SHift - der Norden macht Zukunft

EKSH - Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH

Daniel Günther: Wie wird Schleswig-Holstein bis 2040 klimaneutral?

SHIFT - der Norden macht Zukunft

02.02.2026 39 min

Zusammenfassung & Show Notes

Kneift uns mal! Heute nimmt kein geringerer als Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther an unserem Kaffeetisch Platz. Ein Gespräch über den Stand der Energiewende in Schleswig-Holstein lässt sich der gebürtige Kieler nicht nehmen - darüber freuen wir uns riesig!

Neben der Frage, ob wir eher auf dem Oktoberfest oder auf der Kieler Woche eine von seinen berühmten Gesangseinlagen hören und sehen werden (und viele weitere private Anekdoten), erfährst du von Daniel Günther in dieser Folge u.a.:
  • Warum Schleswig-Holstein fünf Jahre früher als der Bund klimaneutral sein möchte
  • Ob das Bundesland dieses Vorhaben in seinen Augen auch schaffen wird
  • Wie ein klimaneutrales Schleswig-Holstein 2040 aussehen wird
  • Wie wir es schaffen, gleichzeitig ein klimaneutrales und ein Industrieland zu sein
  • Welche Industrien Daniel Günther 2040 in Schleswig-Holstein angesiedelt sieht
  • Was passiert, wenn ein Unternehmen sich nicht an die Klimaziele hält
  • Wie die Schleswig-Holsteiner zum frühen Klimaziel 2040 stehen
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!

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Über unseren Gast:
Daniel Günther ist Schleswig-Holsteiner durch und durch: geboren in Kiel, Abi in Eckernförde, Studium wieder in Kiel. Mit dem Magister in Politikwissenschaft, VWL und Psychologie in der Tasche, zog es ihn in die Politik. Seit 2009 gehört er dem Schleswig-Holsteinischen Landtag an. Seit 2017 ist er Schleswig-Holsteins Ministerpräsident.

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Daniel Günther ist Schleswig-Holsteiner durch und durch: geboren in Kiel, Abi in Eckernförde, Studium wieder in Kiel. Mit dem Magister in Politikwissenschaft, VWL und Psychologie in der Tasche, zog es ihn in die Politik. Seit 2009 gehört er dem Schleswig-Holsteinischen Landtag an. Seit 2017 ist er Schleswig-Holsteins Ministerpräsident.

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Transkript

Ich finde, wenn man einmal in die Welt im Moment guckt und man sich fragt, will man eigentlich von dieser Welt abhängig sein oder wollen wir nicht eher versuchen, dass wir die Dinge auch selbst bei uns in Europa regeln, dann kommt man ja immer mehr zu dem Schluss, dass es, glaube ich gut wäre, wenn man sich nicht in Abhängigkeiten begibt. Und deswegen finde ich es richtig, dass man möglichst diese Ziele... Weiterhin konsequent verfolgt. Wir sind in Schleswig-Holstein in vielen Prozessen deutlich weiter als andere. Und das ist eben der Grund, warum wir uns auch zutrauen, dieses Ziel fünf Jahre früher zu erreichen, als wir uns das in Deutschland vorgenommen haben. Einige Bundesländer haben nachgezogen, haben auch gesagt 2040 klimaneutral, da machen wir mit. Müssen wir jetzt 2039 klimaneutral werden, weil wir das erste sein wollten? Klönschnack mit Tiefgang. Das ist Shift. Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende-Podcast der EKSH. Werden die Stimme wahrscheinlich sowieso direkt erkennen, aber die Vorstellung machen wir trotzdem erst nach dem Quiz, oder Niklas? Machen wir so. Sehr gut. Dann fragen wir jetzt eine kleine Entweder-Oder-Runde. Wir würden nämlich gerne wissen, Nordsee oder Ostsee, wo tankst du am liebsten Energie? Nordsee. Trotz Eckernförder Wohnort? Das ist ja schon viel verraten jetzt. Naja, ich lebe ja gerne an der Ostsee, aber auftanken heißt für mich tatsächlich immer ein bisschen Urlaub machen und den Urlaub verbringe ich dann in der Tat an der Nordsee. Okay, ja, interessant zu wissen. Mal gucken, ob es jetzt wieder so überraschend wird. Oktoberfest oder Kieler Woche? Welches Volksfest gefällt Ihnen besser? Beides gemeinsam. Beides Bayern-Zelt auf der Kieler Woche. Sehr gut. So gehen wir auf jeden Fall dem neuen Streit mit Söder aus dem Weg. Genau. Versuche ich gerade hinzukriegen. Podcast aufnehmen oder Plenarsitzung? Was macht mehr Spaß? Ich glaube, ich muss jetzt antworten Plenarsitzung. Sonst kriege ich Ärger. Das nehmen wir auf jeden Fall so hin. Auch wenn die ehrliche Antwort natürlich Podcast gewesen wäre Selbstverständlich. Okay. Und eine habe ich noch. Windkraftgegner überzeugen oder Fußballderby moderieren? Was wäre die größere Herausforderung? Und auch Windkraftgegner überzeugen das kriegen wir ja auch hin in Schleswig-Holstein. Wir haben ja viele Befürworter, also von da sind wir da nicht schlecht. Aber ein Derby moderieren, da kriege ich ja eher Bock zu. Also kommt immer darauf an, gegen wen und wobei. Also THW gegen Flensburg beim Handball ist für mich ein bisschen schwierig, weil ich ja THW-Fan bin und also nicht ganz neutral, auch wenn ich Flensburg auch sehr, sehr gerne mag. Aber ich würde das schon neutral hinkriegen, weil ich die Flensburger ja auch mag. Sehr gut, dann machen wir weder noch. Ja, nein, das ist. Wir kommen jetzt mal zum offiziellen Part. Grundsätzlich freuen wir uns natürlich über jeden Gast, den wir hier im Podcast haben. Aber heute ist es schon was Besonderes für