SHift - der Norden macht Zukunft

EKSH - Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH

Urlaub im Norden: Wie nachhaltig sind Reisen in Schleswig-Holstein wirklich?

SHift - der Norden macht Zukunft

06.07.2026 35 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wie nachhaltig sind Reisen nach Schleswig-Holstein wirklich? Wer besucht unseren echten Norden? Wie reisen die Gäste an und welche Auswirkungen hat ihre Mobilität auf Klima und Umwelt in unserer Region? In dieser Folge sprechen Sandra und Niklas noch einmal mit der Mobilitäts- und Tourismusforscherin Bente Grimm über unser Reiseverhalten und die Zukunft des Tourismus in Schleswig-Holstein.

Du erfährst in dieser Episode u.a.:
  • Wer statistisch am ehesten zu uns nach Schleswig-Holstein kommt um sich zu erholen
  • Was Schleswig-Holstein fehlt um ein internationales Reiseziel zu sein
  • Wie gut die Schleswig-Holsteiner den stark frequentierten Tourismus vor der Haustür finden
  • Auf welchem Wege die Gäste zu uns in den echten Norden kommen
  • Wie wir unsere Reisen nachhaltig gestalten können
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!

----------------------------------------------

Über unseren Gast:
Bente Grimm ist Mobilitäts- und Tourismusforscherin. Seit 2018 leitet sie die Touristische Mobilitätsforschung im Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) mit Sitz in Kiel. Außerdem ist sie Lehrbeauftragte für touristische Marktforschung am geografischen Institut an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

👉 Auf der Website des NIT findest du noch mehr Infos über Bente
👉 Hier findest du Bente bei LinkedIn

So unterstützt ihr SHIFT: Folge hören, kommentieren und weiterempfehlen
👉 bei Spotify
👉 bei YouTube
👉 bei Apple Podcast

Noch mehr Infos über die EKSH
👉 auf unserer Homepage
👉 bei Instagram
👉 bei YouTube
👉 bei LinkedIn

Hier geht´s zum
👉 Impressum
👉 Datenschutz 

Transkript

Knapp sechzig Prozent derjenigen, die hier in Schleswig-Holstein Urlaub machen, sagen: "Ja, es ist mir wichtig. Mein Urlaub soll möglichst ökologisch verträglich, ressourcenschonend und umweltverträglich sein." Knapp sechzig Prozent. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie das auch alle so umsetzen. Und nicht nur, weil sie nicht wollen, teilweise können sie einfach nicht, äh, weil das Angebot nicht da ist. Man muss ihnen dann zum einen kommunikativ auf die Sprünge helfen und zum anderen aber auch ein Angebot schaffen, damit sie ihre Wünsche auch umsetzen können. Klönschnack mit Tiefgang. Das ist Shift – Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende-Podcast der EKSH. So, jetzt wird's spannend. Ich hab nämlich diesmal 'ne Frage nicht nur an unsere Gästin, sondern Niklas, du musst auch mitraten. Du hast mich schon mal 'ne Folge gefragt, da hab ich mich ganz schön blamiert. Ja, diesmal schaffst du's besser. Ich will nämlich wissen und ich finde, Niklas a, antwortet zuerst, ähm, weil Bente weiß das bestimmt. Ich möchte gerne wissen, welches Bundesland bleibt auch 2025 das beliebteste Inlandsreiseziel in Deutschland? Wo reisen die Deutschen am liebsten hin, wenn sie innerhalb Deutschlands reisen müssen? Ich würd's ja uns Schleswig-Holstein dann wünschen, aber ich hab eher die Tendenz Richtung Bayern oder Meck-Pomm. Entscheide dich. Ich sag mal Bayern. Okay. Bei den längeren Urlaubsreisen Schleswig-Holstein und bei den Kurzurlaubsreisen Bayern. Und uns interessieren die längeren, weil wir wollen nämlich siegen. Genau, also tatsächlich seit das zweite Mal in Folge, ähm, wenn ich richtig informiert bin, liegt Schleswig-Holstein knapp vor Bayern, was lange geführt hat, oder? Bente, kannst du das bestätigen? Ähm, ja, Bayern ist eigentlich traditionell schon lange schon an der Spitze der Urlaubsreiseziele. Mecklenburg-Vorpommern ist tatsächlich aber auch ab und zu schon mal die Nummer eins gewesen. Na, okay. Also geht immer so Küste oder Berge. Ja. Ja, wir haben zweimal Küste, also dürfen wir auch gewinnen. Jetzt lass ich, äh, Niklas mal raus, äh, und frag hier weiter meine Expertin. Ich hab nämlich noch 'ne Folgefrage: Äh, welche Faktoren, ähm, sind dann für die Wahl Schleswig-Holsteins als Reiseziel besonders wichtig? Hm, ähm, bei der Entscheidung für das Urlaubsreiseziel Schleswig-Holstein, äh, spielt vor allen Dingen eine Rolle, ähm, die Natur hier, also die natürlichen Gegebenheiten, aber auch die Tatsache, dass man hier sehr gut entspannen kann und dieses Maritime, das ist hochattraktiv für Gäste, insbesondere aus Bundesländern, in denen es das nicht so gibt. Und viele Urlauber kommen ja aus Nordrhein-Westfalen und die freuen sich einfach, wenn sie hier an der Küste sein können. Das heißt, wir haben hier auf jeden Fall die richtige Person sitzen, oder Niklas? Ja, ich freu mich auf die nächste Folge, Bente. Du warst schon mal