Stromnetz der Zukunft: Wie weit ist Deutschland beim Netzausbau?
SHift - der Norden macht Zukunft
14.09.2026 30 min
Zusammenfassung & Show Notes
Windräder, Solaranlagen, Wärmepumpen, E-Autos, ... Das Thema Strom spielt eine entscheidende Rolle in der Energiewende, besonders bei uns in Schleswig-Holstein. Denn aus dem echten Norden kamen im 1. Halbjahr 2026 mehr als 10% der bundesweiten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Doch während wir Windparks und Photovoltaikanlagen sehen können, bleibt uns ein entscheidender Teil verborgen: unser Stromnetz. Ohne leistungsfähige Netze kann die Energiewende nicht funktionieren. Deshalb haben wir uns für diese Folge Lisa Hebenstreit an den SHIFT-Kaffeetisch geladen. Sie ist seit Januar 2025 die Geschäftsführerin des Ressorts Netztechnik bei der Schleswig-Holstein Netz GmbH.
Du erfährst in dieser Folge unter anderem:
Du erfährst in dieser Folge unter anderem:
- Wie weit der Netzausbau in Schleswig-Holstein und Deutschland vorangeschritten ist
- Wo unser Strom gebraucht wird und wie er dorthin kommt
- Wie lange der Netzausbau voraussichtlich noch dauert
- Wo es im Moment noch hakt
- Abregelung: Warum Windräder auch mal vom Netz genommen werden
- Netzentgelte: Ob die Kosten fair verteilt sind
- Energiespeicher: Ob sie eher eine Belastung oder Entlastung sind für unsere Netze
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!
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Transkript
Schleswig-Holstein möchte bis
zwanzig vierzig klimaneutral sein.
Das heißt, wir müssen bis zwanzig
vierzig jetzt auch wirklich Gas geben.
In anderen Bundesländern ist es
zwanzig fünfundvierzig, da dauert
das vielleicht auch ein bisschen
und ich schaue schon auch gespannt
jetzt auch auf, ähm, die politischen
Wahlen, wie sich das entwickelt.
Also je nachdem, welche Regierung dann an
der Macht ist, kann das in die eine oder
andere Richtung sich auch entwickeln.
Klar ist, wir haben auf jeden Fall
noch gut zu tun und der Netzausbau wird
weitergehen in den nächsten Jahren.
Derzeit ist es so, dass der
Strompreis ungefähr aus ein
Viertel Netzentgelte bestehen.
Und zwanzig siebenundzwanzig soll
der staatliche Zuschuss, ähm,
gekürzt werden, was zur Folge
hat, dass wir als Stromkunden
ein bisschen mehr zahlen müssen.
Glaubst du, dass das fair verteilt
ist, diese Last zwischen Verbrauchern,
Netzbetreiber und dem Staat?
Plönschnack mit Tiefgang.
Das ist Shift.
Der Norden macht Zukunft.
Der Energiewende-Podcast der EKSH Lisa,
Hand aufs Herz, wenn wir jetzt über
dein Dorf, deinen Wohnort sprechen,
lieber 'ne Freileitung oder 'n Erdkabel?
Erdkabel.
Ja, das, äh, wird
wahrscheinlich jeder antworten.
Herzlich willkommen zu
einer neuen Folge Shift.
Hallo Lisa, schön auch, dass
du bei uns zu Gast bist.
Ja, ich freu mich, heute dabei zu sein.
Ich stell dich kurz vor, damit wir
wissen, mit wem wir's zu tun haben.
Lisa Hiemenschleid, seit Januar 2025
bist du Geschäftsführung Netztechnik
bei der Schleswig Holstein Netz.
Du verantwortest dort die Bereiche
Netzplanung, Asset Management,
Netzsteuerung, alles sehr, sehr
technische Sachen, so wie auch dein
Geschäftsführungsfeld ja auch das umfasst.
Ähm, du warst davor, äh, zwei
Jahre lang Leiterin Digital und
IT bei der HanseWerk Gruppe.
Du hast, ähm, Wirtschaftsingenieurwesen
studiert, also du weißt, wovon du
sprichst jetzt auch bei bei deinem Job.
Und, ähm, bei deinem Amtsantritt,
ähm, hast du gesagt, dass
die Energiewende das größte
Digitalisierungsprojekt unserer Zeit ist.
Kannst du uns da noch mal mitnehmen,
was du damit konkret meinst?
Was hat Digitalisierung mit
Energiewende und auch Netzausbau zu tun?
Sehr gerne.
Also unsere Energiewelt
wird immer komplexer.
Wir haben zigtausende Anlagen
beziehungsweise jetzt schon im
Millionenbereich, ähm, erneuerbare
Anlagen, Wind, PV, Speicher kommen jetzt
hinzu, Wärmepumpen, Elektromobilität.
Also die Welt, ähm, ändert sich von
einer zentralen Energieversorgung
zu einer dezentralen.
Es wird immer komplexer und diese
ganzen unterschiedlichen Akteure
müssen miteinander gesteuert werden
und das ist ohne Digitalisierung gar
nicht mehr möglich und ich brauch
die Digitalisierung, um entsprechend
auch all diese Akteure miteinander zu
verbinden und auch weiterhin 'ne stabile
und sichere Energieversorgung zu haben.