uns. Eine große Freude und eine große Ehre, denn wir haben unseren Ministerpräsidenten Daniel Günther hier bei uns am Schifftisch sitzen. Schön, dass du da bist, Daniel. Es ist uns eine große Freude. Vielen Dank. Schön, hier zu sein. Auch wenn alle Zuhörenden von unserem Podcast natürlich wissen, wer Daniel Günther ist, machen wir trotzdem eine kleine Vorstellung, so wie sich das bei uns im Podcast gehört. Du bist mittlerweile schon seit 2017 Ministerpräsident in zweiter Amtszeit, führst eine schwarz-grüne Koalition an. Du bist auch schon seit 2016 Landesvorsitzender der CDU Schleswig-Holstein. Hier und da wirst du als Genosse Günther von dem einen oder anderen Parteifreund Alexander Dobrindt oder Markus Söder bezeichnet Das ist ja kein Parteifreund das ist ja eine... Schwesterpartei. Also von daher, da müssen wir ja genau aufpassen. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass du vielleicht nicht ganz so auffällst mit, ich sag mal, konservativ-populistischen Aussagen wie die beiden Freunde aus dem Süden. Da hältst dich ja eher neutral und besonnen zurück. Und noch eine große Bekanntheit die dich umfasst, ist, dass du Gesangskünstler bist. Dürfen wir von dir bei der nächsten Kieler Woche im Bayern-Zelt die nächsten Hits erwarten oder ist das immer eher eine spontane Sache? Ne, es ist tatsächlich spontan und ich habe auch übrigens auf Tequila Woche nicht nur im Bayernzelt gesungen sondern häufig auch beim irischen Stand, wenn wir ein bisschen Guinness getrunken haben, dann habe ich da auch schon mal Country Roads gesungen also von daher bin ich etwas breiter aufgestellt, was die Liederpalette angeht. Aber Bayernzelt kann mir durchaus nochmal passieren, wenn es passt. Sehr gut. Und jetzt wollen wir mal hier den Ernst der Lage angehen und zwar über unser heutiges Thema sprechen. Wir wollen nämlich mit dir über die Vision oder das Ziel der Regierung sprechen, der schleswig-holsteinischen Landesregierung Bis 2040 das erste klimaneutrale und industrialisierte Bundesland zu werden. Und da fragen wir uns natürlich, wie diese Reise in den nächsten 14 Jahren, wenn es ja nur noch aussehen wird. Zuerst würde uns mal interessieren, 2040, das ist ja fünf Jahre früher als der Bund. Warum? Weil wir uns ehrgeizige Ziele setzen wollen. Ich finde, wenn man in einem Land wie Schleswig-Holstein lebt, unmittelbar an zwei Meeren wo wir Anstieg des Meeresspiegels hautnah spüren und gleichzeitig in einem Land, wo wir ja bei vielen Themen schon Vorreiter sind, wer, wenn nicht wir, müssen zeigen, dass es auch schnell geht. Und wir sind gezwungen Dadurch dass wir über Parteigrenzen hinweg das Thema erneuerbare Energien ja jetzt nicht erst, seitdem ich Ministerpräsident in Schleswig-Holstein bin, vorantreiben sondern es auch die Vorgängerregierung ja auch genau in die gleiche Richtung geschoben haben, sind wir viel weiter als andere. Was Windkraftausbau angeht haben wir immer die Top-Position gehabt Wir waren die Pioniere, die angefangen haben an der Westküste. Wir sind jetzt selbst beim Thema Solar, sollte man ja nicht annehmen, die Sonne scheint ja in Schleswig-Holstein jetzt nicht exorbitant häufig, aber selbst da sind wir beim Ausbau extrem schnell und alle Klimaziele und Energieausbauziele haben wir ja auch erreicht. Also ich kann mich noch daran erinnern als in den Jahren immer darüber gesprochen wurde, wir wollen onshore, also am Land, 10 Gigawatt Leistung aus Windkraft schaffen. 2025 haben alle gesagt, es ist eigentlich gar nicht möglich, das hinzukriegen Und siehe da, wir haben im letzten Jahr die letzten Genehmigungen gehabt, sind über die 10 Gigawatt gekommen. Und so zeigen wir eben, dass das funktionieren kann und wir prüfen Können eben auch andere dann davon überzeugen dass man durch das Erreichen von Klimazielen eben keine Wohlstandsverluste erreichen muss, sondern dass man dadurch eher auch wirtschaftliche Stärke gewinnen kann. Und von daher sind wir gerne Beispiel auch für andere. Man könnte ja sagen, es hat sogar schon funktioniert, weil einige Bundesländer haben nachgezogen, haben auch gesagt, 2040 klimaneutral, da machen wir mit. Müssen wir jetzt 2039 klimaneutral werden, weil wir das erste sein wollten? Nein, der Wettbewerb ist gut. Und ich freue mich über jedes Land, was ähnlich ehrgeizige Ziele macht. Aber ich glaube, man muss auch sagen, es muss auch alles realistisch bleiben, das umzusetzen. Also ehrgeizige Ziele heißt, dass man natürlich schon auch Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen damit signalisiert, was sozusagen politische Zielsetzung ist. Und damit muss man natürlich aber auch Maßnahmen verbinden, die das auch möglich machen. Also wenn man beispielsweise eine Zementfabrik baut Die wir in Itzehoe haben, jedes Jahr eine Million Tonnen CO2-Ausstoß, dürfen nur noch bis 2039 Zertifikate bekommen. Die wissen eben, es gibt Klimaziele in Deutschland 2045, aber wir in Schleswig-Holstein wollen schneller sein. Und die haben mit anderen auch sich dazu bekannt, das zu schaffen. Die brauchen natürlich auch eine verlässliche Qualität Planungsgrundlage. Und deswegen muss man immer sehr vorsichtig sein, aus politischen Gründen plötzlich Planungsänderungen zu machen, weil Unternehmen natürlich auch langfristige Investitionen tätigen. Und deswegen finde ich es richtig, dass man möglichst diese Ziele weiterhin konsequent verfolgt. 