bei uns. Die Folge verlinken wir natürlich auch, damit ihr da unbedingt noch mal reinhört. Schön auf jeden Fall, dass du noch mal bei uns da bist. Ähm, herzlich willkommen natürlich auch an alle da draußen. Sandra, auch wieder schön, dass du mit hier am Tisch sitzt und dir den Kuchen zu Gemüte führst. Bente, ich möchte dich noch mal vorstellen. Allerdings nur kurz. Wer da mehr wissen möchte, sollte unbedingt in die Folge zuvor reinhören, die wir mit dir schon mal veröffentlicht haben. Bente Grimm, du arbeitest fürs Institut für Tourismus und Bäderforschung in Nordeuropa, kurz NIT. Das schon seit 2003 und seit 2018 bist du dort Leiterin für touristische Mobilitätsforschung. Du bist auch gleichzeitig Projektleiterin beim Verein Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, F-O-R oder FUR, weiß nicht, wie kürzt man das ab? Wir sagen F-O-R. Okay. Und mit dir wollen wir heute über folgende Thematik sprechen, Sandra. Ja, wir wollen wissen Wie kommen unsere Touris in den echten Norden? Also wir wollen mit dir darüber sprechen, wer uns besucht, warum die uns besuchen und wie die eigentlich hier zu uns kommen, die ganzen Touris. Ja, gerne. Und wir möchten damit anfangen, mit dir herauszufinden, wie eigentlich der typische Schleswig-Holstein-Touri, wenn es ihn denn gibt, aussieht. Also wer kommt zu uns in den echten Norden, um sich hier zu erholen? Gibt's da so'n typisches Merkmal? Es gibt nicht ein typisches Merkmal, aber mehrere. Und, ähm, wir erheben regelmäßig Daten im Rahmen der Reiseanalyse. Das ist das große Projekt der FUR, also der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, eine Interessensvertretung der, äh, Touristiker hier in Deutschland. Und, äh, wir erheben jährlich bevölkerungsrepräsentative Daten, unter anderem eben zum Reiseverhalten. Und wir können sehen, dass diejenigen, die nach Schleswig-Holstein reisen, das sind im Übrigen, ach, hier hab ich jetzt 'ne Millionenzahl, 2,9 Millionen Urlaubsreisen mit Ziel Schleswig-Holstein im Jahr 2025. Und, ähm, dazu gibt's dann auch noch Kurzurlaubsreisen mit Ziel Schleswig-Holstein, äh, noch 'n bisschen mehr sogar 2,9 Millionen. Und, ähm, die Leute, die hierherkommen, kommen vor allen Dingen aus den bevölkerungsreichen Bundesländern, also aus Nordrhein-Westfalen, ähm, einige aber auch aus Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg. Im Endeffekt, ähm, ist's wirklich so, dass, äh, die allermeisten Urlaubsreisenden hier kommen aus dem Inland, ein paar wenige auch aus den, äh, in den Nachbarländern, aber es sind vor allen Dingen inländische Touristen, die interessieren sich ganz stark dafür, ähm, hier am Wasser zu sein. Äh, die möchten die Natur erleben, die möchten hier in der Ferienwohnung sein, im Ferienhaus sein. Ähm, die sind, äh, ja gerne am Strand, äh, sind gerne mit dem Rad gerne zu Fuß unterwegs und kommen ganz überwiegend im Sommer bei ihren längeren Urlaubsreisen und bei den kürzeren eher so im April, Mai. Das ist da so die Hauptreisezeit. Okay, da hast du uns den SH-Touri beschrieben, mhm. Was fehlt uns, um internationales Reiseziel zu sein? Ist es nur das Wetter? Ähm Oder der Ballermann dafür. Ich weiß gar nicht, ob ich das jetzt als fehlen bezeichnen würde, aber, ähm, die großen Metropolen, also die internationalen Gäste möchten eben lieber nach Berlin, äh, vielleicht noch nach Hamburg, München oder Köln. Ähm, für die, d-d-die kennen die schleswig-holsteinischen Städte gar nicht, so schön sie auch sein mögen. Und, ähm, dann sind wir auch auf der Landkarte 'n bisschen zu weit weg und zu weit am Rand für einige. Ansonsten, ich weiß gar nicht, ob das so erstrebenswert ist, mehr Gäste aus dem Ausland zu haben, grade aus Klimaschutzgründen. Also dann, wenn man anfängt, Marketing in China zu machen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Menschen mit dem Flugzeug hierherkommen. Ist aus Klimasicht ja auch nicht so gut. Von daher bin ich eigentlich dankbar für jeden, der 'ne kurze Anreise hat. Es gibt ja oftmals diesen Slogan „Leben, wo andere Urlaub machen". Äh, das hört und liest man in Schleswig-Holstein, ähm, viel. Mögen wir Einheimischen da eigentlich unsere Touris? Also, weil, weil du auch grad davon sprachst, na ja, muss das überhaupt sein, dass noch, dass so viele internationale Gäste kommen. Hab gedacht, lass uns doch mal darüber reden, ob wir das überhaupt toll finden, dass Gäste hierherkommen. Mhm. Ja, spannendes Thema auf jeden Fall. Wir führen tatsächlich, äh, immer wieder Tourismusakzeptanzuntersuchungen durch und befragen Einheimische und wollen von denen dann wissen, äh, welche positiven, welche negativen Auswirkungen Tourismus in der eigenen Gemeinde ihrer Meinung nach hat. Und, ähm, da kommt dann regelmäßig raus, äh, dass die Menschen insgesamt, ähm- Ja, also dass sie zwar schon merken, okay, äh, der Tourismus, äh, also