SHift - der Norden macht Zukunft

EKSH - Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH

Leihräder, Carsharing & Autonomes Fahren: Wohin steuert die Mobilität in unseren Städten?

SHift - der Norden macht Zukunft

13.04.2026 39 min

Zusammenfassung & Show Notes

Welches Zeugnis bekommen die deutschen Städte derzeit für ihr Mobilitätskonzept? Wie verändern die nächsten Generationen schon jetzt unser Mobilitätsverhalten und damit auch unsere Stadtbildern? Was machen andere europäische Städte schon jetzt besser als wir? Und wann sind auf unseren Straßen nur noch autonome Fahrzeuge unterwegs? Über diese spannenden Fragen spricht Niklas in dieser Folge mit dem Stadtgeographen und Mobilitätsexperten Dr. Stefan Carsten. Mit ihm sitzt auch zum ersten Mal ein Zukunftsforscher bei uns am SHIFT-Kaffeetisch. Er verrät uns, wie die Mobilität in unseren Städten in Zukunft möglicherweise aussehen könnte.

Niklas klärt mit Stefan u.a. folgende Fragen:
  • Welches Zeugnis bekommen die deutschen Städte derzeit für ihr Mobilitätskonzept?
  • Was sind aktuell unsere größten Herausforderungen in Sachen Mobilität?
  • Was machen andere europäische Städte schon jetzt besser als wir?
  • Welche Stellschrauben müssten wir drehen, um nachhaltiger mobil zu sein?
  • Wie bekommen wir die Menschen vom Auto aufs Fahrrad?
  • Welche Trends erkennt Stefan in seinem Mobility Report 2027?
  • Wann sind auf unseren Straßen autonome Fahrzeuge unterwegs? 
  • Welche Stadt in Deutschland ist führend in Sachen Mobilität?
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!

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Über unseren Gast:
Dr. Stefan Carsten ist Stadtgeograph, Zukunftsforscher und Mobilitätsexperte. Er war Projektleiter in der Zukunftsforschung bei Daimler und entwickelt seither Mobilitätsstrategien für Politik, Städte und Unternehmen. Heute ist er selbstständig beratend und forschend tätig und sitzt zudem in verschiedenen Beiräten, z.B. vom Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn. Seit 2019 veröffentlicht Dr. Stefan Carsten regelmäßig den Mobility Report.

👉 Auf seiner Hompage findest du noch mehr Infos über Dr. Stefan Carsten
👉 Dort findest du auch seine Bücher und Mobility Reports
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Transkript

Stefan, wie viel Diesel-Dieter steckt in dir? Diesel? Dieter? Sehr wenig tatsächlich. Ich glaube... Also wenn ich über fossile Antriebe, wenn ich über Rudolf Diesel, Karl Benz und so weiter nachdenke, dann sind das Namen, die viele Gewerbegebiete prägen und meine Kinder werden mit diesen Namen nichts mehr anzufangen wissen. Und ich finde, das ist in diesem Sinne eine klassische Übergangstechnologie, die wir gebraucht haben, um den Wohlstand in diesem Land voranzutreiben, bis zu einem gewissen Grad natürlich nur. Und die Zeit ist jetzt vorbei. Es ist auch meine Aufgabe, darüber zu sprechen und die Vorzüge von neuen Energiesystemen nicht nur für die Mobilität, sondern für unsere gesamte Gesellschaft aufzuzeigen. Okay, schön, dass du da bist. Schön, dass du den Weg aus Berlin hier zu uns gefunden hast. Vielen Dank für die Einladung. Herzlich willkommen an alle zu einer neuen Folge Shift. Ich muss euch heute leider alleine begrüßen, denn Rana ist abwegig. Die wird aber bestimmt relativ bald hier wieder am Tisch sitzen. Kuchen zu Gemüte führen. Wir haben heute tatsächlich auch das erste Mal kein Kuchen sondern Obst. Unser Gast hat sich Obst gewünscht. Das machen wir natürlich auch gerne. Stefan, ich werde dich kurz vorstellen, bevor wir dann inhaltlich werden. Ich glaube, man wird es im Laufe der Vorstellung schon erahnen können, über was wir heute reden wollen. Dr. Stefan Karsten, du bist Stadtgeograf, Zukunftsforscher und Mobilitätsexperte. Du warst lange Jahre in der Automobilindustrie tätig bei der Daimler AG, dort aber auch schon für den Bereich Zukunftsforschung. Aktiv seit 2014 bist du selbstständiger Zukunftsforscher, Berater und Referent, immer mit Fokus auf Stadt, Mobilität und Zukunft. Du sitzt in verschiedensten Beiräten vom Bundesverkehrsministerium, von der Deutschen Bahn und seit 2019 veröffentlichst du regelmäßig so alle zwei Jahre, den Mobility Report. Und dieser Mobility Report, der jetzt auch gerade kürzlich wieder erschienen ist, das soll auch so ein bisschen die Grundlage unseres Gesprächs sein. Generell wollen wir einfach über die Mobilitätswende hier in Deutschland sprechen. Bevor wir allerdings den Blick in die Zukunft werfen, müssen wir erstmal den Status Quo beleuchten. Deshalb werden wir jetzt auf deutsche Städte gucken. Der Fokus soll auf Städten heute liegen. Wenn du da auf deutsche