2040 ist unser Ziel. Und ich bin auch optimistisch, dass es zu schaffen ist. Aber wenn wir jetzt sozusagen immer noch einen neuen Wettbewerb machen und jedes Mal, um politisch irgendeinen Punkt zu setzen, noch ein Jahr vorziehen, dann glaube ich verwirrt man diejenigen, die eigentlich mithelfen sollen, diese Ziele zu erreichen. Und deswegen glaube ich sind wir da gut bedient und nichts für ungut. Verstehe die Frage, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ein Land schneller sein wird als wir. Okay, das ist schon mal schön zu wissen. Dennoch gibt es ja... Es gibt Experten und auch Unternehmen, die daran zweifeln dass selbst das Deutschlandziel, 2050 klimaneutral zu sein, funktionieren wird. Nicht zuletzt wegen der großen Abhängigkeit von Erdgasversorgung Die wir derzeit haben. Ich glaube, das bezweifelt auch keiner. Und die jetzt in Schleswig-Holstein sogar in 14 Jahren abzulegen, ist natürlich noch mal sportlicher, als sie in 19 Jahren dann abzulegen, diese Abhängigkeit. Ja, genau. Also 2045 ist ja das Deutschlands Ziel. 2050 ist die Europäische Union. Deutschland ist noch fünf Jahre schneller. Wir sind fünf Jahre schneller. Aber in der Tat das ist in Deutschland auch eine Herausforderung Wir haben aber eine andere Voraussetzung auch in Schleswig-Holstein und sind ja schon als der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann, hat man ja gesehen, was das für ein Druck auch in den südlichen Ländern gewesen ist, weil die ja viel, viel stärker auch vom Import dieses Gases abhängig gewesen sind. Auch in der Lage, auch wenn wir das hier oben nicht so gespürt haben, haben wir sofort geholfen Das heißt, wir sind ja das Land, was am schnellsten sofort LNG Terminal aufgebaut hat in Brunsbüttel und auch geholfen hat, wie wir die Versorgung auch hinbekommen. Aber wir sind ja in vielen Bereichen eben auch weiter als andere Länder. Das heißt, wir haben ja nicht so sehr das Problem, was zum Beispiel Kohleverstromung angeht Wir stellen ja jetzt schon die wenigen Gaskraftwerke die wir in Schleswig-Holstein haben, um auf Wasserstoff-Ready-Kraftwerke In Kiel, wo wir jetzt gerade das Interview führen, 2035 möglich entsprechend umzustellen. Das heißt, wir sind in vielen Prozessen deutlich weiter als andere. Und das ist eben der Grund, warum wir uns auch zutrauen, dieses Ziel fünf Jahre früher zu erreichen, als wir uns das in Deutschland vorgenommen haben. Das heißt, da siehst du auch kein Problem, unabhängig vom Bund, früher klimaneutral zu werden. Man kann ja nicht einfach sagen, Schleswig-Holstein, hier ist eine Grenze und wir sind es und Hamburg ist es schon nicht mehr. Das ist ja schwierig, weil da ja auch viel Zusammenarbeit herrscht, gerade in der Energiewirtschaft und im Wärmebereich, im Mobilitätsbereich. Genau, also das glaube ich muss man auch einfach sportlich sehen. Wir müssen uns natürlich sozusagen von den Gesetzen her auch danach richten was Deutschland sich als Ziel gesetzt hat. Manches können wir auch mit Maßnahmen flankieren, um früher fertig zu sein. Aber in der Tat Klimaschutz ist eine globale Aufgabe und in Deutschland macht es keinen Sinn, wenn man jetzt immer nur an den Ländergrenzen festhält. Wir haben ja Um mal ein Beispiel zu nennen, werden ja auch unsere Werte verschlechtert dadurch, dass wir beispielsweise ein Kohlekraftwerk in Schleswig-Holstein haben, Wedel, was von Hamburg betrieben wird und Hamburg ja entschieden hat, aus einem anderen Kohlekraftwerk, das deutlich moderner war, auszusteigen um Wedel weiter zu betreiben. Wenn ich das jetzt aus dem Kopf richtig weiß, sieben Prozent aller CO2-Emissionen in Schleswig-Holstein kommen aus diesem Kohlekraftwerk in Wedel Aber werden uns angerechnet. Und so ist es natürlich am Ende auch immer ein bisschen rechnerisch schwierig, das ganz klein voneinander abzutrennen. Aber trotz alledem haben wir ja ein Klimaschutzprogramm bei uns in Schleswig-Holstein aufgesetzt, wo wir Maßnahmen auch aufzeigen wo wir zeigen in den unterschiedlichen Sektoren, wie weit sind wir bei den Zielen. Wo müssen wir noch nachsteuern Wo müssen wir gegebenenfalls auch mit öffentlichen Geldern unterstützen, damit es eben keine sozialen Verwerfungen gibt bei der Umsetzung der Klimawende? Aber das ist eben auch in einem Land definitiv möglich. Und zur Not muss man eben auch nachsteuern um diese Ziele auch zu erreichen. Das hat Hamburg ja wirklich sehr geschickt gemacht. Schon klug. Noch kurz auf den Bund. Also... Auf Bundesebene von der Bundesregierung, der ja noch recht neuen Bundesregierung, darf man das noch sagen, da hat man manchmal das Gefühl, dass dort Energiewende und Klimaschutz eher ein bisschen mit der angezogenen Handbremse derzeit durchgeführt wird. Ich höre gefühlt mehr von dem Bau neuer Gaskraftwerke vom Verbrenner aus und der Abschaffung vom sogenannten Heizungsgesetz als vom Gasgeben in den Erneuerbaren. Wie viel Einfluss hat die Erneuerung Die Bundespolitik auf Schleswig-Holstein und das Ziel, was Schleswig-Holstein sich gesetzt hat. Naja wir brauchen schon Unterstützung auch zum Erreichen dieser Ziele auf