der beeinflusst definitiv, ähm, mein Leben hier, gerade in den touristisch stark frequentierten, äh, Gebieten an der Nordsee, an der Ostsee, ähm, sagen aber auch, das ist 'n saisonales, äh, Phänomen. Also während der Saison ist einfach deutlich mehr los. Es führt zu mehr Verkehr, äh, führt auch dazu, dass der Wohnraum knapper und vor allen Dingen teurer wird. Mm, man nimmt aber schon auch wahr, dass der Tourismus viele positive Seiten hat, und zwar zum Beispiel, ähm, mehr touristische Angebote, die auch von Einheimischen bei Ausflügen genutzt werden können. Grade so Gastronomie, ähm, ist einfach deutlich ausgeprägter dort, wo mehr Tourismus ist. Wenn man in 'nem kleinen Ort im Binnenland, äh, lebt, äh, wo nicht so viele Touristen sind, dann hat man eben, wenn überhaupt, 'ne Dorfkneipe und selbst die nicht unbedingt. Ähm, man hat Ladenöffnungszeiten am Wochenende durch die Bäderregelung, die andere nicht haben. Auch das hat Vor- und Nachteile natürlich für diejenigen, die dort arbeiten müssen. Aber auch als Einheimischer ist das eher nicht, nicht nur negativ. Man kann dann, hat zusätzliche Möglichkeiten. Und also wir sehen eben schon, dass die, ähm, dass diejenigen, die in diesen Tourismusgebieten leben, ziemlich klar unterscheiden zwischen den Auswirkungen auf sich persönlich und auf, auf den Ort, auf die Gemeinde. Also man sieht dann okay, man selbst ist irgendwie stark betroffen, weil man im Stau steht und keinen Parkplatz findet oder so. Aber dass die Gemeinde davon profitiert durch die Steuereinnahmen, das ist einem dann schon klar und deswegen findet man das im Endeffekt dann eigentlich doch ganz in Ordnung. Schwierig ist, wenn das dann überschwappt und dann zu 'nem negativen Tourismusakzeptanzsaldo wird. Mhm. Dann hab ich noch gelesen, dass wir 'n sehr hohen Anteil an Stammgästen in Schleswig-Holstein haben. Kannst du das bestätigen? Und weißt du den Grund dafür? Na ja, Grund wird mit Sicherheit sein, dass sie besonders zufrieden sind und gerne hierher kommen. 'N sehr hoher Anteil. Auch da würd ich sagen, erst mal verglichen mit wem? Verglichen mit was? Ähm, wir haben 'nen Anteil von 21 %, die zum ersten Mal, äh, da sind bei den längeren Urlaubsreisen und 80 % der Urlaubsreisen sind von Leuten gemacht worden, die sagen: „Ja, ich war früher schon mal hier." Das ist tatsächlich hoch. Ähm, bei allen Urlaubsreisen liegt der Anteil bei 62 %. Also diejenigen, die schon mal da waren. Und, ähm, ist innerhalb Deutschlands, aber durchaus auch in anderen Bundesländern so. Ich, ähm, ja, ich denk einfach, das ist die, die hohe Zufriedenheit. Ähm, wenn man's da gut findet, kommt man wieder. Könnte auch daran liegen, dass einige Urlaubsreisen auch Verwandten- und Bekanntenbesuche sind. Schleswig-Holstein ist ja ein Gebiet, in das, äh, viele Menschen im Rentenalter ziehen, die früher bei ihren Urlauben das Bundesland kennengelernt haben und jetzt, ähm, pensioniert sind, im Ruhestand sind, hierherziehen und dann aber natürlich auch wiederum besucht werden von anderen, von ihren Kindern und Enkelkindern, die dann hierherkommen. Und die kommen dann ja immer wieder, weil eben Oma und Opa da wohnen. Ja praktisch, wenn man ein Ferienhaus in der Familie an der Nordsee oder Ostsee hat. Ja, ich meinte jetzt weniger das Ferienhaus, sondern diejenigen, die wirklich, die hierherziehen und dauerhaft hier wohnen und dann aber besucht werden von anderen. Genau, aber ich als Enkelkind, für mich war das ja quasi wie ein Ferienhaus am Meer. Ja genau. Ja klar. Wie kommen denn die Gäste von außerhalb zu uns? Was ist da das Mittel der Wahl? Ja, die allermeisten kommen, ähm, mit dem PKW. Wir haben einen Anteil von 86 % bei den längeren Urlaubsreisen, die mit dem PKW ankommen. Da sind schon diejenigen mit Wohnmobil, Wohnwagen, Kleinbus schon mit drin. Wenn man die abzieht, sind es immer noch 80 %. Also die, also ganz klar von denjenigen, die hier innerhalb Deutschlands starten. Und, ähm, ja ansonsten die Bahn hat 'nen Marktanteil von knapp, knapp 10 % bei Urlaubsreisen nach Schleswig-Holstein. Das, äh, ist immer noch, immerhin noch deutlich mehr als der Bus. Also mit dem Reisebus kommen 4 % ähm, und Flieger spielt eigentlich keine Rolle. Der ist zu vernachlässigen, aus Klimaschutzsicht natürlich sehr positiv. Und gibt es da Unterschiede zwischen Gästen aus Deutschland oder auch du hast zwar schon gesagt, dass wir nicht so viele internationale Gäste haben, aber sagen wir mal, wir haben vielleicht noch ein paar Gäste aus Skandinavien. Unterscheiden sich da die Anreiseformen zwischen jemand, der aus Nordrhein-Westfalen kommt und jemand, der aus Dänemark herkommt? Die Dänen kommen auch mit dem Auto. Das sieht man ja auch an den Kennzeichen, die hier rumfahren. Ähm, also genau das Gleiche bei denen. Wenn die Dänen ans Mittelmeer fahren, dann nehmen sie