Ja, wir wollen heute mit dir
über den Netzausbau sprechen.
Ich find, da haben wir die richtige Person
für sitzen, das ist schon mal ganz gut.
Ähm, und zwar darüber, dass der
Netzausbau, das ist jetzt 'ne
Frage, eventuell der unsichtbare
Flaschenhals der Energiewende ist.
Das wollen wir mal 'n bisschen, dem
wollen wir 'n bisschen auf den Grund
gehen heute, ähm, und uns mal zuerst
damit beschäftigen, wie groß ist das
Problem Netze, Netzausbau denn wirklich?
Schleswig Holstein gilt ja
bundesweit als Vorreiter, aber auch
hier ist ja nicht alles perfekt.
Auch hier können wir nicht sagen,
Energiewende ist geschafft.
Ähm, wo würdest du sagen, hakt es
bei uns hier im Bundesland, ähm,
am meisten, wenn wir über den
Transport von dem grünen Strom reden?
Also ich kann dem nur zustimmen.
Aus meiner Sicht ist Schleswig
Holstein das Energiewendeland Nummer
eins und kein Bundesland hat ja
so 'n großen Kraftakt hinter sich.
Ähm, wir haben mittlerweile über
vierzehn Gigawatt an erneuerbaren
Energien, ähm, angeschlossen am, am
Netz und das war eben nur durch einen
vorausschauenden Netzausbau möglich.
Wir haben aktuell 'ne Grünstromquote
von über zweihundert Prozent.
Was bedeutet das?
Wir erzeugen doppelt so viel grüne
Energie, als wir eigentlich hier brauchen.
Das heißt, wir können auch viel
Energie transportieren, zum Beispiel
in den Süden, wo ich nicht ganz so
viel, ähm, erneuerbare Erzeugung habe.
Und wir können uns auch zu 75 % schon
heute komplett selbst versorgen und sind
zu der Zeit nicht auf Exporte angewiesen.
Also das würde ich auch gern
einmal noch mal hervorheben, dass
wir extrem viel erreicht haben.
Wir nennen das auch gerne die
erste Halbzeit der Energiewende
haben wir erfolgreich gemeistert.
Und jetzt stellt sich natürlich
die Frage: Wie geht's weiter
mit der zweiten Halbzeit?
Und was mich persönlich besonders
beschäftigt, ähm, wir haben enorme
Anfragen an, ja, an Kundenanfragen.
Also wir haben über sechzig
Gigawatt an erneuerbaren Anlagen und
Speicher, die in unser Netz wollen.
Wenn man das mal vergleicht, das
ist das Vierfache von dem, was wir
in den letzten vierzig Jahren an
unser Netz angeschlossen haben.
Davon sind auch über fünfundzwanzig
Gigawatt Speicher und ich glaub, da
kann man relativ schnell verstehen,
dass das nicht funktioniert
und vor allem nicht so schnell.
Und die Frage ist ja auch: Brauche
ich fünfundzwanzig oder sogar
dreißig Gigawatt an Speichern?
Wir haben auch mal analysiert, auch
das Regionalszenario sagt, dass wir
brauchen so ungefähr drei Gigawatt.
Also das ist ein Zehntel von dem
ungefähr, was heute angefragt wird.
Und daran hakt's aus meiner Sicht,
dass, äh, ja, dass aktuell die
Anfragen nicht synchronisiert
werden mit dem, mit dem Netzausbau.
Was ich auch noch dazu sagen muss: Wir
investieren auf Rekordniveau jedes Jahr.
Wir haben in den letzten zehn Jahren
unsere Investitionen verdoppelt, also von
rund zweihundert Millionen im Jahr 2010
auf in diesem Jahr vierhundertzwanzig
Millionen Euro pro Jahr und ich kann
euch auch versichern, dass wir im
nächsten Jahr noch mal mehr investieren.
Also da steigern wir uns von Jahr zu Jahr
und das sind Investitionsvolumina, die,
die wirklich enorm sind und wo ich auch
sage, wir geben richtig Gas, aber selbst
mit diesen hohen Investitionen können
wir diese Anfragen nicht bewältigen.
Und, ähm, deshalb erwarte ich auch erst
mal zum einen, dass, ähm, die Planungs-
und Genehmigungsverfahren der Erneuerbaren
synchronisiert werden mit dem Netzausbau.
PV-Anlagen kann ich in ein, zwei
Jahren bauen, Windanlagen dauert 'n
bisschen länger und teilweise dauern die
Planungs- und Genehmigungsverfahren für
unsere 110 kV Netze bis zu zehn Jahren.
Also im Norden sieht das bei uns zum Glück
noch ganz gut aus, aber da auch in anderen
Regionen dauert das wirklich extrem lange.
Und da stelle ich mir halt schon die
Frage: Wie kann das funktionieren?
Und da muss, da muss letztendlich auch
die Unterstützung der Politik kommen
und auch der, der Bundesnetzagentur,
dass diese Planungsgenehmigungsverfahren
mehr aufeinander abgestimmt sind.
Darüber hinaus haben wir auch
Herausforderungen, Flächen zu bekommen
für unsere Umspannwerke zum Beispiel.