Bundesebene und von daher machen wir eher unseren Einfluss auf die Bundespolitik geltend. Wir haben da übrigens auch schon Veränderungen auch im ersten Jahr ja hinbekommen Weil es ja neben Schleswig-Holstein auch andere Länder gibt, die sehr stark auf erneuerbare Energien setzen. Wir haben es ja auch schon in der Vorgängerregierung endlich geschafft, dass wir zum Beispiel beim Thema Belastung Schleswig-Holsteins durch Netzentgelte endlich vorangekommen sind. Bis dahin haben wir in Schleswig-Holstein höhere Strompreise bezahlt, weil da, wo ausgebaut wird, die Kunden alle direkt belastet werden. Das haben wir hinbekommen in der Bundespolitik mit anderen Ländern gemeinsam, dass das verändert worden ist. Und zum Amtsantritt der Bundesregierung gab es ja durchaus auch Bestrebungen was das Thema Wasserstoff angeht insgesamt bei Gaskraftwerken durchaus noch Schritte zurückzugehen Ich bin jetzt kürzlich in Finnland gewesen mit einer Delegationsreise Von dort soll ja ein Kabel auch aufs europäische Festland gelegt werden. Da hat Deutschland, als die neue Regierung antrat, noch Wert darauf gelegt, dass es nicht speziell für Wasserstoff auch in diesen Bereichen aufbereitet wird. Jetzt ist es ja so gewesen, dass bei der vorgestellten Kraftwerkstrategie die Bundesregierung explizit reingeschrieben hat, dass alle jetzt neu zu bauenden Gaskraftwerke auch für Wasserstoff möglich sein sollen. Das ist ja am Ende noch verändert worden. Auch weil Friedrich Merz ja als Bundeskanzler Schleswig-Holstein besucht hat, er an der Westküste in den Reußenkögen gewesen ist und sich von GPJUEL dort mal erläutern lassen hat, wozu man auch durch Wasserstoff in der Lage ist. Das hat eine Veränderung auch in der Bundespolitik bewirkt Und so versuchen wir, Schritt für Schritt auch die neue Bundesregierung davon zu überzeugen dass erneuerbare Energien etwas sind die positiv auch Preise beeinflussen können. Und ich glaube, dass wir damit schon recht erfolgreich sind. Ja, ist auf jeden Fall schön zu hören. Voller Einsatz für die schleswig-holsteinische klimaneutrale Zukunft. Damit wir noch einmal verstehen, wie diese Zukunft aussehen kann, kannst du versuchen, uns da mal ein bisschen mitzunehmen, wie ich mir vorstellen kann, wie sieht denn das Schleswig-Holstein aus, in dem ich in 14 Jahren dann lebe wenn es klimaneutral ist? Naja, erstmal in einem weiterhin... Zu schönem Land und einem Land, wo immer mehr Menschen hinwollen, weil wir einfach gute klimatische Bedingungen haben. Muss man ja immer wieder sagen, wenn man sich die Welt anguckt, wer kann von sich sagen, dass wir von Temperaturanstieg, außer dass das Meer ein bisschen steigt, so wenig klimatisch beeinflusst werden. Das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht verändern. Ich finde das bemerkenswert Muss man sich immer wieder bewusst werden. Daraus leite ich eben auch ab, dass wir eine besondere Verantwortung haben, diese Klimaziele auch zu erreichen. Und ich glaube, dass es uns gelingen wird, auch durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien immer stärker nicht nur Strom damit zu produzieren, Da sind wir in dem Schleswig-Holstein, in dem du heute lebst, schon so, dass wir fast das Doppelte an Strom aus Erneuerbaren produzieren, wie wir in Schleswig-Holstein verbrauchen. Aber wir haben noch eine große Aufgabe, was Mobilität angeht was Wärme angeht Und in 2040 wird es uns eben gelingen, dass wir auch in diesen Bereichen arbeiten Klimaneutralität erreichen werden. Das schaffen wir im Moment dadurch, dass wir beim Thema Wasserstoff in Schleswig-Holstein Vorzeigeprojekte haben. Dadurch dass wir bei dem Thema Speichern, was ja essentiell ist, gerade wenn man Erneuerbare hat, hat man immer Erneuerbare Bestimmte Lücken, wo Erneuerbare gerade nicht produzieren. Das ist nun mal so, wenn man keinen Wind hat, kann man halt die Windkraftanlagen nicht bewegen. Wenn die Sonne nicht scheint, gibt es nicht so viel Solar. Biomasse kann das Ganze nicht komplett ersetzen und deswegen muss man immer mehr Speichermöglichkeiten haben. Und in Schleswig-Holstein haben wir heute schon die Projekte in ganz Europa mit den größten Energiespeichern die in Schleswig-Holstein Schritt für Schritt ausgebaut werden. Und das wird natürlich in den nächsten Jahren weitergehen, sodass wir komplett autark auch in diesen Bereichen sind. Ich muss ja jetzt ein bisschen skizzieren, was 2040 ist, damit du dich dann auch wohlfühlst. Aber natürlich muss man auch sehen, dass es sein kann, dass bis 2040 auch wir in Schleswig-Holstein noch nicht komplett ohne Ausstoß von CO2 auskommen werden, weil es immer Prozesse auch in bestimmten industriellen Bereichen geben wird, wo das nicht zu verhindern ist, die wir aber trotzdem brauchen. Also wenn man chemische Industrie nimmt, dann denken ja viele Leute um Gottes Willen Chemie ist alles schlimm. Aber wir werden niemals alle Klimaziele erreichen ohne chemische Industrie. Da produzieren wir etliche Stoffe die wir brauchen. Aber auch da werden in den Prozessen CO2-Emissionen stattfinden. Und deswegen wird auch in einem Schleswig-Holstein 2040 zumindest eine Speicherung oder auch eine Nutzung von CO2 in bestimmten Bereichen immer noch stattfinden Aber es heißt