den Flieger, so wie die Deutschen auch, aber nach Deutschland kommen sie mit dem Auto. Und ist der typische Urlaubsgast eigentlich schon relativ früh klar, wie er anreist? Also ob er sich, also entscheidet er sich frühzeitig für den, für die Bahn oder für das Auto? Oder ist das schon etwas, was er von Urlaub zu Urlaub auch kurzfristig entscheidet? Also üblicherweise steht das Reiseziel ganz vorne bei der Reiseentscheidung. Also wenn man die verschiedenen Dinge, ähm, über die man überhaupt nachdenken kann, in Betracht zieht, äh, es ist klassischerweise so, dass ich erst mal das Reiseziel festlege und dann nachgelagert verschiedene andere Dinge. Und vom Reiseziel hängt dann beispielsweise auch das Verkehrsmittel ab. In einigen Fällen bleibt da gar nichts anderes mehr übrig. Ähm, aber selbstverständlich spielen dabei die Einstellungen und die Pkw-Verfügbarkeit auch 'ne Rolle. Gleichzeitig aber auch, ob ich beispielsweise, ob ich eine Bahncard hab, ähm, ob ein Bahnhof in der Nähe ist und solche Sachen. Ähm, aber das Reiseziel zuerst fest und dann hängt es auch noch davon ab, wer mitfährt und was für eine Art von Unterkunft ich besuche. Okay. Und gibt's da Unterschiede bei der Art von Urlaub? Also eher Kurzurlaub. Ist es da anders als bei einem Familienurlaub? Oder viele Leute kommen ja auch nach Schleswig-Holstein zu einem Kururlaub. Ja, auf jeden Fall gibt's Unterschiede. Ähm, Familien, äh, fahren tendenziell noch eher mit der Bahn, mit mehreren Personen, mehr Gepäck, äh, Kinderspielzeug und all so was mit dabei. Alleinreisende, hab ich gerade gesagt, also Familien eher mit dem Pkw. Entschuldigung. Genau. Alleinreisende, ähm, eher mit der Bahn. Ähm, ältere Menschen sind eher mit Bus und Bahn unterwegs, ähm, oder ganz junge. So die mittleren Altersklassen sind die, die mit dem Auto unterwegs sind. Busreisen werden eigentlich nur von Älteren gebucht, mal mit Ausnahme von Klassenfahrten, ähm, oder jüngeren Menschen, die mit dem, mit dem Fernbus, mit dem Flixbus oder so unterwegs sind. Aber ansonsten sind Busreisen ganz klar das ältere Klientel. Äh, gibt Unterschiede zwischen kürzeren und längeren Urlaubsreisen. Das ist das, was du jetzt gerade gesagt hast. Bei kürzeren, äh, kommt man auch nach Schleswig-Holstein eher mal mit der Bahn. Ähm, vielleicht auch deshalb, weil man nach Lübeck oder nach Kiel möchte. Beide sind gut mit der Bahn erreichbar. Zumindest Lübeck. Bei Kiel so mittelgut, weil ja die Verbindung von Hamburg hierher nicht immer so gut klappt. Ähm, aber da ist der Anteil der Bahnreisen dann einfach schon noch, äh, ungefähr doppelt so hoch bei den Kurzurlaubsreisen. Und wirkt sich das eigentlich auf unsere oder auf die touristischen Loktäte aus, dadurch, dass wir zwischen zwei Meeren liegen und ja auch viele Urlaubs, äh, viele Urlaubsinseln haben, die sehr beliebt sind? Ähm, stimmt. Ein Verkehrsmittel, über das wir noch gar nicht gesprochen haben, sind, ist die Fähre, das Schiff. Ähm, also zum einen, äh, die Skandinavier, die eben auch zum Teil mit dem Schiff kommen, also grade über Puttgarden Rödby beziehungsweise von Rödby nach Puttgarden oder auch, äh, von Göteborg mit der Fähre nach Kiel, von Oslo mit der Fähre nach Kiel. Ähm, die gibt's selbstverständlich auch noch. Oder aber auf die Nordseeinseln. Da spielt logischerweise das Schiff 'ne ganz große Rolle. Ähm, die Bahn, insbesondere aufm Weg nach Sylt, weil man ja gar nicht anders hinkommt, selbst wenn man das Auto dabei hat, ähm, ist der Bahnanreiseanteil an der Nordsee deshalb auch, äh, deutlich höher als an der Ostseeküste bei den Urlaubsreisen und Kurzurlaubsreisen. Einfach interessant, weil die Städte an der Ostseeküste liegen, wo man eigentlich denken würde, die sind ja von der, mit der Bahn recht gut angeschlossen, ne. Ja, ja, das stimmt. Aber wenn ich jetzt, äh, unabhängig von den Städten, also bei den längeren Urlaubsreisen spielen die Städte eine sehr, sehr, sehr geringe Rolle. Ja, bei den Kurzurlaubsreisen und bei den längeren Urlaubsreisen verteilt sich das ja auf Ostseeküste und Nordseeküste und da wird dann eben mit der Bahn häufiger an die Nordsee gereist, was einfach an der Anbindung liegt und insbesondere daran, äh, das ist ganz klar auch der Syltfaktor mit dabei. Mhm. Es gibt ja auch im PKW-Gebrei-bereich Sharing-Angebote. Mhm. Ist das in Schleswig-Holstein etwas, was attraktiv ist zu nutzen für Touristen, die hier ankommen, die sagen: „Ich komm zwar mit der, mit der Bahn, äh, aber so 'n bisschen mehr Flexibilität, äh, grad auch im ländlichen Raum in Schleswig-Holstein, wünsch ich mir dann doch und, äh, schnapp mir da mal Carsharing-Auto." Na ja, so oft gibt's das ja gar nicht. Ähm, im ländlichen Raum, also zu nennen wäre da insbesondere die, die Smile 24 Region, also die Region, äh, Rendsburg, Eckernförde, äh, Schleswig da oben. Da gab's ja das