Also die sind teilweise mehrere Hektar
groß und, äh, es ist wirklich schwierig,
diese Grundstücke zu finden und da
werden wir mittlerweile auch kreativ.
Ich selbst war z-schon mal bei einer
Zwangsversteigerung für ein Grundstück.
Also ja, wie gesagt, da kommen
die, ähm, neuesten Ideen jetzt auch
bei uns auf den Tisch, ähm, damit
wir das bewerkstelligen können.
Und was natürlich auch für uns essenziell
ist und wo ich schon 'n bisschen
Bedenken habe: Wie entwickelt sich,
ähm, die Anreizregulierung weiter?
Also passen noch die regulatorischen
Rahmenbedingungen, die die
Bundesnetzagentur vorlegt, auch
noch, ähm, für uns für die Zukunft?
Also ist das Ganze auch noch
wirtschaftlich, ähm, für uns als
Netzbetreiber, die Netze auszubauen.
Mhm.
Ich hab jetzt das Gefühl
gehabt, dass du sehr viel über
die Zukunft gesprochen hast.
Ähm, also du erwartest viel
Anschluss, ähm, du erwartest eventuell
schlechtere Wirtschaftlichkeit.
Wenn ich jetzt aber auf den Status
quo gucke, dann bist du ganz happy
damit, wie der zahlreich produzierte
Grünstrom innerhalb Schleswig-Holsteins
und auch darüber hinaus verteilt wird.
Also sagst, Status-quo-Netze eigentlich
echt so, wie wir sie haben wollen?
Ja, also ich sag mal so,
wir sind auf 'nem guten Weg.
Ähm, was wir auch geschafft haben
und, äh, da bin ich auch wirklich
stolz drauf, ist, dass wir die
Redispatchmengen, also die Abregelung
von grünem Strom von den Anlagen, von
Windanlagen und auch PV-Anlagen in
den letzten Jahren deutlich reduzieren
konnten um über fünfundsiebzig Prozent.
2019 hatten wir noch
Entschädigungszahlungen von, ähm,
dreihundert Millionen Euro und,
ähm, im letzten Jahr waren's nur
noch fünfundsiebzig Millionen Euro.
Und das sind ja Kosten für Energie,
die ich wegschmeiße, die am Ende
unsere Kunden zahlen müssen.
Und da freut's mich wirklich, dass
wir das so massiv senken konnten.
Das ist auch ein mein Anspruch,
dass wir diese Redispatch-Maßnahmen
weiterhin reduzieren.
Das schaffen wir zum einen durch
den kontinuierlichen Netzausbau.
Und womit ich und auch mein Team sich
aktuell sehr intensiv beschäftigen,
ist: Wie kriegen wir jetzt trotz
der Engpässe im Netz eben noch
Anlagen ans Netz angeschlossen?
Und da kommt dann das Thema flexible
Netzanschlussverträge, ähm, zum Tragen,
dass wir eben jetzt auch neue Wege
finden, wie kriegen wir die Anlagen
ans Netz, auch wenn ich, ja, an
vielen, ähm, Umspannwerken schon auch
Kapazit, keine Kapazitäten mehr habe.
Mhm.
Das heißt, wenn du darüber sprichst, dass,
ähm, so viele neue Anschlüsse gebraucht
werden, das sind ja zweierlei Anschlüsse.
Sind ja einmal Einspeiser, also so was
wie erneuerbare Anlagen, Wind, Sonne und
Co., ähm, aber auch Verbraucher, ähm,
Rechenzentren, Batteriespeicher, die
sind ja sogar, können ja sogar beides
sein oder sind in der Regel beides.
Ähm, wenn du an diese Menge an
Anfragen denkst, die da alle gerne
an euer Netz wollen, macht dich das,
ähm, eher nervös oder bist du da
eher stolz, dass sie alle hier in
Schleswig-Holstein sich ansiedeln wollen?
Also erst mal freue ich mich über jede
Windanlage, über jeden Speicher, über,
ähm, jede Wärmepumpe und über jede
Ladesäule, die an unser Netz kommt.
Das ist ja letztendlich auch unser
Geschäftsmodell als Netzbetreiber.
Wir verdienen Geld,
indem wir Netze ausbauen.
Und ich halte es auch für essenziell,
dass wir sowohl die erneuerbaren als
auch die grünen Verbraucher anschließen,
weil wir eben einen wesentlichen
Beitrag damit zur Energiewende leisten.
Von daher bin ich erst mal stolz darauf.
Das ist meine Aufgabe.
Wir sind auch massiv gewachsen
in den letzten Jahren.
Wir haben über achthundert neue
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
der Schleswig-Holstein Netz in den
letzten, ja, acht Jahren, ähm, bei
uns aufgenommen und, ähm, ich hab
richtig Lust drauf, das zu gestalten.
Und gleichzeitig bedeutet
es aber natürlich auch, dass
wir neue Lösungen brauchen.
Wir haben exponentielle Anfrage,
ähm, von, von unseren Kunden und
deswegen ist es eben wichtig, dass wir
Flexible Netzanschlussverträge haben.
Wir haben jetzt, ähm, im August, ähm,
diesen Jahres das kriterienbasierte
Zuteilungsverfahren kommuniziert, ähm,
wie wir eben, äh, Kunden besser in
unser Netz integrieren und genau diese
neuen Werkzeuge brauchen wir jetzt in
der zweiten Halbzeit der Energiewende.
Mhm.
Und du redest schon von
der zweiten Halbzeit.
Der Netzausbau in Deutschland, der wird
ja noch über Jahre und Jahrzehnte laufen.
Also die Bundesnetzagentur, die,
die plant ja in den dreißiger
und vierzigen, vierziger Jahren,
ähm, schon den, den Ausbau.
Ähm, ist das für dich, ist, ist Netzausbau
für dich so 'ne Art Dauerzustand oder
gibt's für dich 'n Enddatum, wo du
sagst, ähm, da werden wir natürlich
immer irgendwie in unser Netz investieren
müssen, aber da ist irgendwie so was wie
der, der Grundstock an Netzen vorhanden,
wo man sagt, jetzt ist alles, alles
da, was man braucht und dann wird nur
noch saniert und geprüft und erhalten.
Also ich glaub schon, dass wir grade
in einer enormen Hochphase sind,
weil wir eben grade, äh, den Bedarf
haben, Erneuerbare anzuschließen und
eben Wärmepumpen, Elektromobilität
grade auch 'n Peak ist und auch
Speicher und Rechenzentren.
Ich glaub, das wird auch
noch paar Jahre dauern.
Äh, ich möcht mich jetzt nicht
auf 'ne Zahl festlegen, ob
das 2035, 2040 oder '45 ist.
Das hängt ja auch stark davon
ab, wie die energiepolitischen
Ziele eines Landes sind.
Schleswig-Holstein möchte
bis 2040 klimaneutral sein.
Das heißt, wir müssen bis 2040
jetzt auch wirklich, äh, Gas geben.
In anderen Bundesländern ist es 2045, da
dauert das vielleicht auch 'n bisschen
und ich schau schon auch gespannt jetzt
auch auf, auf, ähm, die politischen
Wahlen, wie sich das entwickelt.
Und also je nachdem, welche Regierung
dann eben auch, ähm, ja, an der
Macht ist, kann das in die eine oder
andere Richtung sich auch entwickeln.
Klar ist, wir haben auf jeden Fall
noch gut zu tun und der Netzausbau wird
weitergehen in den nächsten Jahren.
Ja, ihr seid vom politischen
Rahmen natürlich sehr abhängig.
Lisa, wir machen 'n kleines Schiffquiz.
Du darfst heute schätzen.
Ich stell dir 'ne Schätzfrage, geb dir
auch drei Anfür-Antwortmöglichkeiten
mit, ähm, und du schätzt spontan und
dann lösen wir das gemeinsam auf.
Die Erste: Ähm, wie viel wollt
ihr als Esser Netz bis 2030
in den Netzausbau investieren?
Fünfhundert Millionen, 2,5
Milliarden oder zehn Milliarden?
Okay, das ist jetzt einfach für
mich, weil ich nicht schätzen muss.
Wir werden bis 2030 2,5 Milliarden
Euro in Netzausbau investieren.
Ich hab noch gedacht, warum geben wir
ihr da nicht die Antwortmöglichkeiten?
Ja, das stimmt.
Weil, weil ihr Netzin, sag mal.
Ja.
Ja.
Ähm, genau.
Davon unter anderem 120 neue Umspannwerke,
die ihr wollen, äh, bauen wollt.
Genau.
Wie lang ist das deutsche
Stromverteilnetz insgesamt?
Hundertachtzigtausend Kilometer,
1,8 Millionen Kilometer oder
achtzehn Millionen Kilometer?
Das ist jetzt das Verteilnetz
und das Übertragungsnetz, ne?
Mhm.
Ja, also wir haben fünfzigtausend
Kilometer hier in Schleswig-Holstein,
aber es ist nur das reine Verteilnetz.
Dann, ja 1,8 Millionen?
Richtig.
Ja, ja.
Damit kommt man, damit kommt man
bummellig 45 Mal um die Erde.
Also wir können wir 45 Mal das
ganze, äh, die ganze Stromleitung
quasi um die Erde legen.
Ähm, letzte Schätzfrage: Wie
viele Anlagen, Wind, PV oder
Batteriespeicher hat die SH Netz
mittlerweile ans Netz angeschlossen?
1600, 16.000 oder 160.000?
Ja, ihr macht's mir einfach.
Das sind ja meine Zahlen, die
ich auch, äh, teilweise hoch
und runter mir auch anschaue.
Das sind 160.000, ähm,
erneuerbare Anlagen.
Ja, sehr gut.
Hast dich gut geschlagen.
Ja, danke schön.
War, ähm, sehr fair.
Ich hab erst, äh, echt geschwitzt, als
du dann meintest, ich muss schätzen.
Ja, super.
Dann machen wir weiter mit einem
Thema, was du schon angerissen hast.
Und zwar, äh, oder eigentlich nicht
nur angerissen, wir haben's schon,
ähm, schon im ersten Block ganz
gut besprochen, der Anschlussboom.
Ähm, also die vielen Anfragen, die
ihr habt, die an euer Netz wollen.
Ähm, und dass dieser Anschlussboom
natürlich erst mal fordernd ist,
aber uns auch bei einer gewissen
Sache Abhilfe schaffen kann,
und zwar beim Thema Abregelung.
Auch das hast du schon kurz erwähnt.
Ähm, viele kennen den Begriff der
Abregelung, ähm, von Windrädern
nur aus den Nachrichten.
Ähm, was passiert ganz konkret,
wenn so 'ne Anlage abgeregelt wird?
Wenn, also bei 'nem PV-Park kann man's
nicht so sehr sehen, aber bei 'nem
Windrad sieht man's ja, es weht der
Wind und das Windrad dreht sich nicht.
Was passiert da?
Warum passiert das?
Ja, ich würd gerne beim
Beispiel Windanlagen bleiben.
Wir haben hier im Norden ja extrem
viel Wind und wenn ich, ähm, sehr,
sehr viel Wind habe und wirklich alle
Windanlagen, äh, sich drehen wollen,
dann kann es passieren, dass zu
viel Energie in das Netz eingespeist
wird und ich 'nen Engpass hab.
Ich vergleich das gerne mit der Autobahn.
Ähm, wenn ich jetzt zum Beispiel
Feierabendverkehr habe und viele Autos,
äh, entsprechend auf der Autobahn
sind, dann kommt es zum Stau und dann
kommt es zum Stehen und ich kann eben
nicht mehr Verkehr fließen lassen.
Und so ist das im Netz.
Ich hab ganz viele
Windräder, die sich drehen.
Ich hab aber nicht die Netze,
die sie, diese Kapazität haben.
Und dann bleibt letztendlich
auch die Windanlage stehen.
Und im Hintergrund, was passiert da?
Unsere Netzleitsystem, also unsere
Systemführer, regeln entsprechend, äh,
die Anlagen ab, weil sonst das ganze
System zum Kollabieren kommen würde.
Also wir haben in Deutschland
'ne Frequenz von fünfzig Hertz,
die müssen wir auch einhalten.
Dafür sind wiederum die
Übertragungsnetzbetreiber verantwortlich.
Aber wenn wir eben zu viel erneuerbare
Energien haben und zu wenig Bezug, dann
kommt dieses Gleichgewicht ins Schwanken.
Dann hab ich 'ne Frequenzabweichung
und das wäre für uns nicht gut.
Also im allergrößten Worst Case, aber
das haben wir zum Glück alle im Griff,
würde es dann zum Stromausfall kommen.
Aber deswegen müssen wir
dann eben gegensteuern.
Mhm.
Und du hast auch schon berichtet, dass
diese Abregelung deutlich abgenommen hat.
Liegt das daran, weil wir Netze
ausgebaut haben oder weil wir
mehr Abnehmer im Land haben?
Oder wie, äh, wie ist das zu erklären,
dass der Wert so, sich so sehr verbessert
hat und wir nicht mehr so oft Windräder
sehen, die bei Wind stillstehen?
Also das liegt wirklich daran,
dass wir, ähm, kontinuierlich in
den Netzausbau investiert haben.
Wir haben uns auch schon vor
paar Jahren auf den Weg gemacht
und haben überlegt: Wie sieht
eigentlich das Netz der Zukunft aus?
Wir haben das Zielnetz genannt und
wir haben die politischen Ziele uns
angeschaut und haben abgeleitet, was
bedeutet das jetzt eben für Netzausbau.
Dreißig Gigawatt Erneuerbare,
das war unsere Ausgangsbasis.
Und dann haben wir abgeleitet,
wie viel Umspannwerke muss ich
bauen, wie viel Freileitung.
Da kommen zum Beispiel auch
die hundertzwanzig Umspannwerke
her aus der Schätzfrage.
Wir bauen, ähm, über tausend Kilometer
Freileitung, über neuntausend
Kilometer bauen wir in der Mittel und
Niederspannung und das haben wir in
den letzten Jahren schon angestoßen.
Und das hat eben dazu geführt, dass wir
die Redispatch-Maßnahmen senken konnten.
Und Bezugsseite Hat sich
das nur leicht erhöht.
Also wir sind mittlerweile
bei zwei Komma fünf Gigawatt.
Ähm, das ist relativ konstant.
Ich rechne jetzt noch mal
mit 'nem deutlichen Anstieg.
Also unsere Prognose ist bis fünf
Gigawatt mit Rechenzentren, mit den ganzen
Speichern, Wärmepumpen, Elektromobilität,
aber das ist bislang noch auf 'm
relativ, ähm, ja, gleichen Niveau.
Okay, das hätt ich dich sowieso
fragen wollen: Wer ist denn das?
Wer steht denn da Schlange und
will alles unseren Strom abnehmen?
Ja, also das sind insbesondere, ähm,
die Industrie- und Gewerbekunden.
Das sind ganz klassisch Haushalte und
da merken wir jetzt aber auch, wenn
wir ein Mehrfamilienhaus anschließen
wollen, die wollen auf einmal ganz andere
Leistungsbezüge haben, weil sie eben
kalkulieren, dass jeder 'ne Wärmepumpe
hat, dass jeder 'n Elektroauto fährt
und das sind jetzt die großen Abnehmer.
Rechenzentren kommen auch hinzu.
Das ist hier im Norden, sag ich mal,
noch 'n bisschen entspannter, als
wenn ich jetzt in den Raum Frankfurt
schaue, aber auch damit rechne ich.
Und wie du ja auch schon meintest,
Speicher sind nicht nur, ähm,
Einspeiser, sondern das sind auch
Bezugskunden und da rechne ich
auch mit 'ner großen Abnahmemenge.
Ich möchte noch mal ganz kurz auf das
Thema Netzentgelte zu sprechen kommen,
weil das natürlich uns als Verbraucher
ja auch, ähm, direkt betrifft.
Ähm, die Netzentgelte sind ja
quasi der Betrag, den wir als
Stromnutzer, ähm, leisten, um
das Netz finanzieren zu können.
2027 oder derzeit ist es so, dass wir,
dass der Strompreis ungefähr aus ein
Viertel Netzentgelte bestehen, ähm,
und 2027 soll der staatliche Zuschuss,
ähm, gekürzt werden, was zur Folge
hat, dass wir als, als Stromkunden
'n bisschen mehr zahlen müssen.
Glaubst du, dass das fair verteilt ist,
diese, diese Last zwischen Verbrauchern,
zwischen Netzbetreiber und dem Staat?
Also ich würd gern noch mal
'n Blick zurückschwenken.
Ähm, wir hatten in den letzten Jahren
hier oben im Norden wirklich die höchsten
Netzentgelte in, in Gesamtdeutschland.
Das lag daran, dass wir hier oben
eben aufgrund des Zuwachses der
erneuerbaren Energien unsere Netze
massiv ausgebaut haben und diese
Kosten für den Netzausbau wurden über
die regionalen Netzentgelte verteilt.
Das heißt, dass die Bürger hier im Land
deutlich mehr zahlen mussten als zum
Beispiel die Menschen im, in NRW, wo
ich nicht so viel EE-Ausbau, ähm, hatte.
Das ist definitiv nicht fair gewesen
und umso mehr hat es mich gefreut,
dass 2025 entschlossen wurde, dass, äh,
Regionen, wo besonders viel Netzausbau
ist, ihre Netzentgelte verteilen dürfen.
Und somit, ähm, konnten wir hier
auch in Schleswig-Holstein unsere
Netzentgelte senken durch die, durch
die bundes, ähm, esweite Verteilung.
Und genau das hattest du auch gerade
angesprochen mit den, mit den Zuschüssen.
Dieses Jahr zum 1.
Januar 2026 gab es dann Zuschüsse, ich
glaub von 6,5 Milliarden Euro für den
Netzausbau der Übertragungsnetzbetreiber.
Und dadurch, dass wir nachgelagerter
Netzbetreiber sind, hat sich das auch
direkt auf unsere Netzentgelte ausgewirkt.
Und ich freue mich erst mal wirklich, dass
wir von '24 auf 2026 unsere Netzentgelte
in Summe in Schleswig-Holstein um
vierhundert Millionen reduzieren konnten.
Für den Haushaltskunden sind das
rund, ja, vierzig Prozent weniger
und für Gewerbekunden, die bei uns
an der Mittelspannung hängen, sind
das über sechzig Prozent weniger.
Also das hat wirklich gewirkt, die
Instrumente und, ähm, die Bezuschussung,
die läuft jetzt ja auch noch 'n bisschen
und ich glaub, dann muss man mal gucken,
wie entwickelt sich das ganze System.
Aus meiner Sicht sollte sich unser neues
Energiesystem auch von alleine tragen und
zukünftig auch ohne Subventionen leben.
Und es ist schon wichtig, dass auch
Verbraucher, sei es jetzt Haushaltskunden
oder, oder Gewerbeindustrie, dass sie
natürlich auch Netzentgelte zahlen,
weil sie ja letztendlich auch auf die
sichere Stromversorgung angewiesen
sind und diese täglich nutzen.
Wir haben schon darüber gesprochen,
dass viele Speicher im Land,
ähm, angeschlossen werden wollen.
Siehst du die Speicher mehr als eine
Entlastung oder eine Belastung fürs Netz?
Also für mich sind Speicher
wirklich integraler Bestandteil
des zukünftigen Energiesystems.
Ich glaub, ohne Speicher
wird es nicht gehen.
Und wenn wir Speicher mit den
richtigen Regeln anschließen, dann
sind sie auf jeden Fall für uns gut.
Äh, man spricht dann auch von netzneutral
oder netzdienlich, also dass sie
das Netz nicht zusätzlich belasten.
Wenn sie das Netz zusätzlich belasten,
sagen wir auch netzschädlich.
Also das wäre schlecht, weil das
würde mehr Netzausbau bedeuten.
Und ich glaub, wenn man Speicher
wirklich sinnvoll integriert, ähm,
dann kann das Ganze funktionieren.
Und ich hab auch schon gehört, dass
PV-Anlagenbetreiber mittlerweile
sagen, es lohnt sich gar nicht mehr,
PV-Anlagen, ja, autark sozusagen,
also alleine zu bauen, sondern immer
in Kombination mit 'nem Speicher.
Woran liegt das?
Zum einen sinken die Speicherpreise enorm.
Das heißt, es wird immer günstiger, 'n
Speicher zu bauen und gleichzeitig, ähm,
wird auch unser System immer volatiler.