trotz alledem dass die Bilanz am Ende so sein soll, dass wir eben wirklich uns selbst auch zu Recht CO2-neutral nennen dürfen. Da können wir gerne nochmal weiter reingehen. Du hast es schon angesprochen, dass wir ein absolutes Windland hier in Schleswig-Holstein sind und da ein großes Potenzial haben. Mit Blick auf Wirtschaftspolitik und Industriepolitik, wie können wir es schaffen, Dieses erneuerbare Potenzial was wir hier haben, auch dafür zu nutzen, dass wir hier ein sehr guter Wirtschafts und Industriestandort werden. Naja, die Industrie will ja auch Produkte verkaufen und immer stärker werden Produkte nachgefragt die den Anspruch an Klimaneutralität auch erfüllen. Und so gibt es immer mehr Unternehmen, die gucken, wo kann ich denn eigentlich meine Industrieproduktion durchführen. Um eben dieses Siegel CO2-frei auch hinzubekommen. Und das wird natürlich nicht funktionieren wenn man in Regionen ist, wo Kohlestrom ist, wo kein grünes Gas genutzt werden kann, sondern die gucken natürlich nach Regionen wo Strom aus erneuerbaren Energien im Überfluss sind. Und wir merken das ja jetzt schon, insbesondere an der Westküste, wie viele Unternehmen sich Genau dafür interessieren. Und das wird aus meiner Sicht in den nächsten Jahren auch so weitergehen, dass immer mehr Unternehmen gucken werden, wie können wir eine Produktion entsprechend auch in einem Land wie Schleswig-Holstein machen. Und da sind wir für viele Bereiche prädestiniert Wenn man Automobilindustrie der Zukunft sieht, wird das Thema Elektromobilität eine große Rolle spielen. Deswegen spielt Batterieproduktion da eine erhebliche Rolle. Und ich finde, wenn man einmal in die Welt im Moment guckt und man sich fragt will man eigentlich von dieser Welt abhängig sein? Oder wollen wir nicht eher versuchen, dass wir die Dinge auch selbst bei uns in Europa regeln? Dann kommt man ja immer mehr zu dem Schluss, dass es, glaube ich gut wäre, wenn man sich nicht in Abhängigkeiten begibt. Und das ist eine Riesenchance für Länder wie Schleswig-Holstein. Und ich bin mir sicher, bei allen Anlaufschwierigkeiten die ich nicht beiseite wischen will, wir haben ja nicht nur Erfolge jetzt in diesen Bereichen erzielt, glaube ich werden wir nach und nach in den nächsten Jahren merken, dass dieser Weg für erneuerbare Energien Parallel damit auch gleichzeitig industrielle Ansiedlung in Schleswig-Holstein ermöglicht. Nun ist es ja aber leider so, dass Sprichwort Batterieproduktion zuerst Northvolt kommen wollte. Die sind leider ins Wetten gegangen. Jetzt möchte Leiden aus den USA das übernehmen. Auch da gibt es ja so ein paar Schwierigkeiten. Magst du uns da trotzdem mal mit reinnehmen, wie da so die Zukunft aussieht was Batterieproduktion in Schleswig-Holstein betrifft Naja, wir setzen natürlich darauf, dass das mit Leiden besser funktioniert, als es am Ende mit Northvolt funktioniert hat. Das ist im Moment auch noch eine Herausforderung. Ich mache ja auch keinen Hehl daraus, dass ich mich ohnehin darüber wundere, dass wir zunächst ein schwedisches Unternehmen gewählt haben und jetzt ein amerikanisches, obwohl wir ja Das Land sind, was am meisten Automobilindustrie auf der ganzen Welt gehabt hat. Und man ja eigentlich davon ausgehen müsste, dass wenn wir Firmen wie VW, Mercedes, BMW in unserem Land haben, dass die sich schon mal Gedanken darüber machen, warum Fährt eigentlich ein chinesisches Auto mit den Batterien doppelt so weit wie unsere? Also warum sind wir bei den Dingen vielleicht nicht ein bisschen früher dran gewesen? Und dass die sich immer weiter zurückziehen, ist schon keine gute Entwicklung. Aber ganz offen gesagt, woran liegt das? Weil auch die Unternehmen merken dass Politik in den Bereichen ein bisschen... Und das, was ich zu Beginn gesagt habe, dass wir halt dauerhaft verlässliche Bedingungen schaffen müssen, damit Unternehmen langfristige Investitionen machen können Das ist einer der Gründe warum es bei der Batterieproduktion auch in bestimmten Bereichen nicht vorankommt. Ich nenne mal einmal ganz kurz, wenn es erlaubt ist, auch in diesem Podcast, mal ein Beispiel, wo man sieht, wie viel erfolgreicher man ist, wenn nicht mit jedem Regierungswechsel sich Ziele verändern, sieht man in dem Ausbau von Glasfaser in Schleswig-Holstein. Wir sind das Land was da Dreimal so schnell ist wie alle anderen Flächenländer. Bayern kann davon träumen wie Glasfaser in Schleswig-Holstein ausgebaut ist. Wir sind da bei 85, 90 Prozent der Fläche. Woran liegt das? Weil wir seit 15 Jahren in Schleswig-Holstein, egal wer regiert hat, immer gesagt haben, wir investieren in Glasfaser und deswegen sind wir da erfolgreich. Und das ist der Grund, warum wir bei der Batterieproduktion hinterherhinken, weil es mal Diskussionen über Verbrenner aus und als nächstes sagt man, Elektromobilität ist doch wichtig und gucken wir uns an, wann auch bestimmte Autofirmen auch beim Thema Northvolt ausgestiegen sind. Genau in den Zeiten, als diese Diskussionen wieder losgegangen sind, haben sie ihr Investitionsportfolio Richtung andere Alternativantriebe verlagert und das hat Auch bei Norfolk Schwierigkeiten mit sich gebracht. Also von daher glaube ich, ein bisschen daraus lernen, dass es nicht so schlau ist, gerade wenn es um Innovation und um Zukunftstechnologien geht, jedes Mal wieder neue Ziele sich zu setzen. Das irritiert Wirtschaft und sorgt dafür, dass man weniger erfolgreich ist. Also bist du weiterhin überzeugt dass Schleswig-Holstein sich zukünftig nicht nur Windland bezeichnen kann, sondern auch Batterieland? , definitiv bin ich davon überzeugt Und wir haben auch bewusst gesagt, wir wollen nicht das erste klimaneutrale Land sein, sondern wir wollen das erste klimaneutrale Industrieland sein. Denn das ist wirklich meine feste Überzeugung Klimaschutz... Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass sich nur Reiche das leisten können, kann nicht erfolgreich sein. Und deswegen muss immer ganz klar sein, Klimaneutralität muss auch damit verbunden sein, dass der soziale Kit in der Gesellschaft auch funktioniert, sich niemand abgehängt fühlt. Und deswegen muss man immer dann, wenn man sich ehrgeizige Ziele setzt, auch Menschen aufzeigen mit geringerem Einkommen, dass sie nicht Verlierer eines solchen Prozesses sind. Und das muss sichergestellt sein an der Stelle. Und das geht halt eben nur, wenn die Wirtschaft läuft. Aber auch gerade eine klimaneutrale Wirtschaft kann eben in Schleswig-Holstein extrem erfolgreich sein. Wir sind verständlicherweise noch kein klimaneutrales Land. Wir sind auch noch kein Industrieland. Stimmt's wahrscheinlich zu? Ein bisschen Luft ist noch nach oben. Und wenn wir Batterieland sind, heißt es ja aber auch noch nicht dass wir... Ein Industrieland sind. Welche weiteren Industrien siehst du denn hier, dass wir uns auch als wirkliches Industrieland bezeichnen können? Naja, also erstmal haben wir, glaube ich, Potenzial für ganz viel. Und mit Sicherheit wird man nicht von einem Industrieland jetzt schon im klassischen Sinne sprechen. Aber wir haben ja eine Menge Industrie auch in Schleswig-Holstein. Ich meine Brunsbüttel, das größte Industriegebiet in unserem Land. Da sind ja unterschiedlichste Bereiche dort auch tätig Wir haben viele tausend Arbeitsplätze in der chemischen Industrie. Wir haben eine starke Ernährungsindustrie. Und wenn ich mir angucke was wir für Wachstumsrat Auch beim Thema wehrtechnische Industrie haben. Das ist ja ein absolutes Zukunftsfeld und aus meiner Sicht wird es auch so weitergehen, denn wir haben ja eben über das Thema Abhängigkeiten gesprochen. Wann wem in der aktuellen Weltlage nicht klar ist, dass wir unsere Sicherheit selbst gewährleisten müssen, Ich glaube, dem ist dann auch in diesen Zeiten nicht zu helfen. Und da sind wir mit einem Land mit starken Werften, mit starken Unternehmen, die auch im Fahrzeugbau unterwegs sind, prädestiniert dafür. Und deswegen wird es in diesen Bereichen, das merken wir ja im Moment auch, einen deutlichen Anstieg auch an Arbeitsplätzen geben. Und ich glaube, dass das gar nicht damit begrenzt ist. Sondern dass wir darüber hinaus auch Möglichkeiten haben, auch in anderen Branchen attraktiv zu sein. Denn Klimaneutralität wird am Ende in ganz vielen Branchen das A und O sein. Und da sind wir halt als Standort wirklich prädestiniert. Jetzt haben wir ein bisschen über Ansiedlung gesprochen. Du hast aber auch schon aufgezählt was wir auch hier alles schon für bestehende Industrie haben. Was hat denn das Land, was hat die Regierung für Möglichkeiten, Überhaupt von der Industrie zu verlangen, klimaneutral zu werden? Ich meine, das eine ist es ja, dass du jetzt sagst ich will das aber. Und das andere ist ja, dass die anderen mitmachen und auch mitmachen müssen. Wie funktioniert das? Naja, gewisses Mitmachen müssen ist ja durch die Bundesgesetzgebung Dieses Klimaziel ist ja eins, was sich der Bund auch gesetzt hat. Und wir flankieren das ja auch bei uns in Schleswig-Holstein mit weiteren Maßnahmen. Und wir haben ja erreicht, dass dieses Ziel in Schleswig-Holstein auch gar nicht strittig ist. Wir haben ja eines der Länder, wo beispielsweise in der chemischen Industrie alle in Schleswig-Holstein angesiedelten Großunternehmen mit ihren Standorten teilweise ja auch von Unternehmen, die ihren unmittelbaren Sitz nicht in Schleswig-Holstein haben, Alle gemeinsam eine Initiative, bei einer Initiative beigetreten sind, wo sie sich zu dem Klimaziel 2040 bekannt haben. Und von daher arbeiten oder ziehen wir da gemeinsam an einem Strang. Und ich habe ja vorhin über das Thema CO2-Abscheidung gesprochen, auch Speicherung von CO2. Wir haben ja auch mit unserer wissenschaftlichen Expertise aufgezeigt dass das auch funktioniert. Dass es Orte gibt unter dem Festlandsockel, wo diese Speicherung an der Stelle auch möglich ist. Das heißt, das ist ja auch eine weitere Möglichkeit, um eben CO2 auch aus der Atmosphäre zu entziehen Oder eben CO2 auch für bestimmte Prozesse zu nutzen. Das machen wir ja gemeinsam dann auch mit den Unternehmen in unserem Land. Und ich glaube, dass vieles auch über Zielvereinbarung auch an der Stelle funktioniert. Und wenn man sozusagen auch ein gemeinsames Ziel hat, dann ist es in der Regel auch möglich, das dann auch gemeinsam zu erreichen. Ziele zu vereinbaren und sie pressewirksam zu verkünden, ist ja immer das eine. Was passiert jetzt, wenn ein Unternehmen dabei ist und man merkt, dass irgendwie haben sie