große Modellprojekt mit Smile 24, ähm, bei dem, ähm, wirklich, äh, ein Angebot, ein Mobilitätsangebot geschaffen wurde, bei dem vierundzwanzig sieben, also vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche man von A nach B kommen konnte. Das Projekt richtete sich ganz klar, ähm, nicht nur an Einheimische, sondern auch an Touristen und da gab's dann auch, äh, Sharing, Carsharing, aber auch Bike-Sharing-Angebote. Aber ansonsten ist das ja im ländlichen Raum gar nicht so üblich. Es gibt 'n paar kleinere Initiativen, ähm, bei denen dann Fahrzeuge, die bislang von den, äh, von den Kommunen oder von den Kreisen genutzt werden oder irgendwie von der öffentlichen Hand, äh, dann auch für Einheimische oder auch für Touristen nutzbar sind. In St. Peter-Ording gibt's meines Wissens auch noch 'n Carsharing-Angebot für Touristen, das vom Hotel aus, äh, mit angeboten wird beziehungsweise den Nordseeflitzer, äh, dort. Also das, das gibt es, das ist attraktiv. Über die genauen Nutzerzahlen, ähm, kann ich tatsächlich wenig sagen. Ähm, es Ist aber schon was, wo man zum einen eine gewisse Vorkenntnis haben muss. Ich denk, das ist vor allen Dingen was für Leute, die aus dem urbanen Raum kommen und in der Heimatstadt auch schon Carsharing machen, sich damit auskennen und sich darauf einlassen, dann eben ohne Auto anzureisen und dann vor Ort, dort wo sie nicht mit Bus, Bahn, Fahrrad vorwärtskommen, dann so 'n Auto nutzen zu können. Für die ist es super, aber es ist im Endeffekt, glaub ich, echt 'n ganz klein, noch ein sehr, sehr kleines Segment. Also grade was, was Bikesharing angeht, würd ich mir wünschen, dass das noch in deutlich mehr Urlaubsregionen verfügbar wäre und nicht nur in den Städten. Ja, lass uns gerne kurz über das Fahrrad sprechen. Ähm, ich glaub, das ist einer der wenigen Verkehrsmittel, über die man, ähm, sagen kann, dass sie durchweg klimafreundlich sind. Ja. Interessant. Prägt die touristische Mobilität in Schleswig-Holstein denn das, also prägt das Fahrrad die touristische Mobilität in Schleswig-Holstein oder ist das zu vernachlässigen? Äh, ganz, ganz wichtiger Punkt. Ähm, jetzt auch schon wieder 'ne Zahl. Äh, achtundzwanzig Prozent derjenigen, die ihre Haupturlaubsreise, also die wichtigste Urlaubsreise des Jahres nach Schleswig-Holstein gemacht haben, sind während dieser Reise häufig oder sehr häufig Fahrrad gefahren. Es gibt noch 'nen paar, die sind Fahrrad gefahren, aber eben nicht häufig oder sehr häufig. Ähm, also sprich, auf jeden Fall jeder Dritte ist hier mit'm Fahrrad unterwegs und, ähm, 'n ganzer Teil, ähm, mit dem E-Bike wird zunehmend wichtiger. Und, ähm, aus Klimaschutzgründen super, du hast grade schon gesagt, aus gesundheitlichen Gründen super, weil man sich bewegt, ähm, entlastet den Verkehr, sorgt für weniger Staus. Was noch fehlt, sind natürlich die passenden Radwege. Die sind nicht überall vorhanden und da müsste noch deutlich mehr getan werden. Die nehmen wahrscheinlich die Fahrräder auch meistens eher mit oder werden die auch, gibt's auch viele Anteile, die das vor Ort ausleihen? Äh, es gibt beides, ne. Also sowohl diejenigen, die insbesondere aufm Auto dann hinten drauf ihre Fahrräder haben, als auch die, die dann vor Ort, äh, die Fahrräder mieten. Gibt auch Unterkünfte, die Fahrräder mit zur Verfügung stellen, die man dann einfach leihen kann. Äh, und dann eben noch die Bike-Sharing-Angebote. Also ich glaub, da gibt's echt 'ne, 'ne große Anzahl. Wie jetzt der Anteil ist zwischen denen, die mitbringen und leihen, weiß ich nicht. Prima. Ähm, ich durfte ja schon 'n bisschen quizzen mit euch und ich glaub, jetzt, äh, will Niklas noch 'n bisschen quizzen. Genau, wir machen jetzt ein Quiz entweder oder. Ähm, was wirkt sich aus deiner Sicht stärker auf das Mobilitätsverhalten der Gäste aus? Das Erste ist: Gratis Busse oder weniger Parkplätze? Äh, weniger Parkplätze, will ich tatsächlich sagen. Wobei ich immer empfehlen würde, es miteinander zu kombinieren. Einfach nur weniger Parkplätze anzubieten, kann auch dazu führen, dass einfach weniger Gäste genau dieses Ziel ansteuern und von daher hat es ganz klar 'ne Auswirkung auf das Mobilitätsverhalten, aber nicht immer die gewünschte. Also manchmal führt das einfach dazu, dass man dann woanders hinfährt oder dass der Parksuchverkehr dann einfach ganz groß ist. Das wär dann schwierig, ja. Genau. Glaubst du, es ist wichtiger, gute technische Lösungen anzubieten bei Apps, beim Buch, bei der Buchung für Tickets et cetera? Oder ist auch die persönliche Ansprache und gute Gastgeberin zu haben? Wichtig. Beides, äh, gibt's kein wichtiger, ist beides wichtig. Das sind einfach unterschiedliche Akteure. Der Gastgeber kann selbst, äh, nicht unbedingt die neue Technik entwickeln. Wenn sie da ist, kann er sie nutzen, kann sie anbieten. Ähm, aber was er machen kann, ist