeversorgung und Heizung angeht.
Diese heute noch ungeliebte Wärmepumpe
wird vielleicht für die Leute kostenlos
Auf dem Land die attraktivste Lösung
sein, weil sie haben Platz, sie haben
die günstige Energie, sie haben den
Überschuss, sie haben den Zugang.
Sie werden es einfacher haben als
jemand, der im Wohnblock in Hamburg
wohnt und das nehmen muss, was er
kriegen kann, weil vielleicht in seiner
Straße gar nicht das Strom ist geeignet
für eine elektrische Wärmelösung.
Sie werden das Gas weiter nehmen
müssen, weil nichts anderes da ist.
Insofern wird jede Region seine eigene
Lösung finden müssen, die für die Stadt
die beste Perspektive ist oder fürs Land.
Super, dann beenden wir unsere Folge
mit Volker, dem Gasprofi, damit, dass
er nochmal die Wärmepumpe anpreist.
Finde ich super.
Es ist irgendwie strange.
Ich mache 33 Jahre Gas und ich mache
hier Werbung für eine Wärmepumpe.
Hätte ich mir vor zehn Jahren ehrlich
gesagt nicht vorstellen können.
Heute muss ich ehrlich sagen, mein Gott,
man muss auch mal die Dinge anders sehen.
Ja, aber auf jeden Fall vielen, vielen
Dank, dass du hier heute mit uns gesessen
hast und uns all das erzählt hast.
Ich glaube, ich gehe mir
jetzt eine Wärmepumpe kaufen.
Vielen, vielen Dank an alle, dass ihr
dabei wart, dass ihr zugehört habt.
Vielen, vielen Dank Volker und wir
sagen Tschüss Tschüss Bis bald.
Ciao.
Das war Shift.
Der Norden macht Zukunft.
Der Energiewende-Podcast der EKSH.