das nicht richtig ernst genommen? Gibt es dann auch Konsequenzen, wenn man merkt die sind überhaupt nicht auf dem Zielpfad? Oder wenn man 2040 merkt einer tanzt aus der Reihe? Was macht man denn mit so jemandem? Ich habe das ja gerade eben geschildert am Beispiel von Holzem. Das gibt klare Regelungen, dass Zement was sozusagen wirklich in der normalen Produktion mit CO2-Ausstoß produziert wird, keine Zertifikate mehr ab 2039 bekommt. Das heißt, die wissen, wenn wir bis dahin nicht umgestellt sind auf Klimaneutralität, dann findet diese Produktion in Deutschland nicht mehr statt. So, das ist jetzt keine schleswig-holstein-spezifische Regelung, sondern das ist in der Tat Bundesrecht. Wir haben ja auch auf europäischer Ebene teilweise CO2-Gesetz Zertifikate Handel auch in den Bereichen. Das heißt also auch Möglichkeiten durchaus steuernd hierbei tätig zu sein. Und von daher gibt es ja Möglichkeiten, die auf Bundesebene genutzt werden. Und wir helfen den Unternehmen, diese Ziele zu erreichen. Wenn wir jetzt über Holcim als ein Unternehmen sprechen, die haben ja das ganz klare auch öffentlich erklärte Ziel, dass sie ihren CO2-Ausstoß von eine Million Tonnen in den nächsten Jahren auf null reduzieren wollen und eines der Vorzeigeprojekte Sein wollen. Die bekommen ja jetzt auch schon EU-Förderung, um das umzusetzen Aber wir sind im Moment auch im Gespräch mit der Bundesregierung darüber, was man flankierend noch machen kann, damit das eben auch wirtschaftlich für dieses Unternehmen tragbar ist. Und so haben wir eben verschiedene Unternehmen, mit denen wir diese Prozesse im Moment auch durchgehen und sind mit allen auch als Landesregierung selbstverständlich im Gespräch darüber. Wir machen nochmal ein kleines Shift-Quiz Teil 2 mit Daniel Günther. Diesmal wird es ein bisschen fachlicher. Das können wir auch schneiden wenn ich was nicht weiß. Beim Podcast ist alles möglich. Sehr gut. Windrad oder Solardach Was hättest du lieber bei dir vor der Haustür? Ich glaube, es geht den meisten so, dass man lieber ein Solardach hat als eine Windkraftanlage direkt davor. Wärmepumpe oder Kaminofen Was ist bei dir so die Wohlfühlquelle? Naja, ich will keinen Hehl daraus machen, dass ich einen Kamin schon ziemlich gemütlich finde, wenn es um Wohlfühlen geht. Aber eine Wärmepumpe ist natürlich deutlich seriöser wenn man sie hat. Lässt sich auch kombinieren, ne? Das stimmt. Energiesparen durch Technik oder durch Verzicht? Was hältst du für realistischer in der Umsetzung Na ja, schon durch Technik. Also ich glaube ein bisschen Fortschrittsglaube auch daran, dass man die Dinge auch wirklich entwickeln kann, ist schon wichtig. Klar ist man gut beraten, wenn man jetzt auch nicht unnütz was verschwendet. Also aber man muss ja zum Beispiel sagen, wir haben ja immer irgendwie das Gefühl, es muss jetzt in Zukunft müssen alle Leute nur noch den öffentlichen Personennahverkehr nutzen und Individualverkehr spielt keine Rolle mehr. Ich glaube, es ist einfach ein bisschen Irrglaube Zu denken, dass die Leute auf diese Individualität verzichten. Und deswegen glaube ich, ist es schlauer, wenn man auch Individualverkehr möglich macht, der dann aber CO2-neutral ist. So, deswegen ist Elektromobilität halt schlau. Ich glaube schon, dass gerade Menschen, die nicht ganz so beweglich sind, ich kann ja noch joggen und laufen, aber es gibt ja Leute, die sind nicht mehr ganz so mobil, für die ist es halt eben wichtig. Die sind auch auf ein Auto angewiesen. Und ich glaube, das muss man einfach ein bisschen sportlich sehen. Wenn man denen jetzt sagt, pass mal auf, jetzt dürft ihr jetzt aber alles nicht mehr machen Oder eine Mutter, die mit zwei Kindern einkaufen geht und sagt, du musst aber jetzt mit dem Fahrrad fahren, ist halt nicht so einfach möglich. Und deswegen glaube ich, ein bisschen klüger auch auf technische Innovationen zu setzen, glaube ich, ist am Ende verfolgsversprechender. Deutsche Ingenieurskunst weiter vorantreiben. Absolut. Letztes Entweder-Oder. Strom aus Nordseewind oder aus dem Solarpark in Schleswig-Holstein. Woher soll der Strom kommen? Das ist mir total egal. Hauptsache erneuerbar. Hauptsache erneuerbar. Auch gut. Schöne ehrliche Antwort. Gewollt mir. Wir kommen zu unserem letzten Themenblock. Du bist viel im Land unterwegs. Du nimmst die Stimmung der schleswig-holsteinischen Bevölkerung wahrscheinlich sehr gut wahr. Wie würdest du das einschätzen? Wie sehr stehen die Schleswig-Holsteiner und Schleswig-Holsteinerinnen hinter dem Ziel der Landesregierung, klimaneutral bis 2040 zu werden? Also ich bin sicher, dass es dafür eine breite Mehrheit gibt. Auch dafür, dass wir auch ehrgeizigere Ziele anstreben. Und das liegt, glaube ich, auch daran, dass viele Menschen auch die Vorteile durchaus sehen, die wir haben, dadurch, dass wir erneuerbare Energien ausbauen. Und das muss aber stark auch behütet werden, diese Stimmung Denn natürlich ist es so, dass das auch mit Belastungen verbunden ist. Und gerade wenn man sehr ehrgeizig Windkraft ausbaut, gibt es immer wieder neue Regionen in denen dann Windkraftanlagen dazukommen. Das ist für viele Menschen nicht das größte Wohlfühl-Erlebnis so eine Windkraftanlage direkt vor der Haustür zu haben. Und