die Leute ansprechen, kann die Leute informieren und jeder nach seinen Fähigkeiten. Am Ende braucht man beides. Und ist das in Schleswig-Holstein beides so weit gut ausgeprägt? Äh, beim Thema Mobilität? Oh, da ist so viel Nachhol, viel Nachholbedarf. Ähm, da gibt's einzelne sehr positive Beispiele. Ähm, es gibt ja zum Beispiel an der Nordsee die Nationalparkpartner, der Zusammenschluss von Betrieben, die, ähm, ja sich besonders, äh, nachhaltig verhalten, ähm, also touristische Betriebe. Äh, und da gibt's viele, viele, viele gute Beispiele, die auch gut kommunizieren und auch, äh, technische Lösungen anbieten. Gibt's natürlich auch in anderen Regionen Schleswig-Holstein, aber ich hab das Gefühl, das ist eher von Einzelpersonen abhängig und von deren persönlicher Einstellung. Und wenn die mit dem Herzen bei der Sache sind und außerdem Kommunikationstalente, äh, dann läuft das richtig gut. Aber manchmal müssen sie doch 'n bisschen stärker an die Hand genommen werden. Okay. Ich will noch ganz kurz auch noch mal auf die Bahn zu sprechen kommen. Habt ihr nicht in euren Zahlen feststellen können, dass seit Einführung des Deutschlandtickets, ja, die, die An- und Abreisen mit der Bahn zugenommen hat nach Schleswig-Holstein? Mhm, die An- und Abreise nicht, aber wir können feststellen, dass das Deutschlandticket genutzt wird bei der An- und Abreise und auch vor Ort auf dem Weg nach Schleswig-Holstein und innerhalb Schleswig-Holsteins. Das heißt aber nicht unbedingt, dass es mehr Urlaubsreisen gibt, die mit der Bahn unternommen würden. Das Ticket wird aber genutzt und, äh, es führt durchaus dazu, dass, äh, bei, auch bei denjenigen, die mit dem Auto anreisen, dass die dann vor Ort, äh, mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, weil sie das Deutschlandticket haben. Ähm, Schleswig-Holstein liegt ja bekannterweise auf dem Weg nach Skandinavien für viele Menschen. Wir haben uns gefragt, ob das Reiseaufkommen von oder nach Skandinavien, ähm, einen signifikanten Stellenwert für Schleswig-Holsteins Verkehr hat. Also merken wir das, äh, als Durchreiseverkehr in diesem Fall vor allem auch viel? Ja, merken wir. Also insbesondere auf den Autobahnen, aber auch auf den Fähren, äh, dann eben viele sind, die einfach, äh, deren Ziel gar nicht in Schleswig-Holstein liegt, ähm, die aber, ne, nach Dänemark, nach Schweden, nach Norwegen möchten, hier durchfahren oder umgekehrt, die Skandinavier, die weiter in den Süden möchten. Ja, die gibt es, ähm, merken wir. Es ist schwer, die zu zählen und auch schwer, was dran zu verändern. Man müsste die ja dann irgendwie das Land überspringen lassen. Das funktioniert ja nicht so ganz. Ab und zu merkt man ja so, oder kriegt man so Schlagzeilen mit, dann irgendwie zu Ferienbeginn am Samstag, so ein typischer Bettenwechseltag in Dänemark, dass dann auch nicht Stau ist auf der Autobahn. Ja klar und man, man sieht's natürlich auch auf Fehmarn, äh, wenn dann plötzlich, äh, alle von der Fähre runterkommen, ist die Insel noch mal extra voll. Ähm, da sind wir aber nicht das einzige Bundesland. Also was sagen denn die Niedersachsen und die Hessen? Also da fahren ja auch alle durch. Das betrifft tatsächlich alle, würde ich sagen. Bei uns sieht man es durch die ausländischen Kennzeichen an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch ein bisschen häufiger als bei Bundesländern, die mitten in Deutschland liegen. Mhm. Schleswig-Holstein hat mit Kiel und Travemünde ja auch zwei Kreuzfahrerstationen. Äh, ist die Kreuzfahrt für die Mobilitätswende eher ein Hindernis oder eine realistische Chance, auch Die Branche nachhaltig zu verändern. Aus meiner Sicht eher ein Hindernis, äh, durch die zunehmende Anzahl an Kreuzfahrtschiffen und Kreuzfahrtgästen, äh, den ganz, äh, ganz, ganz starken, nicht nur CO₂-Ausstoß, sondern insgesamt die gesamte Umweltbelastung durch die Schiffe. Das ist aus meiner Sicht ein Hindernis. Wobei, auch da würde ich jetzt wieder einschränken, die, diejenigen, die mit dem Kreuzfahrtschiff hier auf der Ostsee unterwegs sind und hier innerhalb von Deutschland starten, ja eigentlich noch aus Klimaschutzgründen das 'n bisschen besser machen als die, die erst bis in die Karibik fliegen und dort aufs Kreuzfahrtschiff steigen. Ähm, also da gibt's ja schon noch, ne, auch Kreuzfahrt ist nicht gleich Kreuzfahrt. Da gibt's schon noch Unterschiede und es gibt auch unterschiedliche Kreuzfahrt, äh, Gesellschaften, die sich unterschiedlich viel Mühe geben bei ihren Schiffen. Und das, find ich, muss man schon auch anerkennen, dass die da durchaus was tun, äh, weil sie natürlich auch merken, das hat für sie natürlich auch Auswirkungen, die steigenden Treibstoffpreise zum Beispiel. Ähm, und, äh, die tun schon was und sie werden für sich gesehen besser, aber das ganze Marktvolumen ist riesig groß und die