Städte guckst, welches Zeugnis würde es denn aktuell geben? Wie sind die in puncto Mobilität? Derzeit unterwegs? Das Zeugnis würde wahrscheinlich so im Dreierbereich liegen mit der Tendenz der Verbesserung. Wir haben über die letzten Jahre sehr, sehr viel erreicht. Wir waren mit Sicherheit vor zehn Jahren im Bereich 5, 4 minus. Es gab so einige Ausreißerstädte oder einige wenige Ausreißerstädte schon vor zehn Jahren. Das war tatsächlich Berlin gewesen, die immer eine ganz besondere eigene Mobilität hatten aufgrund der ganz besonderen Stadtstruktur. Aber in den letzten zehn Jahren ist extrem viel passiert. Interessanterweise ist außerhalb Deutschlands noch viel, viel mehr passiert. Das heißt, die Frontrunner-Städte der Mobilität liegen in Frankreich, liegen in Italien liegen in Belgien, sowieso traditionell in Skandinavien Benelux. Und Deutschland... Ich würde nicht sagen, hat diesen Trend verschlafen, das auf gar keinen Fall. Es bemüht sich, der Schüler bemüht sich, aber er ist doch sehr, sehr langsam und träge und hat, glaube ich in der Gänze und in der Breite noch nicht richtig verstanden wie einzelne Instrumente zusammenwirken und was sie tatsächlich gesamtgesellschaftlich und auch wirtschaftlich bewirken können. Was würdest du sagen, sind so die aktuell größten Herausforderungen die die Städte haben? Tatsächlich ist das Erstarken des rechten politischen Spektrums ein ganz wesentlicher Aspekt, warum viele Politikerinnen und Politiker Angst haben, Mobilität in unserem Sinne, im nachhaltigen Sinne voranzutreiben. Das macht sich manifest an der Debatte um den öffentlichen Raum. Wofür wird in Städten öffentlicher Raum genutzt? In einer Stadt wie Berlin sind 60% des öffentlichen Raumes dem Auto gewidmet. Und die anderen 40% sind Fußgängerzone, Parks, Grünanlagen. Aber halt 60% sind Straßen und Parkplätze. Das ist etwas, was das rechte Spektrum gerne behalten möchte, was auch die CDU gerade in Berlin sehr, sehr massiv tatsächlich in den Wahlkampf hineinträgt Der öffentliche Raum gehört dem Auto und wir brauchen den öffentlichen Raum aber, wenn wir die Mobilität tatsächlich neu gestalten wollen. Der öffentliche Raum muss für Fußgänger, muss für Fahrradfahrer, muss für Sharing-Optionen umgestaltet werden, genutzt werden. Der öffentliche Raum muss. Zum Wohle des Einzelhandels umgestaltet werden. Das Auto ist tatsächlich ein Verlustbringer für den Umsatz im Einzelhandel Das wissen wir seit vielen Jahren. Wir haben belastbares Zahlenmaterial, jetzt auch neuestens aus Nordrhein-Westfalen erhalten. Und da zeigt sich, wenn ich die Bevölkerung nicht mitnehmen kann, so wie ich es normalerweise... Machen könnte bei so einem Thema, werden viele Projekte doch zerredet, werden ausdiskutiert es geht langsam voran, zwei Schritte nach vorn einer zurück, drei Schritte nach vorn, vier zurück. Das ist, glaube ich das wesentliche Merkmal der Debatte heute in den Städten. Okay, also du meinst dass die Altparteien Angst haben, wenn sie... Mehr und mehr Parkplätze wegnehmen, um den anderen Nutzung zu führen, dass das dazu führen könnte, dass Wähler Wählerinnen eher ins rechte Spektrum abwandern. Genau. Und es ist halt, genau dieses Spektrum hat eine sehr, sehr starke mediale Aufmerksamkeit. Und wir haben bei diesen Debatten Wir um Mobilität tatsächlich noch nicht verstanden, dass wir uns ja in einem übergreifenden Transformationsprozess befinden. Wir kommen aus einer Phase der industrialisierten Stadt. Die hat im 18. Jahrhundert begonnen und die wirkt in Deutschland über die Automobilindustrie, über die Chemieindustrie, Pharmaindustrie Es ist dieser Glaube dass diese Industriezweige uns diesen Wohlstand gebracht haben, was ja auch richtig ist. Und diese Hoffnung, dass das über die nächsten Jahre, Jahrzehnte auch immer so weiterbleiben wird. Und das ist ein Trugschluss. Die Industrie wandert ab, die Industrie ist nicht mehr wett. Bewerbsfähig China hat uns links und rechts überholt in einer Geschwindigkeit, wie es keiner vorhergesehen hätte. Die Automobilindustrie, die deutsche Automobilindustrie, stellt im Moment Autos zur Verfügung, die nicht marktfähig sind, die in der Vergangenheit stecken geblieben sind. Jedes chinesische Auto ist einem Mercedes-BMW technisch überlegen. Digital überlegen sowieso, von der Batterieleistung sowieso überlegen, kostenmäßig auch überlegen. Wir verlieren über die letzten zwei Jahre über 100.000 Arbeitsplätze im Automobilsektor. Wir werden alleine in diesem Jahr sicherlich rund 100.000 Arbeitsplätze verlieren. Die Zuliefererindustrie in Berlin, Brandenburg und Sachsen das ist so ein IG Metall Bezirk den ich berate, die sagen, sie werden in