das muss man halt immer wieder neu erläutern. Aber ich glaube, dass da in Schleswig-Holstein immer noch eine große Akzeptanz ist. Und... Was wäre für dich so das Geheimrezept um diese Akzeptanz auch hochzuhalten oder gar sogar noch zu erhöhen? Wie nehmen wir die Bevölkerung mit bei diesem Ziel? Naja, neben dem Verständnis, was man glaube ich auch erreichen kann, Wenn man sich die Weltlage anguckt, glaube ich, dass das schon für viele Leute nochmal ein zusätzliches Argument gewesen ist, das viele auch gespürt haben, als der russische Angriffskrieg auf die Ukraine losging, in einem Land zu leben, wo wir viel erneuerbare Energien haben, wo man weiß, ich habe diese Mühle hier direkt vor Ort und das, was mir den Strom bringt, kommt nicht aus irgendeinem Gebiet wo... Krieg ist oder wo ein Aggressor ist, wo jemand ist, der sich nicht an unsere Regeln hält, das glaube ich hat vielen Menschen schon mal eine gewisse Sicherheit gegeben. Aber das Zweite was aus meiner Sicht immer unabdingbar ist, hat auch was damit zu tun, was ich immer beschrieben habe, es müssen sich auch alle Klimaschutz leisten können. Je mehr Menschen auch merken, dass sie selbst was davon haben, desto einfacher ist auch Akzeptanz Also, durchschlagend in Schleswig-Holstein waren Bürgerwindparks. Das heißt, Menschen haben auch selbst was davon bekommen. Da ist nicht irgendein anonymer Investor der mir meine Anlage vor die Haustür setzt und das Geld wegzieht sondern ich habe auch selbst was davon bekommen Ich glaube, ein Meilenstein war auch die Beteiligung der Kommunen, dass wir ermöglicht haben, da wo ein Windpark hinkommt, da fließt auch was in die jeweilige Gemeinde und die Leute sehen, hier passiert was im Kita-Bereich. All das, glaube ich sind entscheidende Argumente um Akzeptanz auch zu erhöhen. Und ich glaube, da können wir noch besser werden in den Bereichen dass Menschen auch selbst mitmachen können. Du sagst es, die Akzeptanz ist hier hoch. Trotzdem wird es wahrscheinlich die ein oder andere Person geben, die jetzt nicht ein super großer Energiewende-Fan ist, so wie wir es vielleicht sind. Also wir sind die Person, die Fans sind, um das nochmal festzuhalten. Ich habe das auch so verstanden. Vielleicht magst du da zum Abschluss nochmal einen Grund diesen Leuten mitzugeben und allen unseren Zuhörenden, warum es unterstützenswert ist, dass Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2040 klimaneutral ist. Naja, aber wir... Eine Verantwortung haben, weil wir immer daran denken müssen, dass Nachhaltigkeit ja nicht irgendeine Worthülse ist, sondern einfach bedeutet, dass man nachfolgenden Generationen eine Erde hinterlassen möchte, wo man auch gut und gerne leben kann. Und es gibt jeden wissenschaftlichen Nachweis, dass das Klima sich dramatisch verändert, auch weil wir unsere Beiträge dazu leisten. Es gibt unter Experten nicht einen, der eine andere Auffassung vertritt. Das ist halt wirklich die Herausforderung und dass wir deswegen auch Ärmel hochkrempeln müssen und das anpacken müssen und dass keiner Sorge haben muss. Trotz alledem heißt das für die Generation, die jetzt lebt, dass man trotz alledem ein schönes Leben gerade hier in Schleswig-Holstein auch leben kann. Und deswegen lohnt es sich definitiv. Und mir ist schon bewusst, dass natürlich Menschen in ländlichen Räumen deutlich mehr auszuhalten haben. Die höchste Unterstützung für Windkraftanlagen ist in Kiel Düsternbrook. Da steht auch keine. Und das, finde ich muss man auch manchmal sagen. Das ist schon in den ländlichen Räumen Die haben sozusagen auch ein bisschen die Lasten zu tragen und deswegen müssen eigentlich auch alle Verständnis dafür haben, dass wir versuchen, denjenigen, die dort mit Belastungen leben, auch ein bisschen mehr zukommen zu lassen, um sie auch zu unterstützen. Ich glaube, das schafft Akzeptanz Klingt gut. Ja, klingt fair, würde ich auch sagen. Wir sind durch. Wir durften dich löchern. Wir haben viele Antworten bekommen. Vielen, vielen Dank Daniel, dass du hier bei uns warst. Vielen Dank, euch beiden hat es Spaß gemacht. Das ist schön. Und jeder, der denkt, dass wir hier jetzt unhöflich den Chef Schleswig-Holsteins einfach geduzt haben, wir haben natürlich vorher gefragt, oder Niklas? Was anderes würde uns nicht in den Sinn kommen. Hat ein Genehmigungsverfahren in den Behörden durchlaufen und... Das ist amtlich bestätigt dass ich das beruftet. Wir sagen vielen, vielen Dank, dass du da warst dass du dir Zeit genommen hast. Wir haben jetzt gehört von dir, wie du als Ministerpräsident Schleswig-Holstein im Jahr 2040 siehst Da freuen wir uns drüber, das unterstützen wir. Da wollen wir jetzt natürlich auch unsere Zuhörende nochmal mit ins Boot holen. Uns würde interessieren, ob ihr dieses Ziel auch für realistisch haltet Oder wo ihr vielleicht ein paar Baustellen noch seht Schreibt uns dazu gerne entweder in der Kommentarfunktion eurer Podcast-App oder auch bei Instagram, shift-der-Norden-macht-Zukunft. Ansonsten sagen wir vielen, vielen Dank und wir hören uns dann zum nächsten Mal wieder. Bis dann. Bis dann. Tschüss. Tschüss. Das war Shift, der Norden macht Zukunft. Der Energiewende-Podcast der EKSH.

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