Auswirkungen sind schon ziemlich verheerend. Wenn wir über Kreuzfahrten sprechen, dann sprechen wir doch über Schiffe, die nicht nur für die Überbrückung einer Wegstrecke gedacht sind, sondern die wirklich ein kleines Entertainment-Programm haben. Also da gibt's ja von bis. Ähm, und dann gibt es ja aber auch Fähren. Die würde ich jetzt eher bezeichnen als: Ich benutze sie wirklich nur einmal, um über die Ostsee zu kommen oder, ähm, wo auch immer. Ähm, dementsprechend würde ich das ein bisschen, ähm, voneinander trennen wollen. Und im Frachtverkehr zum Beispiel, da gelten Schiffe ja als vergleichsweise klimafreundlich. Gilt das denn auch für Urlaubsreisen? Also wenn ich jetzt zum Beispiel, äh, von, von Kiel mit der Fähre nach Schweden fahre, ähm, bin ich dann klimafreundlicher unterwegs, als wenn ich einmal außen rum, sag ich jetzt mal, über Dänemark, äh, und die Brücken reise und das Auto fahre? Oh, verdammt gute Frage. Bin ich tatsächlich überfragt. Auf jeden Fall, ähm, bist du dann klimafreundlicher, als wenn du das Flugzeug nimmst. Ähm, das hängt mit Sicherheit auch noch von der jeweiligen Fähre ab. Teilweise hat ja die gleiche Fährgesellschaft unterschiedliche Schiffe und je nachdem, ob das jetzt gerade die Hybridfähre ist oder nicht oder welche von denen das gerade ist. Ganz ehrlich, ich bin überfragt, aber… Ja, weil das finde ich manchmal ganz interessant, weil wir das ja in Kiel hier auch recht viel mitbekommen. Dadurch, dass die, ähm, Schiffe ja tagtäglich hier bei uns ablegen und, und ankommen, dass es ja einen großen Unterschied macht, mache ich wirklich eine Reise mit einem Kreuzfahrtschiff, wo eigentlich eine Kleinstadt, ähm, übers Meer schippert oder habe ich einen relativ effizienten, äh, gut beladenen Fähre, die mich, ähm, auf schönem, direktem Weg dann in mein Reisezielland bringt. Ja, also wenn man die beiden vergleicht, also auf jeden Fall sofort recht. Natürlich, eine Fähre ist deutlich klimafreundlicher als ein Kreuzfahrtschiff. Aber bei diesem Vergleich Fähre versus PKW, ich glaube, da hängt das auch noch davon ab. Also wie gesagt, ich weiß es echt nicht. Es hängt auch davon ab, wie stark der PKW besetzt ist, was für ein PKW das ist, ob das ein E-Auto ist oder nicht. Ja. Wie, wie stark die Fähre belegt ist und, ja. Wenn wir insgesamt noch mal auf unsere touristische Mobilität schauen nach und in Schleswig-Holstein und auch über Nachhaltigkeit sprechen wollen, wo siehst du da das größte Problem? Ist es eher bei der Infrastruktur, die wir vielleicht noch nicht haben? Ist es zum Beispiel zu wenig Bahnstrecke, also Schiene nach Schleswig-Holstein? Ist das vielleicht, äh, noch die fehlende Ladeinfrastruktur, die dazu führt, dass die Leute mit dem E-Fahrzeug nach Schleswig-Holstein kommen? Oder ist es vielleicht auch eher auf Seiten der, der Gäste, die es nicht schaffen, gut zu organisieren und zu planen? Oder ist es vielleicht auch eine Sache der Kommunikation der Tourismuswirtschaft hierzulande, die es nicht schafft, äh, aufzuzeigen, was ka, wie kann man gut hier touristisch und nachhaltig unterwegs sein? Hm, ähm, gibt, gibt auf jeden Fall mehrere Baustellen, mehrere Punkte. Zum einen, also bei der Bahn, äh, würd ich sagen, eher der, der Zustand des Schienennetzes. Ähm, also nicht nur, dass es, äh, zu wenige Schienen gibt und dass mehr Schienen reaktiviert werden müssten. Die, die da sind, sind einfach zu störungsanfällig und zu unzuverlässig. Ähm, die f-, die Erreichbarkeit ist, äh, einfach nicht überall gegeben. Viele Orte sind, äh, ja, touristisch hochattraktiv, aber schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, was auch daran liegt, dass, äh, Schi-, viele Schienenverkehrsverbindungen, ähm, ja gekappt wurden oder gar nicht erst gebaut wurden, weil man immer nur auf die Einwohnerzahlen geschaut hat und nicht geschaut hat, wie viele Gäste sind dort. Es gibt ja viele kleine Orte, bei denen dann plötzlich, äh, ja, äh, Millionen, äh, Aufenthaltstage zu verzeichnen sind, obwohl dort nur 3.000 Menschen wohnen. Und dann ist das Mobilitätsbedürfnis, äh, ja, einfach viel, viel größer und das Mobilitätsangebot passt nicht mehr. Äh, große Baustelle ist auf jeden Fall das Thema Kommunikation und Information an allen Ecken und Enden, sowohl, äh, bei den Anbieter, bei den Mobilitätsanbietern, aber auch bei den Touristikern. Wobei ich finde, das ist besser geworden in letzter Zeit und auch die Zusammenarbeit ist besser geworden. Ich hoffe ganz stark, dass auch, äh, unser EKSH-Projekt dazu beigetragen hat. Äh, wir hatten vor ein paar Jahren ein Projekt, da ging's um nachhaltige Mobilität in schleswig-holsteinischen Urlaubsregionen, haben da auch 'n Leitfaden entwickelt und haben zusammen mit zehn Regionen hier in Schleswig-Holstein und mit Verkehrsplanern, äh, kräftig dran gearbeitet, die tou-touristische