ein, zwei Jahren... Kein Geschäftsmodell mehr haben, weil das alte Modell auf Metallverarbeitung ausgelegt war. Also einen Kupplungsblock zu fertigen, Getriebeblock zu fertigen, das sind alles Fähigkeiten Wertschöpfungsansätze, die ich nicht mehr brauche in der Elektromobilität. Und jetzt gibt es ja dieses wirklich peinliche Bemühen der Bundesregierung, den Diesel noch zu retten. Durch den hocheffizienten Verbrenner. Durch den hocheffizienten Verbrenner, von dem keiner weiß, was das eigentlich sein soll. Und tatsächlich ist die Elektromobilität natürlich heute schon kostenseitig In den TCOs also in den Total Costs of Ownerships schon deutlich besser. Die Reichweiten reichen in jeder Dimension aus, um in Urlaub zu fahren. In ganz Europa gibt es bessere Ladesäuleninfrastrukturen als in Deutschland. Und die nächste Batteriegeneration. Das, worüber ich als Zukunftsforscher immer spreche, ist dann halt irgendwann die Feststoffbatterie, die dann sowieso 1000 Kilometer Reichweite hat, die dann sowieso in fünf Minuten vollgeladen wird, die dann auch nicht mehr auf den Fähren anfängt zu brennen, sondern einfach sicher ist. Und das ist natürlich dann etwas, wo der Diesel dann überhaupt gar keine Chance mehr hat. Okay und jetzt hast du ja immer noch gesagt, dass durch den Autoverkehr die Wirtschaftskrise Kaufkraft eher schlecht ist. Dabei heißt es doch eigentlich immer, wenn diskutiert wird, ob Parkplätze in einkaufsstarken Bereichen weggenommen werden, dass dann die Ladenbesitzer Angst haben, weniger Kaufkraft. Der Einzelhandel hat tatsächlich sehr wenig Einblick in die realen... Nutzertypologien, was Verkehr anbelangt Wenn ich heute Einzelhändler frage wer ist denn der stärkste Umsatzbringer? Sind es die Fußgänger, die Fahrradfahrer, ÖPNV oder die Autos Sagen sie alle unisono das Auto. Und wenn du dir die faktischen Befragungen, Umfragen dazu anguckst und die Menschen fragst, wie viel haben sie jetzt konsumiert? Wie viel haben sie ausgegeben Wie sind sie mit welchem Verkehrsmittel hergekommen? Es ist genau das Gegenteil. Der höchste Einfluss sind die Fußgänger aus der Nachbarschaft, dann kommen die Fahrradfahrer dann kommt der ÖPNV und tatsächlich der geringste Umsatzbringer ist das Auto. Das heißt, ich muss meinen öffentlichen Raum umgestalten, um Lebensqualität, um Aufenthaltsqualität in den Städten wieder zu realisieren, denn sonst wird das Internet gewinnen, sonst wird Amazon gewinnen und die Thalia Online Stores werden gewinnen. Ich meine, wir sind jetzt hier gerade in Schleswig-Holstein. Ihr habt großes Glück, dass ihr von dem Klimawandel auf eine andere Art und Weise beeinflusst seid als eine Stadt wie Berlin oder wie Regensburg. Ich war letzte Woche in Wien. Da sprechen wir über drei... Grad Temperaturanstieg. Und das 1,5 Grad Ziel ist so weit entfernt wie nie zuvor. Und das werden wir auch in den nächsten 30, 40 Jahren nicht realisieren. Das heißt, wir haben Sommer vor uns mit 40, 45 Grad Außentemperatur. Gehe ich dann noch in eine Stadt, die steinern ist, wo ich keine Bäume, keinen Schattenspender habe, wo Autos rumstehen, die ein zusätzlicher Wärmeblock sind? Oder sitze ich zu Hause und klicke und hole mir meine Lebensmittel nach Hause, hole mir meine Bücher nach Hause, hole mir meine Kleidung nach Hause? Für die ältere Bevölkerung sind das... Umfeldbedingungen, wo sie faktisch nicht mehr überlebensfähig sind. Und das sind die realen Entwicklungen. Und da müssen wir auch über das Vehikel Mobilität gegensteuern um dieses Land wieder zukunftsfähig zu machen, um den Wohlstand in diesem Land auch weiter garantieren zu können. Davon sind wir momentan sehr weit entfernt. Und glaubst du denn, dass die Menschen genug Vorstellungskraft haben, um sich eine Stadt vorstellen zu können, die nicht so stark autozentriert ist? Also du sagst ja schon, dass 60 Prozent der Fläche für eigentlich die Autos und Parkplätze, also für Straßenparkplätze vorbehalten sind. Und wenn wir vielleicht davon mal wegkommen, was ja an sich eine schöne Vorstellung ist, viel mehr Grünflächen Spielplätze und so weiter, fehlt dann da mit der Vorstellungskraft sich das anders? Also erstens finde ich hast du es genau richtig formuliert Du hast nämlich von weniger Auto zentriert gesprochen und das ist auch genau mein Ansatz. Ich möchte überhaupt gar nicht polarisieren und ich möchte auch gar nicht Menschen, die auf das Auto angewiesen sind aus dieser Debatte ausschließen. Das heißt, ich spreche nicht von Autofreiheit Das ist nicht mein Ziel. Ich bin Geograf, Stadtgeograf, ich bin Urbanist. Ich glaube, dass Autos zu einem gewissen Teil auch... Teil der Urbanität sind. Aber weniger autozentriert ist tatsächlich etwas, was sich Menschen schlecht vorstellen können. Das sehen wir in jeder öffentlichen Debatte. Und zwar nicht nur in Deutschland, das sehen wir genauso in Dänemark. Das sehen wir auch in den USA. Auch in den USA, große Städte San Francisco, New York, wollen alle weniger Autozentrierte. Werden. Das heißt, wenn dort über eine Straße debattiert wird oder eine Nachbarschaft debattiert wird und Parkplätze entfernt werden sollen, dann ziehen die Menschen vor die Gerichte und wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. So, und dann haben sie in der Regel aber keine Chance und das Projekt wird trotzdem durchgezogen und wird umgebaut und umgestaltet. Und hinterher sagen die gleichen Menschen, Mensch, wenn ich das gewusst hätte, was das mit unserer Nachbarschaft macht, was das mit unserer Stadt macht, hätte ich mich niemals dagegen gewehrt. Und das ist mein Plädoyer tatsächlich zu sagen. Lasst uns die Bevölkerung doch etwas weniger integrieren in diesen Entscheidungsfindungsprozess. Wir sind die Experten Wir wissen, was zukunftsfähig für Stadt und Gesellschaft ist. Wir sind in der Verantwortung, die Stadt nach bestem Wissen und Gewissen zu entwickeln. Lasst es uns so übersetzen und umgestalten. Und im Nachhinein können wir dann mit den Menschen darüber sprechen, okay, was hat jetzt gut funktioniert, was hat weniger gut funktioniert. Aber ich sage dir als Zukunftsforscher, frage niemals einen Menschen nach der Zukunft. Die Vorstellungskraft reicht nicht aus. Beziehungsweise die Menschen haben nicht die Informationen zur Verfügung, die wir zur Verfügung haben. Das heißt, du glaubst weniger Mitbestimmung der Bevölkerung führt dazu, dass sie aber am Ende einen größeren Nutzen haben. Genau. Gehört am Ende aber auch zu, Transparenz herzustellen, zumindest schon mal aufzuzeigen, das haben wir vor, aber ihr habt kein Mitspracherecht. Weniger Mitspracherecht. Ich finde, es gibt in Schweden gerade ein ganz tolles Projekt, was ich sehr, sehr spannend finde. In Schweden wird in den Städten gerade die Eine-Minute-Stadt umgesetzt. Und da merkt man schon, der zeitliche Aspekt in der Mobilität und in der Stadtplanung ist ein ganz ganz wichtiger und entscheidender. Was bedeutet die Eine-Minute-Stadt? Sie bedeutet, dass... Immer Dreierteams von Haustür zu Haustür gehen, von Wohnungstür zu Wohnungstür. Das ist ein Vertreter Vertreterin der Kommunalverwaltung, ein Vertreter Vertreterin der Verkehrsbehörde und ein Mitarbeiter eines Designbüros. Und die fragen die Menschen, was möchtest du im direkten Umfeld von deiner Wohnungstür Haustür, was brauchst du dort für Die urbane Funktion. Brauchst du einen Parkplatz? Brauchst du eine Sitzbank? Brauchst du einen Spielplatz? Brauchst du einen Fahrradabstellplatz? Was brauchst du? Und dann sagen natürlich die Menschen, ich brauche einen Autoparkplatz, weil ich bin auf das Auto angewiesen. Und andere sagen, ich brauche einen Spielplatz, weil der nächste Spielplatz ist drei Blocks entfernt Das ist mir zu weit mit dem Kind. Das Kind schläft dann immer ein auf dem Weg nach Hause. Und andere sagen tatsächlich, ich brauche hier so einen kleinen Tisch, um mal mit meinen Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Und dann wird das ausgehandelt und umgesetzt. Das heißt, ich hole die Menschen direkt an ihrem Lebensort ab, was passiert. Im Ein-Minuten-Radius um ihre Wohnungstür. Und was brauchen sie dort? Und dann wird das gebaut. Dann sagt das Designbüro, ja, das können wir machen. Kein Problem, wir haben hier eine Vorlage da haben wir es schon mal so gemacht. Und dann bauen die einen Spielplatz mitten auf die Straße, um den Menschen einfach zu ermöglichen ihre Stadt zu leben. Und das ist dann weniger zukunftsorientiert, sondern das holt die Menschen in ihrem Lebensalltag ab. Und das ist natürlich ein toller Ansatz. Nun kann man eigentlich glaube ich sagen, dass das Fahrrad in der Stadt eigentlich oft die... Das schnellste, flexibelste, unabhängigste Verkehrsmittel ist. Trotzdem ist es nicht das, was quasi am meisten genutzt wird. Was muss passieren, damit so ein Verkehrsmittel wie das Fahrrad aber auch für Fußgänger und so weiter, dass dort mehr... Dass die Leute auf diese Verkehrsform umsteigen. Also das ist tatsächlich sehr, sehr einfach. Ich bin jetzt hier heute Morgen ein bisschen durch Kiel gelaufen. Ich war gestern ein bisschen in Kiel unterwegs. Wir haben große, breite Straßen. Wir haben mitten in der Stadt zwei Spuren pro Richtung, nicht überall, aber auf großen Magistralen. Diesen Raum brauchen wir nicht für das Auto. Das heißt, nehmt eine Fahrspur sofort dem Auto weg und Separiert sie, trennt sie physisch ab für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer und automatisch automatisch werden mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren. Das war das große Learning durch Corona, als die Pop-Up-Radwege überall aufgepoppt sind und die Menschen sind Fahrrad gefahren. Du kannst heute als grober Indikator tatsächlich sagen, je mehr Menschen in einer Stadt mit dem Fahrrad unterwegs sind, desto wohlhabender, reicher, lebensfroher ist diese Stadt. Es ist ein Indikator für Zukunftsfähigkeit, es ist ein Indikator für Wohlstand tatsächlich. Die skandinavischen Städte sind Städte die nie... Eine substanzielle industrielle Basis gehabt haben. Sie waren immer wissensbasiert, sie waren immer schon digitaler als wir, sie waren immer schon kreativer als wir. Und das heißt, du konntest schon frühzeitig den öffentlichen Raum so umgestaltet, dass die Lebensqualität für die Menschen im Mittelpunkt stand und eben nicht die automobilen Pendler, die in die großen Industrie im Mittelpunkt Hallen fahren mussten wo zu Schichtbeginn tausende von Menschen anfangen zu arbeiten, wo du die großen Straßenkapazitäten brauchtest, um das überhaupt gewährleisten zu können. Und aus diesem Learning wissen wir, dass die industrielle Stadt im Zuge dieser großen Transformation zu einer wissensbasierten Stadt und damit auch zu einer wissensbasierten Mobilität wird. Lasst uns diese Räume so umgestalten, dass sie für alle funktionieren. Und für die Autofahrerinnen und Autofahrer unter euch, die hier zuhören, ihr könnt euch sicher sein, hinterher fließt der Verkehr sogar flüssiger, weil die Menschen setzen sich... Und viele zum ersten Mal überhaupt damit auseinander wie sie mobil sind und fangen an, über Alternativen nachzudenken. Das heißt, viele fahren freiwillig dann mit dem Fahrrad oder freiwillig mit dem ÖPNV. Und die, die noch auf das Auto angewiesen sind, die haben immer einen flüssigeren Verkehr. Zeigt jede Umsetzung weltweit. Es ist immer das Gleiche. Okay, also das ist quasi auch so ein Punkt wo du meinst man muss den Menschen erstmal etwas wegnehmen. In dem Fall eine Spur. Sie werden dann aber merken, für Sie und für alle ist es im Endeffekt besser. Richtig. Spannend. Bevor wir jetzt den Blick nochmal mehr in Richtung Zukunft werfen, machen wir eine kleine Auflockungseinheit Wir machen ein kleines Shift-Quiz. Bzw. eher sind Fragen, wo wir gucken wollen, ob du denen zustimmst oder nicht. Autofreie Innenstädte bis 2035. Ja oder nein? Nein. Warum? Soll das kommentieren? Gerne kurz, ja. Ich glaube, wir polarisieren hier eine Thematik die wir nicht brauchen, die nicht, die viele Menschen ausschließen würden, die tatsächlich auf das Auto angewiesen sind. Und das halte ich für nicht, halte ich nicht für den richtigen Weg. Tempo 30 als Standard in Städten. Ja, vollkommen richtig. Sehr, sehr wichtig. Sehr einfach umsetzbar. Mit einem hohen Impact tatsächlich für alle. Der Faktor Lärm wird massiv unterschätzt In europäischen Städten leben 50 Prozent der Bevölkerung in Räumen die Oberhalb des Gesundheitslevels sind. Das heißt, sie sind jeden Tag mit gesundheitsgefährdenden Lärmemissionen auseinandergesetzt. Und Tempo 30 ist da ein Riesenstellhebel. Wir haben jetzt im letzten Jahr 2.800 Verkehrstote. Wieder eine Steigerung tatsächlich. Auch da Tempo 30 ein überlebenswichtiger Faktor. Ist guter nur noch mit festen Abstellzonen? Ja, gerne. Nur diese festen Abstellzonen die können trotzdem überall sein. Es kann halt jeder Radbügel kann eine Abstellzone sein. Eine Abstellzone muss nicht 10, 20, 30 Quadratmeter groß sein, sondern es reicht ein Quadratmeter aus. Dann ist es halt auch genau dieser eine Quadratmeter und 30 Zentimeter daneben ist es der nicht mehr. Und so hat das ja auch Paris vorgemacht. Paris war eine Horrorstadt, als sich Scooter aufgekommen sind. Ich bin selbst in Paris Scooter gefahren. Das war der Horror gewesen. Und dann hat man aber ziemlich schnell festgestellt, es gibt technische Möglichkeiten, Geofencing. Um einfach diese Abstellzonen neu zu denken und zu installieren. Und dann ist von einem Tag auf dem anderen, jetzt übertrieben formuliert, war diese Stadt komplett aufgeräumt Und jeder Scooter und jedes Leihfahrrad stand genau an einer Abstellzone. Und ganz ehrlich. Deutsche Politikerinnen und Politiker und auch Verwaltungsorganisationen sind einfach absolut behäbig und schieben den schwarzen Peter immer von sich fort und sagen, ihr seid dafür verantwortlich Nein, wir müssen dieses Thema gemeinsam lösen und es ist extremst einfach technisch so etwas zu lösen. Und dann habe ich trotzdem Scooter in der ganzen Stadt, aber in Abstellzonen. Also ja, aber... Ein bisschen nein. Parken nur noch in Quartiersgaragen. Finde ich auf jeden Fall einen wichtigen Aspekt. Wir haben ja das Phänomen des Backup-Cars, wie ich jetzt auch in meinem neuen Buch geschrieben habe. Das heißt, das Mobilitätsverhalten in den Städten hat sich schon deutlich verändert. Wir nutzen... Immer weniger das Auto. Wir kaufen es tatsächlich aber immer noch. Und das heißt, Mobilitätsverhalten und Konsumverhalten haben sich ein bisschen abgekoppelt. Und du brauchst so den letzten Push. Ja, das könnte ein höheres Anwohner. Anwohnerparken sein, also höhere Kosten für Anwohnerparken sein. Das könnten Incentives für den ÖPNV sein oder es könnten halt eben auch Quartiersgaragen sein, wo ich die Autos aus den Nachbarschaften rausräume und sie zentralisiere. Und dann würden auch wieder viele Leute sagen, ach, ich nutze das Auto. Es ist ein absoluter Kostenfaktor Wir wissen ja, so ein Mittelklassewagen kostet mich 400 Euro im Monat, auch wenn ich es gekauft habe. Das sind Wertverluste, das sind Steuern das sind Versicherungen, das sind Reparatur, das sind Tankkosten. So, und 400 Euro haben oder nicht, da kann ich schon sehr, sehr viel Scooter fahren, da kann ich extrem viel mit dem Deutschlandticket ÖPNV fahren, da habe ich eine BahnCard 50 locker mit integriert und habe eine Mobilität, die viel, viel mehr Mobilität mir ermöglicht Und für die Urlaubsfahrt hole ich mir einen Mietwagen und schaffe es trotzdem nicht mal ansatzweise auf 400 Euro hochgerechnet im Monat zu kommen. Also da, glaube ich wird die Kostentransparenz noch sehr viel Gutes tun und da könnten genau diese Garagen einen ganz wesentlichen Einfluss haben. Wir wagen den Blick mehr in Richtung Zukunft und wie wir schon gehört haben, hast du jetzt gerade den Mobility Report 2027 rausgebracht, in dem du über verschiedene Trends sprichst die die Mobilität prägen werden. Was ist aus deiner Sicht ein Trend, der in die Städte einziehen wird? Was werden wir dort an Veränderungen sehen? Also ich versuche ja sowohl gesellschaftliche Entwicklung und so ein bisschen auch technische Entwicklung immer parallel zu beobachten. Für mich ist schon sehr, sehr wichtig eine gesellschaftliche Entwicklung. Jetzt kommt eine Generation in den Mobilitätsmarkt, die nicht mehr automobilsozialisiert ist. Wir können ja eigentlich erst seit 20, 25 Jahren sprechen wir überhaupt erst von Mobilität. Was faktisch falsch ist, weil es gab schon immer Mobilitätsforscher, aber die hatten nichts zu tun oder haben ihr Geschäft falsch verstanden. Aber seit 20, 25 Jahren haben wir überhaupt erst Mobilität im Sinne von Einer großen, breiten Angebotspalette. Also seit 25 Jahren gibt es Carsharing nicht nur stationär sondern halt auch Free Floating, also überall im Stadtraum verteilt. Wir haben Scooter, wir haben Bike-Sharing-Systeme wir haben Ride- Pooling-Angebote, also wir haben die ganze Palette Lastenfahrräder, wo man sich aussuchen kann, bei welchem Wetter bei welcher Situation nutze ich was. So, und das ist jetzt die erste Generation, die eben nicht mehr mit dem Auto aufgewachsen ist, sondern mit Mobilität. Und die wird das... Mobilitätsverhalten in städten sehr sehr stark prägen die werden ganz selbstverständlich auf all diese angebote zugreifen die werden sie vielfältig nutzen die menschen machen trotzdem noch ihren führerschein das dürfen wir nicht vernachlässigen das ist ein ganz wesentlicher aspekt Weil das Auto eben Teil einer Mobilitätsangebotsform ist. Und natürlich nutzen sie dann auch mal ein Auto, um zu Ikea zu fahren oder um in Urlaub zu fahren. Und dafür brauchen sie auch den Führerschein und die Zugangsbedingungen, aber eben auch nicht mehr. Diese Menschen werden sich das Auto einfach auch nicht kaufen, weil es absoluter Unsinn ist, sich ein Auto zu kaufen in der heutigen Zeit. Und das verändert die Mobilität stark. Und ich habe diese Generation Generation Scooter genannt Bewusst um ein bisschen zu polarisieren. Provokant zu sagen, ja, der Scooter ist ein wesentlicher Teil der Mobilität. Wir wissen jetzt aus Untersuchungen, dass 47 Prozent der Scooterfahrten ein Auto ersetzt. Also dass die Menschen die Scooter nutzen oder auch Sharing, Bike-Sharing-Angebote nutzen, dass das Auto bei denen eine immer geringere Rolle spielt. Weil Mobilität auch sehr rational tatsächlich dadurch geworden ist. Menschen, die heute den ersten Kilometer mit einem Scooter überbrücken, um zum ÖPNV zu kommen, die sind halt sehr multimodal und die sind sehr, sehr clever. Und die nehmen den Scooter, dann klappen ihn zusammen, der gehört ihnen dann auch und nehmen ihn mit in den Bus. Und das ist auch gut so, weil diese Menschen sind früher mit dem Auto gefahren. Eben wegen des ersten Kilometers, weil der so unattraktiv war. Und das dürfen wir nicht vergessen. Diese Verkehrsmittel haben ihre rationale, nachhaltige Berechtigung. Sie sind sehr, sehr wichtig. Und darauf möchte ich auch hinweisen in diesem Report, dass sich hier einiges verändern wird. Und wenn du jetzt sagst, die junge Generation wird weiterhin den Führerschein machen, auch weiterhin das Auto nutzen, aber halt nur als ein Verkehrsmobilitätsmittel neben vielen anderen. Glaubst, das führt dazu, dass wir am Ende dann auch weniger Autos in Deutschland haben? Weil wir haben jetzt irgendwie, glaube ich bummelig 50 Millionen Pkw im Bestand Führt das dazu, dass die Leute, also gerade die jüngere Generation, nicht mehr unbedingt ein eigenes Auto hat, dass wir dann den Bestand auch runterbekommen? Zu 100 Prozent. Das ist 100% klar. Und das weiß jeder Akteur der Automobilindustrie. Das ist ja auch in den Städten Siehst du das auch massiv? Es braucht, wie gesagt, oftmals noch so diesen letzten Impuls das Auto, was eigentlich nur noch rumsteht, auch zu verkaufen. Aber das Auto ist zur Stehmasse geworden. Es ist ja ohnehin schon seit langem eine Stehmasse und wird immer mehr zur Stehmasse. Und die neuen Generationen werden zeigen, wie eine mobile Gesellschaft ohne ein eigenes Auto perfekt funktioniert. Davon profitieren natürlich Mietwagenakteure, davon profitieren Carsharing-Angebote solange es noch nicht autonomes Fahren gibt. Denn autonomes Fahren ist natürlich der Sargnagel für jeden Mietwagenakteur, ist der Sargnagel für jeden Carsharing-Akteur ist der Sargnagel für jedes Taxiunternehmen. Und das ist hundertprozentig klar. Glaubst du denn, dass Autonome fahren wird? Also sind das dann eher öffentliche Autos Carsharing-Autos quasi, die den Leuten zur Verfügung stehen oder wird man auch ein Privatauto haben, was autonom fahren wird? Ich bin relativ sicher, dass wir auch private Autos haben werden, die autonom fahren werden, wo ich dann im Grunde im Freundeskreis oder in der Familie so ein eigenes Sharing mache. Es hört ja auch, diese Unterscheidung hört ja auch auf, privat versus öffentlich, privat versus gewerblich. Ich habe ein autonomes Fahrzeug Was Level 4, Level 5 fähig ist, also eine fast vollständige oder hundertprozentige Autonomie. Level 5 ist? Level 5 ist hundertprozentige Autonomie, das heißt, das Auto kann überall hinfahren. Es ist nicht auf einem bestimmten Radius nicht auf einem bestimmten Raum kalibriert und zugelassen, so wie wir jetzt im Moment ÖPNV-Angebote denken im Level 4-Kontext, was dafür auch reicht, sondern dieses Auto darf... Alles machen. So, und dann kann ich natürlich als Privatperson dieses Auto besitzen und kann damit meine familiäre Mobilität organisieren lassen und oder ich kann sagen, ey, ich brauche das Auto für die nächsten drei Tage nicht, also gebe ich es doch der Öffentlichkeit und lasse es im öffentlichen Dienst fahren Im Grunde genommen wie ein Airbnb-Angebot natürlich. Teile meiner eigenen Wohnungen Zimmer gebe ich für Airbnb frei und bekomme darüber ein zusätzliches Einkommen. Das wird genau so funktionieren. Und gleichzeitig wird es natürlich öffentliche Akteure geben, die die Shuttle, eher Shuttle anbieten, also vielleicht Viersitzer, Sechsitzer, Achtsitzer, um einfach die öffentliche... Mobilität zu organisieren. Das wird in den Städten passieren. Wir werden vielleicht um das Jahr 2050 heraus keine menschlichen Fahrer mehr in diesem Verkehrssystem haben. Warum? Der Mensch ist ein absoluter Unsicherheitsfaktor Der Mensch verursacht Unfälle. Hunderttausende pro Jahr mit immensen volkswirtschaftlichen Kosten. Wir wissen heute aus den USA, die Waymos, die Robotaxis, die dort unterwegs sind, sind Stand heute, März 2026, Faktor 13 sicherer Als der Mensch. Heute im Jahr 2026. Das heißt, ich habe heute schon 92% weniger schwere Unfälle. Ich habe über 90% weniger leichte Unfälle, wo der Airbag ausgelöst wird. Fußgänger sind zu über 80% heute sicherer. Fahrradfahrer zu über 90% heute sicherer Und so weiter und so fort. Also wir bewegen uns in eine Zukunft Vision Zero. Keine Unfälle mehr, keine Todesfälle mehr, keine Verkehrsopfer mehr durch autonomes Fahren. Und dann müssen wir den Menschen aus der Gleichung rausnehmen. Ganz einfach. Das heißt, man wird dann im Jahr 2050 auch gar nicht mehr die Wahl haben, ob ich das Auto selbst steuere oder nur das Auto für die Steuerung verantwortlich ist? Das ist eine steile These, aber ja. Genauso ist es. Du schreibst ja im Mobility Report auch von Städten die denken und Autos die verhandeln können. Das zieht wahrscheinlich genau in diese Richtung, dass alles autonom läuft und miteinander kommuniziert über Datenströme etc. Wir haben immer mehr Sensoren auch in Städten die alles Mögliche aufzeichnen. Wir wissen eigentlich, wir könnten jede Sekunde wissen, wie viele Menschen im Bus sind, wie viele Menschen an der Haltestelle sind. Und wir könnten das in Echtzeit übersetzen um Angebote zur Verfügung zu stellen. Ich werde natürlich... Relativ zeitnah nicht mehr diese Situation haben, dass ich im Zug in Deutschland unterwegs bin und die Durchsage kommt, oh leider, der Halt entfällt oder wir haben eine halbe Stunde Verspätung, es tut uns leid und ich anfange in zehn Apps parallel zu suchen, was das jetzt für mich persönlich bedeutet, sondern in naher Zukunft wird mir diese Information dann zur Verfügung gestellt. Es ist im System abgebildet wo mein Termin ist. Das System weiß, wo ich bin. Das System weiß, welche Mobilität zur Verfügung stellt und organisiert mir dann die Reisekette. Und das wird innerhalb von Sekunden passieren. Und ich bin nicht mehr unter Stress, um zu gucken, wie schaffe ich es denn jetzt noch, meinen Termin zu realisieren. Und im Zweifel wird das System diesen Termin dann einfach absagen oder verschieben. Auch das passiert dann. Und so buche ich dann auch Reisen. Und so kaufe ich auch Autos oder lease ich Autos Ich kann heute schon in den USA ein Auto kaufen, bestellen innerhalb von 30 Sekunden über drei, vier Prompts. Und dann ist die Sonderausstattung der Felge inkludiert und das Motorpaket ist inkludiert und die Farbe des Autos ist inkludiert. Und im Hintergrund läuft dann immer parallel die Leasingrate mit und im Hintergrund läuft automatisch der Finanzcheck ab. Die Kreditwürdigkeits-Check-up. Und dann habe ich nach 30 Sekunden, ich kenne dieses Video, ich nutze dieses Video, nach 30 Sekunden habe ich dann eine grüne Ampel mit meinem Fahrzeug und dann klicke ich noch einmal und dann habe ich das realisiert. Das heißt auch Einzelhändler, Autohändler, Fahrradhändler, Buchhändler. Sie stehen vor der Herausforderung ihren Vertriebs- und ihren Verkaufsprozess neu zu denken und zu gestalten, weil KI denkt und entscheidet. Ich bin gespannt, ob das so kommen wird, wann das so kommen wird. Du hattest am Anfang schon gesagt, dass es eher Städte im Ausland gibt, die was Mobilität angeht vorbildlich sind. Könntest du trotzdem eine Stadt in Deutschland herauspicken, wo du sagst, die machen das schon relativ vernünftig? Ja, also im Moment ist der, dem Mobilitätslied hat die Stadt Hamburg. Das muss man schon ganz klar sagen. Anis Tjags macht einen fantastischen Job, einen guten Job. der Verkehrsminister in Hamburg Der Verkehrssenator, genau, in Hamburg. Der auch, und das ist auch wichtig. Politisch wieder legitimiert worden ist, seine Politik der vergangenen vier bis fünf Jahre jetzt nochmal vier bis fünf Jahre fortzusetzen. Das haben die Wählerinnen und Wähler an der Urne entschieden, weil es zeigt, dass ein neues Mobilitätsangebot, ein veränderter öffentlicher Raum attraktiv ist und für alle funktioniert. Und natürlich... Es ist nicht Paris, Hamburg, um Gottes Willen Es ist sehr vorsichtig, es ist sehr bedächtig Der öffentliche Raum ist im weitesten Sinne noch der alte öffentliche Raum. Das heißt, es wird kosmetisch eingegriffen um es so in aller Deutlichkeit zu sagen. Aber schon diese Kosmetik reicht, um das Mobilitätsverhalten zu verändern und zwar positiv zu verändern. Und das ist sehr, sehr gut. Eine letzte Frage. Wenn du einen Joker frei hättest, also quasi eine Entscheidung treffen dürftest, was die Mobilität in der Stadt angehen könnte, um diese zu verbessern in Richtung Zukunft zu bringen, welche wäre das? Ich würde das Angebot an öffentlich verfügbaren Parkraum massiv reduzieren und diesen Parkraum nutzen, um dort Fahrradspuren, Spielplätze, grüne Bäume zu platzieren und zu gestalten und so den öffentlichen Raum für alle attraktiv zu gestalten. Das wäre meine wichtigste Maßnahme. Stefan, das war super spannend. Du warst ja für uns jetzt der erste Zukunftsforscher. Das war echt spannend, da mal reinzugucken, wie du die Zukunft siehst. Wir sind gespannt, ob das so kommen wird. Wenn ihr, liebe Zuhörenden da mehr darüber wissen wollt und auch eine weitere Folge mit Stefan nicht verpassen wollt, wenn wir nochmal aufs Land gucken, dann solltet ihr uns folgen Folgt uns auf Instagram, Shift-Unterschrift, der Norden macht Zukunft. Dann werdet ihr erfahren, wenn die Folgen rauskommen und führt euch natürlich den neuesten Mobility Report von Stefan zu Gemüte. Dann sagen wir danke Stefan, dass du hier warst und dann tschüss bis zum nächsten Mal. Vielen Dank.

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