Und mit 'nem Speicher kann ich natürlich
bestimmte Spitzen besser abfedern,
so-sowohl dann ja fürs Netz als aber eben
auch auf Marktseite und kann, wenn ich 'n
Speicherbetreiber bin, am Ende will ich
ja Geld verdienen und kann entsprechend
auch, ähm, ja, gewisse Arbitagen machen.
Ich denk mal, die größten Speicher
sind da die Batteriespeicher, von
denen wir ja in Schleswig-Holstein
auch schon einige haben.
Grade, ähm, in den letzten ein, zwei
Jahren ist da ja vieles dazugekommen.
Würdest du denn sagen, dass die, ähm,
netzneutral derzeit betrieben werden
oder ist das eher noch schwierig?
Ja, wir haben mittlerweile über
fünfhundert MW an Speicher am Netz.
Viele Kleinspeicher, die würde ich
jetzt gerne 'n bisschen vernachlässigen,
weil die kriegen wir gut integriert.
Was natürlich schon spannend ist, was
ist mit den Großbatteriespeichern?
Und wir haben zu seiner Zeit damals
den größten Batteriespeicher in
Deutschland in Betrieb genommen
von Equstor in Bollingstedt
mit über hundert MW Kapazität.
Und ja, da waren wir
auch ganz optimistisch.
Äh, der Netzplaner, ähm, hat das auch
alles ausrechnet und gesagt: „Ja,
den schließen wir an ohne Regeln."
Und zwei Tage später hat dann wirklich,
äh, der Systemführer angerufen und hat
gesagt, äh: „Was passiert hier grade?
Ähm, das funktioniert so nicht.
Der Speicher macht, was er möchte.
Fünfzehn Minuten bewegt er sich rauf
und runter und stresst das Netz so sehr.
Das funktioniert für uns in
der Systemführung nicht."
Und dann haben wir das Ganze
analysiert und haben halt festgestellt,
dass Der Speicher in Bollingstedt
sich nach dem Markt orientiert.
Der Markt bildet aber nicht die regionale
Situation vor Ort ab und hat natürlich
dann Strom bezogen, wenn der Marktpreis
besonders günstig war und hat Strom
ausgespeist, äh, wenn es teuer war, weil
er entsprechend da Geld verdienen wollte.
Und das hat dazu geführt, dass teilweise
der Speicher auch eingespeist hat in
das Netz bei erneuerbaren Überschuss
und es dann zu Redispatch kam, was wir
nicht wollen, ähm, weil wir dann eben
entsprechend ja auch die Kosten haben, die
umgelegt werden auf, auf alle Verbraucher.
Und das haben wir dann auch mit dem
Pra, Betreiber diskutiert und ich,
waren wirklich sehr, sehr konstruktive
Gespräche und der Speicherbetreiber hat
auch verstanden, dass wir Regeln brauchen.
Und dann haben wir uns auf den Weg
gemacht und haben überlegt, wie
könnten solche Regeln aussehen?
Und ganz vereinfacht gesagt, haben
wir dann definiert, der Speicher
muss PV-Anlagen beziehungsweise
Windanlagen aus, aus dem Weg gehen.
Das heißt, wenn die einspeisen,
darf er nicht einspeisen.
Und wenn aber viel Strom auch benötigt
wird, zum Beispiel morgens oder abends,
ähm, wenn auch die Haushalte Strom
benötigen und womöglich noch nicht die
Sonne scheint, ich keine PV-Einspeisung
hab, dann darf er entsprechend
auch Energie ins Netz abgeben.
Und das haben wir im Rahmen eines
sogenannten FCAs, also Flexible
Connection Agreement, abgebildet.
Und das ist jetzt auch der
Blueprint, ähm, für unsere FCAs.
Und, äh, ich kann wirklich auch sagen,
das gehört ja auch zur Wahrheit dazu,
dass ich Speicher ohne FCAs nicht mehr
ans Netz anschließen würde, weil einfach
die Belastung im Netz da ist, weil der
Speicher sich nach dem überregionalen
Markt orientiert und das passt leider
nicht zu unserer Situation hier vor Ort.
Dann haben wir also gelernt aus
dem, äh, ersten Großspeicher im
Land, wie wir's richtig machen und
jetzt läuft's eigentlich ganz gut.
Jetzt sind die Regeln klar und das
heißt, jetzt können weitere kommen.
Genau.
Also was vielleicht auch wichtig
ist, äh, wir haben n, uns nicht
nur dann mit dem Speicherbetreiber
in Bollingstedt unterhalten.
Ähm, wir haben entsprechend auch
viele Iterationen gemacht, haben
uns auch viel Kundenfeedback, äh,
eingesammelt, äh, weil natürlich
auch jeder ein anderes Businessmodell
hat hinter seinem Speicherbetrieb.
Und wir wollen jetzt mit unserem
standardisierten FCA im, im September,
Oktober Wirklich an den Markt gehen.
Und ich glaube wirklich daran, nach
den vielen Schleifen, die wir mit
Speicherbetreibern betrieben haben,
dass der FCR jetzt auch, äh, stabil
ist und, äh, ja, auch wirtschaftlich
für die Speicherbetreiber ist.
Schauen wir uns doch noch einmal
die ganz normalen Haushalte
in Schleswig-Holstein an.
Ähm, du hattest ja schon angesprochen,
dass, ähm, E-Autos, äh, immer mehr genutzt
werden, Wärmepumpen immer mehr genutzt
werden, also dass wir umsteigen von
fossilen Energieträgern, die nicht übers
Stromnetz geleitet wurden, sondern in Form
von, von Öl und Gas dann eher da waren,
zu einer Extrem Erhöhung an Elektrizität.
Siehst du dann diese Wärmepumpen,
E-Autos, ähm, Batteriespeicher,
die jetzt, ähm, ich zum Beispiel
bei mir zu Hause haben könnte,
siehst du die als Gefahr fürs Netz?
Müsst, müsst ihr da, habt ihr da 'n
großes Auge drauf und Bauchschmerzen?
Oder sagst du, das ist das Beste, was
uns passieren kann, die 'n bisschen
flexibel genutzt und schon sind
das unsere größten Helfer, die wir,
ähm, für, fürs Netz haben können?
Ja, auf jeden Fall Letzteres.
Also ich freu mich über
neue Verbraucher im Netz.
Die erhöhen auch, äh, die Netznutzung
und wir haben uns schon vor Jahren
auf den Weg gemacht und haben
auch Studien durchgeführt: Wie
entwickeln sich Wärmepumpen und
Elektromobilität in unserem Netz?
Also auch da haben wir sehr
vorausschauend geplant, haben das
in unsere Netzplanung mit integriert
und haben entsprechend auch, ja,
unsere Netze danach ausgerichtet.
Was natürlich schon wichtig ist, dass
wir auch diese Flexibilität dann nutzen.
Es gibt ja auch Paragraf vierzehn
A. Also wie, wie kann ich eigentlich
flexible Verbraucher entsprechend auch,
äh, sinnvoll in das Netz integrieren?
Und das halte ich für essenziell
auch gerade Wärmepumpen sind nichts
anderes als ein Speicher, die ich
nutzen kann, um zum Beispiel auch
Erzeugungsspitzen abzupuffern.
Und bei Autos ist genau das Gleiche,
ähm, Stichwort bidirektionales Laden.
Ähm, das heißt, dass auch der Speicher
im Auto genutzt werden kann, um
womöglich, ähm, Spitzen abzufangen.
Spannendes Thema.
Lisa, ich habe noch eine
letzte Frage für dich.
Wir haben bei der Vorstellung deiner
Person am Anfang gesehen, dass du
zuvor auf der IT-Seite eher warst.
Jetzt bist du auf der Technikseite.
Gab's jetzt bei diesem Switch
irgendwas, was sich selber statt?
Oder war das eher ein bekanntes
Feld, was du dort betreten hast?
Also mein Ausflug in die IT, also
IT digital war ein Ausflug für mich
und von daher habe ich dort enorm
viel gelernt, äh, wie zum Beispiel
IT-Prozesse funktionieren, ähm, wie
ich auch Systeme anwende und für
mich ist das aktuell so wertvoll.
Also ich bin auch für unsere
sogenannte OT verantwortlich.
OT ist Operational Technology und das
ist, sage ich mal, die IT, die wir
nutzen, um unsere Netze zu betreiben.
Da haben wir ganz besondere, ähm,
Anforderungen auch an die Sicherheit.
Äh, so ein System darf nicht
ausfallen, sonst könnten wir vielleicht
auch einen Stromausfall haben.
Und das, was ich in der IT gesehen
habe, kann ich gut übertragen in die OT.
Und wir haben auch viele Schnittstellen
zwischen der IT und OT, die man jetzt
viel, viel besser ausbauen kann.
Also von daher war wirklich, ich habe
enorm viel in dem IT-Bereich gelernt
und freue mich jetzt, ähm, genau diese
Schnittstelle besser zu bedienen.
Und, ähm, wir sind auch gerade dabei,
das auch in einer Person viel stärker
zu vereinen, also IT-Leitung und
OT-Leitung, weil ich da ganz, ganz
viele Abhängigkeiten sehe und das auch
viel stärker zukünftig zusammenwächst.
Okay, aber jetzt bist du in deinem
eigentlichen Zuhause in deiner Arbeit.
Also genau, ich, also ich habe
meinen absoluten Traumjob.
Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen.
Ich, äh, habe damals schon im Studium
habe ich mich sehr intensiv mit Netzen
beschäftigt und ja, ich, äh, freue mich
über die Vielfalt der Themen, ich freue
mich über, über die Technik und gerade
das Thema FCAs, Zuteilungsverfahren,
wie plane ich meine Netze zukünftig.
Also jeder Tag, äh, hat eine
neue Herausforderung und, äh,
das macht's so spannend und ich
bin in der Technik echt zu Hause.
Cool.
Das hört sich gut an.
Lisa, vielen Dank, dass wir bei
euch im Haus sein durften, hier mit
dir das Gespräch führen durften.
War sehr spannend.
Ähm, vielen Dank und
dann sagen wir tschüss.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
Ja, ich freue mich.
Bis dann.
Das war Shift.
Der Norden macht Zukunft.
Der Energiewende Podcast der EKSH