Mobilität hier nachhaltiger zu gestalten. Und da ist seitdem doch schon einiges passiert und vor allen Dingen, ähm, sind die Akteure jetzt besser vernetzt. Vorher kannten die sich gar nicht unbedingt. Also die arbeiteten in der gleichen Region und jeweils am Thema touristische Mobilität, aber die einen von der Mobilitätsseite, die anderen von der Tourismusseite und eigentlich haben sie ja die gleichen Ziele und, ähm, das ist auf jeden Fall schon, schon besser geworden. Ja, und dann hat's, du hast es gesagt, die, die Köpfe der Menschen, die Köpfe der Gäste, äh, deren Einstellung, äh, und, und deren Bewusstsein dafür, was sie da eigentlich tun. Und aber selbst die, die eben eine positive Einstellung haben zu Klimaschutz und zu Nachhaltigkeit, ähm, selbst bei denen, ähm, also vielleicht einfach so zum, zum Wissen, tatsächlich erheben wir auch dazu Zahlen. Äh, wir haben, äh, knapp 60 % derjenigen, die hier in Schleswig-Holstein Urlaub machen, sagen: „Ja, es ist mir wichtig. Mein Urlaub soll möglichst ökologisch verträglich, ressourcen, so, äh, ressourcenschonend und umweltverträglich sein." Knapp 60%. Aber das heißt noch lange nicht, äh, dass sie das auch alle so umsetzen. Und nicht nur, weil sie nicht wollen. Teilweise können sie einfach nicht, äh, weil das Angebot nicht da ist. Ne, also von daher, ähm, man muss ihnen dann, äh, zum einen kommunikativ auf die Sprünge helfen und zum anderen aber auch 'n Angebot schaffen, damit sie ihre Wünsche auch umsetzen können. Okay. Wenn wir mal den Blick in die Zukunft richten: Glaubst du, dass wir's hinbekommen, dass touristisches Reisen wirklich klimaneutral werden kann? Oder ist es am Ende nur ein weniger klimaschädlich, dass wir aber trotzdem irgendwo immer mit 'nem relativ, ja, mehr oder weniger großen CO₂-Impact verbleiben werden? Bei den Urlaubsreisen nach Schleswig-Holstein, äh, wäre ich da positiver als bei den Urlaubsreisen der Schleswig-Holsteiner, würd ich mal sagen. Weil eben durch den geringen Anteil der Auslandsreisen hierher, ne, vor allen Dingen Menschen aus dem Inland, die hierher reisen, da glaub ich, ist es noch realistischer, klimafreundlicher zu werden. Klimaneutral, huh, das ist echt 'ne ziemlich hohe Hausnummer. Ähm, aber es ist auf jeden Fall 'n schönes und 'n positives Ziel und es lohnt sich, äh, daran zu arbeiten und ich versuch selbst mit meiner Arbeit dazu beizutragen. Und, ähm- Ja, wer, wenn nicht wir, ne? Also irgendwie muss man's ja versuchen. Wie würdest du's genau dir vorstellen wollen? Was wär deine Idealvorstellung für Reisen nach oder auch durch Schleswig-Holstein? Ähm, meine Idealvorstellung, äh, wäre zum einen, dass der Anteil derjenigen, äh, stark erhöht wird, die, ähm, mit Bus oder Bahn anreisen, dass, äh, die Infrastruktur, äh, deutlich verbessert wird. Äh, Kompensation auch von PKW-Reisen. Auch so kann man ja Klimaneutralität zumindest aufm Papier herstellen und für mich zählt dabei dann nicht nur die Verkehrsmittelwahl, sondern auch die, die Unterkünfte gehören ja auch mit dazu. Auch die haben ja Klimaauswirkungen und, äh, die Ausstattung mit, äh, erneuerbaren Energien, beispielsweise dann bei den, ja, auf den Hoteldächern und Ähnliches. Und ich glaub, da, da passiert dann eben schon relativ viel. Äh, vielleicht ist es auch einfach nur 'n frommer Wunsch, aber ich finde es wichtig, so 'ne Vision zu haben und in, in die Richtung gemeinsam zu denken. Und, äh, dann ist Schleswig-Holstein als, äh, Land, in dem eben so viel, ähm, ja, also die, die natürlichen Voraussetzungen sind hier eigentlich gut dafür und mit dem hohen Anteil an Windkraftanlagen beispielsweise, darüber haben wir noch gar nicht gesprochen, hat auch Auswirkungen auf 'n Tourismus. Ähm, das, äh, ja so es, es passt irgendwie ganz gut zusammen, find ich, äh, klimafreundlich reisen und Schleswig-Holstein als Urlaubsziel. Unterstützen wir, oder, Sarah? Unterstützen wir. Du hast mich jetzt natürlich eigentlich heiß gemacht, noch Fra-Fragen zu stellen zu den Windkrafträdern, aber das lassen wir jetzt. Unsere Folge ist vorbei. Wir freuen uns sehr, dass du bei uns gewesen bist. Vielen, vielen Dank, Bente. Gern geschehen. Ähm, und ich hab noch 'nen kleinen Aufruf, die uns regelmäßig hören, die kennen das schon. Es ist aber ganz wichtig für uns als kleiner Podcast. Wir freuen uns, dass ihr dabei wart, dass ihr mit uns quasi, ähm, am Kaffeetisch gesessen habt, äh, zumindest mit euren Ohren. Und, ähm, wenn euch diese Folge gefallen hat, dann freuen wir uns, wenn ihr uns eine gute Bewertung in eurer Podcast-App dalasst. Das dauert nur 'n paar Sekunden und hilft uns wirklich sehr. Fünf Stern auf die eins. Genau. Vielen Dank, Bente. Gerne. Tschau. Das war Shift. Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende Podcast der EKSH

2026 - EKSH - Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH